Ab nach Hause!

Das heißt in meinem Fall Anfang Dezember: zurück nach Bali! Die Insel war meine erste Station und schon nach wenigen Tagen war mir damals klar, dass ich zurückkehren werde. Dass es so schnell passiert, hätte ich aber nicht gedacht. Nach vier Wochen Weltreise war mir nach Durchschnaufen – vielleicht für manche nicht nachvollziehbar oder zu früh, aber für mich war es die absolut richtige Entscheidung. Ich habe gemerkt, dass mich das langsame Reisen zufriedener macht und mich ruhiger sein lässt. Das ständige Rucksackpacken, in neue Unterkünfte ziehen und sich immer auf neue Umgebungen und Menschen einlassen, schlaucht mich. Ich brauche die Entschleunigung und jeder, der mich wirklich gut kennt, wird jetzt vielleicht schmunzeln. Aber genau das wollte ich auf meiner Reise auch lernen: Das Leben langsamer und bewusster leben, nicht nur rastlos auf der Suche nach was auch immer durch die Gegend hetzen, sich über die Kleinigkeiten freuen, die jeden Tag unverhofft passieren. Und genau auf dieser Insel habe ich das alles gefunden. Nur so viel vorweg:  Keine Wehmut, ich kann das auch an anderen Orten finden. Habe ich getestet.

Auf Bali hatte ich einen Anlaufpunkt und konnte zwei Wochen bei Ben wohnen, den ich auf meiner Reise kennengelernt habe.  Ich hatte für zwei Wochen ein Zuhause, wohnte mit ihm in einem kleinen Homestay bei einer wunderbaren balinesischen Familie im Surferort Canggu. Bali hat mir genau das gegeben, was ich brauchte: ein wenig Alltag in der Ferne, wunderbare Menschen um mich herum, Strand, Sonne und Meer. Bali ist einer dieser Orte, die ich auf meiner Reise kennenlernen wollte. Ein Ort, zu dem ich sofort einen Draht hatte, mich super wohl gefühlt habe und immer nur gedacht habe: Das hier fühlt sich richtig an. Und so war es auch oder gerade bei meiner Rückkehr.

Alles fing ein wenig holprig und ganz anders als geplant an: Ich lernte während meines Zwischenstopps auf dem Flughafen Kuala Lumpur Flora aus Holland kennen und wir saßen im Flieger nach Bali nebeneinander und unterhielten uns gut. Der Schockmoment kam bei der Landung in Denpasar, Flora hatte den kleinen Beutel mit all ihren Kreditkarten verloren. Große Aufregung und pure Panik: Sie hatte keinen Cent dabei, wollte eigentlich am Flughafen direkt Geld abheben. Schnell war klar, dass es eigentlich nur eine Lösung gab. Flora fuhr nicht wie geplant nach Ubud, sondern kam mit nach Canggu, schlief bei uns im Homestay und ich lieh ihr am nächsten Morgen Geld zur Weiterreise. Und das ist der Punkt, an dem ich ziemlich stolz auf mich war. Ich hatte mein stark ausgeprägtes Misstrauen einfach mal ignoriert und was für die Karma-Abteilung in meinem Kopf getan! Denn ich kann nur sagen: Wenn ich jemals in so einer Situation sein sollte, wünsche ich mir einfach nur einen Menschen, der mir den gleichen Vertrauensvorsprung entgegenbringt und einfach mal ans Gute im Menschen glaubt. In diesem Fall wurde ich nicht enttäuscht, Flora überwies mir das geliehene Geld und wird trafen uns einige Tage später wieder in Canggu.

In den zwei Wochen auf Bali habe ich jede Menge Ausflüge gemacht und ganz unterschiedliche Seiten der Insel kennengelernt. Mit dem Roller ging es zum Tempel Tanah Lot, begleitet von Unmengen an Touristen und meiner ständigen Panik, den Schlangen zu nahe zukommen, die zur Belustigung der Besucher rumlungern. Ein Treffen mit Bloggern in Uluwatu führte ungeahnt zu einem spontanen Check-In ins 5* Hotel „Le Grand Bali“, dass in dieser Nacht zum Schnäppchenpreis zu haben war. Der Blick der Security als wir mit Roller, Minibeutel und in Badeklamotten dort auftauchten war unbezahlbar und der Roller machte sich zwischen den Luxuskarren auf dem Parkplatz ganz gut. Ein bisschen Luxus und den bis dahin teuersten Cocktail der Reise gab es Sonntagnachmittags im Pool des Beach Club „Potato Head“ in Seminyak. Ganz bodenständig war der Ausflug auf den Markt in Denpasar und das anschließende Kochen in der kleinen offenen Küche unseres Homestays unter den Augen der Familie. Endlich wurde damit meine unbändige Lust auf Spaghetti Bolognese gestillt. Die war zudem Zeitpunkt schon so übermächtig, dass ich sogar davon träumte. Und es war grandios lecker!

Das kleine Canggu bot mir alles, um sich dort wohl zu fühlen: Tolle Cafés, Bars und Warungs, schöne kleine Shops, einen kilometerlangen Strand und viele Surfer, denen man so schön zugucken kann. Und da war es auch gar nicht schlimm, wenn morgens früh nach einer langen Nacht im „Old Man’s“  der Wecker klingelte und es noch vor dem Frühstück mit Ben und Nachbar Steve an den Strand ging, für die Jungs mit dem Surfbrett ins Wasser und für mich mit der Kamera an den Strand. Ein absolut toller Start in den Tag!

Ich kann jetzt schon sagen: Bali, Du bist auf dem Weg eine große Liebe zu werden und wir sehen uns ganz sicher wieder!

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Unterwegs mit dem Roller – auf Bali das tollste Fortbewegungsmittel

 

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Tanah Lot

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Uluwatu

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Surfer am Strand von Uluwatu

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Sightseeing in Uluwatu

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Im Beachclub Potato Head

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Das Homestay Bu Didin

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Bony, mein Homestay-Pflegekind

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Meine „Homestay-Familie“

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Frühstück im Crate Café

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Steve beim Surfen

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Sonnenuntergang in Canggu – natürlich mit Surfer

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Tolle Sonnenuntergänge gibt’s auf Bali jeden Abend

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Wahre Worte

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Balinesische „Weisheit“

 

 

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