Zwei Mädels auf der Straße von Sydney nach Cape Tribulation – Los geht’s

Mitte März starten Melli und ich in unser  großes Australien-Abenteuer. Mit unserem winzigen Van geht es von Sydney bis hoch nach Cape Tribulation. Gestoppt wird überall, wo es uns gefällt und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter – egal was der Reiseführer und all die Australien-Spezialisten sagen. Nachdem wir unser wunderbares Gefährt entgegengenommen haben, geht es erstmal einkaufen! Unmengen an Essen landen im knapp bemessenen Stauraum des Vans und auch so wunderbares Mädelsgedöns wie Kerzen für die romantischen Abende am Strand und Fliegengitter als Spinnenschutz dürfen natürlich nicht fehlen.

Reisen im Camper-Van – wie kuschelig

Als ich meinen Freundinnen erzähle, dass ich nun mit dem Camper unterwegs bin, sind sie entzückt, schicken mir Bildchen von süßen VW-Bussen und schreiben etwas von „super gemütlich“ und „richtig kuschelig“. Jaja, das ist es! Seeeeehr kuschelig. Denn letztendlich ist unser „Camper“ ein ganz normaler Familien-Van von Toyota, aus dem die Rückbank ausgebaut wurde und man die vorhandene Bank zum Bett umfunktionieren kann. Also, eigentlich ist es einfach nur ein fahrendes Bett. In Australien in den meisten Fällen kein Problem – wenn es regnet wird es dann aber doch klaustrophobisch. Dazu später mehr.

Feuertaufe: Der erste Linksverkehr und das in Sydney

Nachdem wir zwei das Ding bis unters Dach mit unserem Krempel und den Einkäufen vollgestopft haben, geht es los. Wagemutig schmeiße ich mich hinters Lenkrad – Linksverkehr kann ja nicht so schwer sein. Melli und ich waren uns einig, wie spitze es ist, dass wir das Auto etwas außerhalb abholen und ich uns somit nicht gleich durch den Stadtverkehr von Sydney manövrieren muss. Unser Navi ist da anderer Meinung. Denn kurz darauf fahren wir in der Rushhour einmal komplett durch die City. Ich sehe es als Feuertaufe und bin stolz auf mich, als ich anderthalb Stunden später leicht gestresst endlich auf die verdammte Autobahn biege. Von da an ist es sehr entspannt, fast einschläfernd, denn in Australien gilt an ausgewählten Stellen das halsbrecherische Tempo von 110 km/h als Höchstgeschwindigkeit, meist tuckert man aber mit maximal 100 über die Highways.

Raus aus der Komfortzone: Public Toilets and Showers

Unser erster Stopp ist Nelson Bay, wo wir am Strand essen und die erste Nacht gut in unserem neuen Zuhause schlafen. Na, und das Frühstück am Strand ist schon ein Highlight. Alle, die schon mal in Australien wissen, dass es überall tolle Picknickplätze mit Tischen und Bänken gibt, wenn man Glück hat, ist sogar noch eine elektrische Grillstation dabei, die man kostenfrei benutzen kann. Tja, und dank unserer Strecke entlang der Küste, nutzen wir die vielen Public Showers, die es an jedem Strand gibt und im besten Fall sind das sogar abschließbare  Einzelkabinen. So, und jetzt fallen meiner Mutter gerade die Augen raus. Denn das war ihr sicher nicht klar. Ich bin meinem Motto „Raus aus der Komfortzone“ auch hier mehr als treu.

Nur schönes Wetter in Australien? Ein Märchen

Weiter geht’s entlang der Küste, wir fahren durch den wunderschönen Myall Nationalpark, besteigen die Dark Point Düne und begegnen auf den Straßen nur selten einem anderen Auto. Auf dem Weg nach Forster beginnt es zu regnen und wir verbringen den Abend an einer weiteren BBQ-Station, kochen und tragen zu Shorts unsere Regenjacken. Wir wachen auf bei Regen, lassen uns von einem anderen Camper dabei helfen unseren kleinen Gaskocher zu reparieren und steigen dann wieder in unser Gefährt. Nächster Stopp ist Port Macquarie, bei Regen! Bei dem Wetter bleibt uns eigentlich erstmal nichts anderes übrig als uns in ein Café zu setzen, das WLAN auszukosten und auf Sonnenschein zu warten. Und das ist das Gute in Australien: Das Wetter ändert sich eigentlich minütlich! Den Nachmittag verbringen wir im Koala Hospital, in das kranke und verletzte Koalas eingeliefert, gesund gepflegt und danach, wenn es ihr Zustand zulässt, wieder ausgesetzt werden. Wir erleben dort eine tolle Führung  und ich treffe ganz unverhofft Tatjana wieder, die ich in meinem Hostel in Sydney kennengelernt habe.

Und schon wieder Regen: Coeffs Harbour

Am späten Nachmittag sind Melli und ich „on the road again“, nächster Halt ist Coeffs Harbour, das wir, wie auch sonst, im strömenden Regen erreichen. Langsam ist unsere Stimmung gedrückt, denn das Leben in einem Auto bei schlechtem Wetter ist doch nicht ganz so schön. Die Klamotten sind feucht, trocknen nicht mehr und das Auto bietet außer der Fahrerkabine keinen Platz zum Sitzen. Also fallen wir mit Laptop, Handys und diversen Ladekabeln bewaffnet in einem Pub ein, laden all unser Zeug auf, wärmen uns auf und verbringen den Abend mit einem lustigen Haufen neuseeländischer Surfer.

Das Wunder von Yamba

Der nächste Morgen bietet uns etwas komplett Unerwartetes: Die Sonne scheint. Wir schmeißen alle Pläne über den Haufen und verbringen den Tag am Strand und zelebrieren unseren ERSTEN Strandtag. Somit schaffen wir es auch abends nur noch bis nach Yamba, einem sehr kleinen verschlafenen Örtchen mit tollen Stränden. Durch und durch Camper schnappen wir uns in der Dämmerung unsere Reisestühle, eine Flasche Wein und setzen uns ans Wasser. Und da passiert es: erst sind wir uns unsicher, ob wir die Finne im Wasser wirklich gesehen haben. Doch einige Sekunden taucht sie wieder auf und daneben noch eine und noch eine… Ein ganzer Schwarm Delfine tollt im flachen Wasser herum und beschert uns einen wundervollen Abend! Wir sind happy und können unser Glück kaum fassen, dass wir ganz alleine mit den Delfinen sind.

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Das isser!

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Home sweet home

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Wir haben Hunger. Immer!

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Das erste Frühstück am Strand

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Myall Lake National Park

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On the road

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Camperleben: Kochen an der öffentlichen BBQ-Station

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Gern getragen: Die Regenjacke!

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Beruhigend: Spinnenwarnung in Port Macquarie. Man beachte das Exemplar ganz oben rechts. Von der habe ich nun eine bleibende Erinnerung auf der Schulter.

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Ein Nachmittag im Koala-Hospital

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Endlich Sonne in Coeffs Harbour

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Das Ding wäre ein Traum!

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Am Blue-Pool in Yamba

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Yamba

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Und weiter geht’s nach Byron Bay!

Hier fühl ich mich wohl: Sydney!

In elf Stunden hat mich der Zug über Nacht von Melbourne nach Sydney gebracht und die Stadt empfängt mich morgens um 7:00 Uhr mit strahlendem Sonnenschein. Ich bin in Entdecker-Stimmung, schmeiße den großen Rucksack schnell im Hostel ab und laufe los. Vorbei am Yachthafen und dem Macquarie-Point, biege ich um die Ecke und bin baff, denn da liegen Sydneys Wahrzeichen einfach vor mir: Das Opernhaus und direkt neben dran die Harbour-Bridge!  Ich bin beeindruckt dieses Bild live vor mir zu sehen. Auf tausenden Bildern konnte ich beides schon bewundern und jetzt stehe ich selbst davor. Durch den botanischen Garten (ich traue mich trotz des Spinnenbisses in diese Hochgefährdungszone) schlendere ich am Wasser vorbei, bestaune die vielen Jogger, die trotz brütender Hitze ihre Runden drehen und stehe nach einigen Minuten vor dem Opernhaus. Das Ding ist ein Wahrzeichen, weltweitbekannt, aber schön finde ich es so aus direkter Nähe nicht wirklich.

 

Circular Quay, The Rocks, Darling Harbour, Manly – Sightseeing in Sydney

Weiter geht es über den Circular Quay in das Viertel The Rocks, in dem es super nette kleine Cafés, Restaurants und Shops gibt – alles in engen, verwinkelten Gassen. Es folgen Darling Harbour und die großen Straßen der Stadtmitte, bevor ich wieder am Circular Quay stehe und die Fähre nach Manly nehme. Als ich von Bord gehe, ist der erste Eindruck: „Hier gefällt es mir“. Ein paar Fährminuten bringen mich in einen ganz anderen Teil von Sydney. Um mich rum hüpfen Kinder in Badeklammotten, Teenager laufen in Bikinis durch die Straßen und Surfer schleppen ihre Boards durch die Fußgängerzone, um am Strand die Wellen zu reiten.  Dort verschlägt es mich auch hin und ich lege mich an den gut besuchten Strand und tue, was alle tun: Beobachte die absolut sehenswerten Surfer! Das wird eine nachmittagsfüllende Aufgabe.

 

An der Küste entlang: von Bondi Beach nach Coogee Bay

Nachdem mich mein erster Tag vorbei an fast allen Wahrzeichen Sydneys geführt hat, stehe ich am nächsten Morgen früh auf und fahre mit dem Bus zu einem weiteren Punkt auf der Liste jedes Australien-Reisenden: Zum Bondi-Beach! Ich höre meine Freundinnen regelrecht seufzen als ich ihnen  direkt vom Strand ein Bild schicke –  selbstverständlich mit Surfern. Knapp nach 8:00 Uhr hat es schon über 30 Grad und ich bin froh über jede Brise, die über das Meer kommt. Auf meinen Programm steht an diesem Morgen der Coastal Walk von Bondi Beach nach Coogee Beach, dafür brauch ich laut meinem Rntspannung in Sydney? Nicht für micheiseführer rund zwei Stunden. In diesen zwei Stunden genieße ich das unglaubliche Panorama, das sich mir nach jeder einzelnen Biegung präsentiert. Es fängt an mit dem berühmten Salzwasserpool des Iceberg’s, weiter vorbei an grandiosen Strandvillen, die an den Hängen kleben, ein Stopp am Bronte Beach, an dem sich in einem der vielen öffentlichen Meeresbecken Familien, Rentnern und Sportler tummeln. Weiter geht es über den Clovelly Beach bis ich letztendlich bei knackigen 37 Grad in der Coogee Bay ankomme. Ein toller Vormittag, der mich doch etwas neidisch auf das Leben einiger Australier hat blicken lassen. Solche Strände direkt vor der Haustür – das ist für mich ein Traum und eine enorme Lebensqualität. In Australien leben – das könnte ich mir schon vorstellen.

 

Entspannung in Sydney? Nicht für mich

Sydney gibt mir wenig Zeit zum Durchatmen: Es gibt so viel zu entdecken und ich versuche alles in die paar Tage zu packen. So geht es in die Blue Mountains zum Wandern, auf den Markt, um nach deutschem Vollkornbrot zu suchen (gibt es natürlich!) und nach Watson‘s Bay, um Häuser und Menschen zu bestaunen. Und dazwischen organisieren Melli und ich, die ich in Sydney kennengelernt habe, unser großes Abenteuer. Mit dem Campervan geht es für uns in vier Wochen an der Ostküste entlang bis hoch nach Cape Tribulation.

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Harbour Bridge und Opernhaus

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Skyline am Circular Quay

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Auf der Fähre nach Manly

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Manly

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Das Opernhaus in der Dämmerung

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Sydney-Lifestyle am Bondi Beach

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Bondi Beach am Morgen

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Das Iceberg’s am Bondi 

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Coastal Walk von Bondi nach Coogee

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Sonnenuntergang kann man auch am Bondi gucken

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Ausflug in die Blue Mountains

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Blick auf die Three Sisters

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Paddington Market

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Watson’s Bay mit der Skyline von Sydney

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Dämmerung über Watson’s Bay