O’ahu – Endlich Hawaii….

Nach einem neunstündigen Flug kam ich aus Brisbane morgens um 6:00 auf Hawaii, genauer gesagt auf O‘ahu an. O´ahu ist die dichtbesiedelste der acht Hauptinseln und auch die touristischste. Sie bietet mit Waikiki-Beach in Honolulu einen der bekanntesten Strände der Welt.

Die Surfer am Waikiki-Beach beobachten, durch Honolulu streifen, den Hula tanzen und das wahre Aloha erleben – diesen Traum von Hawaii habe ich Jahre lang gehegt. Wenn ich an die Inselgruppe im Pazifischen Ozean dachte, breitete sich ein warmes Gefühl in mir aus und ich wusste, dass das einer dieser Orte ist, der Wunderbares für mich bereit hält. Und so war es letztendlich auch. Nach meiner Ankunft treffe ich mich mit Philipp, mit dem ich die nächsten 10 Tage auf Hawaii reisen werde. Wir planen die nächsten Tage auf der Insel und wollen danach gemeinsam nach Maui fliegen.

Waikiki-Beach – Schaulaufen in Honolulu

Mein erster Eindruck von dem berühmten Waikiki-Beach ist toll, ich genieße den Trubel um mich rum, fühle mich fast etwas Zuhause, denn es ist ganz offensichtlich Amerika und all die Ketten, die ich vom Festland kenne, gibt es natürlich auch hier. Philipp und ich streifen über den Boulevard, gucken uns die Reichen und Schönen um uns herum an, springen ins Meer und genießen die Atmosphäre dieses weltberühmten Strandes. Am nächsten Morgen sammeln wir Nico ein und somit ist unsere Truppe für die kommenden zehn Tage komplett. Wir brausen mit unserem Mietwagen (Strike! Wir freuen uns mächtig über das Upgrade) an diesem Tag zunächst die Westküste entlang.

Gänsehaut bei 30 Grad in Pearl Harbor

Unser erster Stopp ist Pearl Harbor! Für mich war klar: wenn ich schon auf O´ahu bin, wollte ich diesen geschichtsträchtigen Ort auf jeden Fall gesehen haben.  Mir hat es in Pearl Harbor mit all seinen Gedenktafeln und Geschichten rund um den Anschlag der japanischen Marineluftstreitkräfte auf die dort vor Anker liegende US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941 wirklich Schauer über den Rücken gejagt. An diesem Ort kamen damals über 2.400 Menschen ums Leben und rund 1.200 wurden zum Teil schwer verletzt. Sicherlich nicht der fröhlichste Ort auf Hawaii, aber einer, der nachdenklich stimmende Geschichte zum Greifen nahe bietet.

Alleine mit Walen, Albatrossen und Seelöwen am Kaena Point

Weiter geht es für uns die Küste lang zum Kaena Point. Der westlichste Punkt der Insel  ist für den Autoverkehr gesperrt und wir laufen durch ein Naturschutzgebiet bis an die Landspitze. Auf diesem Trail durch Lava-Geröll erfüllt sich einer meiner großen Wünsche: ich sehe einen Buckelwal vor der Küste! Ein Stückchen weiter beobachten wir einen trägen Seelöwen am Strand und bestaunen den Balz-Tanz der dort nistenden Albatrosse. Und das Tollste ist, dass wir hier komplett alleine sind. Keine Touristen um uns herum, nur wir Drei, die dieses Naturspektakel ganz in Ruhe erleben dürfen. Der Sonnenuntergang hier oben ist an einem klaren Tag sicherlich atemberaubend, bei uns war es etwas bewölkt, aber trotzdem wunderschön.

Dead Man’s Catwalk, Hanauma Bay, Nort Shore – O´ahus Ost- und Nordküste

Dead Man’s Catwalk, so heißt einer der spektakulären Aussichtspunkte auf der Insel und der Thrill daran: Er ist eigentlich illegal. Gemeinsam mit Nico und Philipp traue ich mich über das Gate zu klettern, auf dem ganz klar steht, dass der Zutritt verboten ist und man mit einer Geldstrafe rechnen muss. Nach dem rund 20 minütigen Aufstieg erwartet uns von einer kleinen Plattform ein unglaublicher Blick auf die Strände von Kaupo und Waimanalo. Das Wasser ist von hier oben nahezu unwirklich und bietet alle Schattierungen von Hellblau über Türkis bis Dunkelblau. Mir fällt es wirklich schwer diesen Platz wieder zu verlassen, denn die Stille da oben und dieser grandiose Panoramablick sind einfach wunderbar.

Weiter geht es für uns zur Hanauma Bay, die immer als das Schnorchel-Paradies der Insel angepriesen wird. Dafür zahlen wir dann auch 7,50 Dollar Eintritt und müssen uns in einem kleinen Vorführraum mit allen anderen Besuchern ein Schulungsvideo ansehen, wie man sich richtig verhält. Und das muss wirklich jeder! Tja, und was sich mir da unter Wasser kurz darauf bietet, finde ich doch sehr enttäuschend. Also bleiben wir auch nicht lange und fahren die Küste weiter entlang, denn dort reiht sich wirklich ein Traumstrand an den anderen. Und wenn ich von Traumstränden spreche, dann meine ich das genauso: glasklares, türkisfarbenes Wasser, fast weiße Sandstrände gesäumt von Palmen, einfach traumhaft! Meine Favoriten an der Ostseite sind der Lanikai- und der Kailua-Beach, die wirklich alles bieten, was ich mir von tropischen Traumstränden erhoffe!

Auf dem Weg an die  North Shore halten wir selbstverständlich auch an einem der berühmten Shrimp-Trucks, die dort alle paar Meter stehen. Dort bekommt man fangfrische Shrimps, meist lecker mit Knoblauch angebraten, für einen (hawaiianischen!!!) Appel und ein Ei.

Das legendäre Surfer-Mekka an der North Shore, Austragungsort einiger der wichtigsten Surfwettbewerbe,  ist das komplette Gegenteil von Waikiki. Hier surfen die wahren Profis die richtig großen Dinger. Wenn sie ein Barrel surfen und über ihnen im letzten Moment die Wellen zusammenstürzen, sackte mir am sicheren Ufer das Herz in die Hose. Hier türmen sich im Winter Wellen von bis zu 10 Metern auf und ich würde nie freiwillig ins Wasser steigen. Aber den Surfern zuzuschauen ist einfach atemberaubend toll und lässt mich echt andächtig werden.

O’ahu hat mich wirklich absolut positiv überrascht. Ich hatte die Angst, dass sich die Touristen auf der Insel gegenseitig platttreten. Klar, Honolulu ist das pure Touristenprogramm, aber sobald man sich ins Auto setzt und etwas aus der Stadt rausfährt, findet man auch auf O’ahu seine ganz einsamen, wunderschönen Plätze. Next Stop: Maui!

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Meine Hawaii-Männer: Nico, Philipp und Getano

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Unser Auto…

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Pearl Harbor

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Kaena Point

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Albatrosse im Nationalpark

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An der Ostküste

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Der Blick vom Dead Man’s Catwalk

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Auf dem Weg zum Dead Man’s Catwalk

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Die Strände an der Ostküste sind traumhaft

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Die North Shore

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Am Strand gefunden!

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Die Hanauma Bay

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Einer der Shrimp-Trucks 

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Waikiki-Beach

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Auf dem Weg nach Maui!

Roadtrip, die Zweite: Von Yamba bis nach Brisbane

Das kleine verschlafene Yamba kann uns nur kurz halten. Schon am nächsten Tag geht es für uns weiter. Über Ballina und Lennox Head, wo wir mit wunderbarem Blick aufs Meer unsere Mittagspause verbringen und dabei den Paraglidern zuschauen, geht es für uns ins gehypte Byron Bay. Und das zum Glück mit unserem Van, denn das Örtchen ist  (in unserer Budgetklasse) komplett ausgebucht. Byron Bay bringt das alles mit, was ich von einem australischen Surferort  erwartet habe: eine entspannte Atmosphäre, jede Menge gutaussehende Surfer, Surfschulen an jeder Ecke, schöne Cafés und kleine Restaurants, nette Shops und – für uns auf unserer Reise fast unersetzlich – einen Aldi!

Andrew – ein wahren Glückstreffer

Als wir in den Ort reinfahren, weiß ich sofort: Byron Bay, Du gefällst mir. Und wir bleiben trotz viel Regen fünf Tage. Fünf Tage, die wir im Garten von Andrew verbringen. Andrew ist meine zweite wunderbare Erfahrung mit der australischen Gastfreundschaft. Wir lernen ihn kennen, erzählen ihm von unserer Reise und er bietet uns sofort an, unseren kleinen Van in seinem Garten zu parken und dort die nächsten Tage zu campieren. Was für ein Glückstreffer! Und es wird noch besser als er uns von der Dusche und der Toilette berichtet, die im Garten sind. Und eigentlich wird es noch besser als wir am nächsten Morgen aufwachen und ich merke, dass wir ganze 150 Meter vom Strand entfernt wohnen. Einfach unglaublich! So nehme ich für die Zeit in Byron Bay meine Sportroutine wieder auf und gehe jeden Morgen am Strand laufen. Dort treffe ich viele andere Strandgänger, die mit ihren Hunden unterwegs sind, Yoga machen oder das Surfbrett unter dem Arm haben. Und fast alle halten auf einen kurzen Plausch an.

Brasilianer sind die besseren Surflehrer

Wo auch wenn nicht in Byron Bay machen wir dann auch den obligatorischen Surfkurs. Im ersten Moment freut sich einer ganz weit weg wohl am meisten darüber: Ben, zu dem Zeitpunkt in Kambodscha, kann es kaum fassen, dass es mich nun endlich auch gepackt hat. Hatte er es doch auf Bali immer wieder erfolglos versucht, mich zu motivieren. Ich bin ehrlich, die Motivation steigt enorm als ich unseren Surflehrer sehe: Rrrrrrooooodddrrrrriiiigggooooooo, Brasilianer, Musiker, lange durchs Salzwasser gebleichte Haare. Hach, was soll ich sagen? Ein Träumchen! Auf dem Weg zum Kurs sind Melli und ich noch davon überzeugt, dass wir wahrscheinlich keine einzige Welle stehen und nach einer Stunde frustriert das Surfboard in den Sand schmeißen. Mit den anderen und unseren Surflehrern machen wir uns im Bus auf den Weg nach Lennox Head, wo die Wellen Anfängergeeignet sind. Im Bus lernen wir uns mit einem „wunderbaren“ Spiel näher kennen: Jeder muss den besten oder schlechtesten Anmachspruch zum Besten geben, den er jemals ertragen musste. Natürlich auch Rodrigo. Doch mir ist klar, Rodrigo muss mit seinem wunderbaren Akzent eigentlich nur diesen einen Satz sagen, um die Herzen der Mädels zu erobern: My name is Rodrigo, I’m from Brasil and I’m a surf instructor. Und damit wäre die Sache geritzt.

Also, aufgrund des ansprechenden Lehrermaterials ist mein Ehrgeiz geweckt. Nach ein bisschen Theorie geht es für uns im strömenden Regen (wie auch sonst) ins Wasser. Rodrigo weist mich nochmal an, wie ich mich auf dem Brett zu positionieren habe und dann kommt sie auch schon, meine erste Welle. Und, glaubt es oder glaubt es nicht, ich stehe diese erste Welle eins A und reite sie bis zum Strand. Ich bin verzückt und auch den Großteil der anderen Wellen reite ich fürs erste Mal ziemlich gut. Sagt auch Rodrigo.

Das heißeste Accessoire in Byron Bay: Regenjacke!

Mit dem Wetter haben wir in Byron Bay leider wieder ein bisschen Pech. Aber wir machen das Beste draus! So fahren wir nach Mullumbimby zu einem Hippiemarkt, der seinem Namen absolut gerecht wird. Uns erwarten viel Batik, viele Dreadlocks, viel veganes Essen und viele andere pflanzliche Substanzen. Wir treffen uns mit Tatjana, die mittlerweile mit dem Greyhoundbus parallel zu uns reist, buchen unsere Trips nach Fraser Island und auf die Whitsundays und treiben den Travelagent mit meiner Feilscherei fast in den Wahnsinn (Asien war mir hier eine gute Lehre). Wir verbringen lustige Nächte auf einer Party im Beach Hotel und in den Bars von Byron Bay mit Andrew und seinen Freunden. Und bei all diesen Aktivitäten darf das wichtigste Teil in Byron Bay nie fehlen: Meine Regenjacke ist immer dabei!

Sonne in Brissie. Endlich!

Nach Byron Bay verlassen wir auch New South Wales, weiter geht es nach Queensland. Eigentlich war unser Plan, einen Stopp in Surfers Paradise einzulegen. Als wir die Hochhäuser, die direkt an den Strand grenzen, dann aber in Natura sehen, gucken wir uns an, schütteln den Kopf und geben dem Ort nur Zeit für einen Kaffee und ein bisschen WLAN. Dann schmeiß ich mich wieder hinters Steuer und wir reißen die weiteren Kilometer nach Brisbane runter. Dort erwartet uns auch schon Tatjana und wir verbringen tags drauf einen schönen, sonnigen Tag an der Stadt am Brisbane River. Wir laufen mit unserem Free-Guide, die uns ganz viel Spannendes zu berichten weiß, durch die Straßen, besuchen die Town Hall, machen eine Bootsfahrt auf dem Fluss, gehen am South Bank-Ufer an der Lagune spazieren und lassen den Tag in einem Pub am Fluss ausklingen. Wieder einmal bin ich total begeistert, was mir in Australien alles for free geboten wird: die City-Guides, einige Buslinien, die Bootsfahrt und das Schwimmen in der Lagune. Einfach toll und zu Hause undenkbar!

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Lennox Head

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Mein Byron-Bay Lieblingsbild: Morgens alleine am Strand

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Kein Mensch außer mir da!

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Theorie mit Rodrigo (Bild: Stoked)

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An der Eleganz feile ich noch. Aber guckt, wie Rodrigo und ich uns freuen! (Bild: Stoked)

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Die Deutsche Eiche auf dem Surfbrett (Bild: Stoked)

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Frühstück mit Ausblick

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Der Markt in Mullumbimby

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Guten Morgen im Van! Die ungeschminkte Wahrheit

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Der komplette Inhalt unseres Vans in Andrews Garten

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Das Trio Infernale mit Larissa

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Blick auf Brisbane vom Mount Gravatt

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Town Hall in Brisbane

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Bootsfahrt auf dem Brisbane River

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Skyline mit Story-Bridge

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Die Lagune am South Bank

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Zwei Mädels auf der Straße von Sydney nach Cape Tribulation – Los geht’s

Mitte März starten Melli und ich in unser  großes Australien-Abenteuer. Mit unserem winzigen Van geht es von Sydney bis hoch nach Cape Tribulation. Gestoppt wird überall, wo es uns gefällt und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter – egal was der Reiseführer und all die Australien-Spezialisten sagen. Nachdem wir unser wunderbares Gefährt entgegengenommen haben, geht es erstmal einkaufen! Unmengen an Essen landen im knapp bemessenen Stauraum des Vans und auch so wunderbares Mädelsgedöns wie Kerzen für die romantischen Abende am Strand und Fliegengitter als Spinnenschutz dürfen natürlich nicht fehlen.

Reisen im Camper-Van – wie kuschelig

Als ich meinen Freundinnen erzähle, dass ich nun mit dem Camper unterwegs bin, sind sie entzückt, schicken mir Bildchen von süßen VW-Bussen und schreiben etwas von „super gemütlich“ und „richtig kuschelig“. Jaja, das ist es! Seeeeehr kuschelig. Denn letztendlich ist unser „Camper“ ein ganz normaler Familien-Van von Toyota, aus dem die Rückbank ausgebaut wurde und man die vorhandene Bank zum Bett umfunktionieren kann. Also, eigentlich ist es einfach nur ein fahrendes Bett. In Australien in den meisten Fällen kein Problem – wenn es regnet wird es dann aber doch klaustrophobisch. Dazu später mehr.

Feuertaufe: Der erste Linksverkehr und das in Sydney

Nachdem wir zwei das Ding bis unters Dach mit unserem Krempel und den Einkäufen vollgestopft haben, geht es los. Wagemutig schmeiße ich mich hinters Lenkrad – Linksverkehr kann ja nicht so schwer sein. Melli und ich waren uns einig, wie spitze es ist, dass wir das Auto etwas außerhalb abholen und ich uns somit nicht gleich durch den Stadtverkehr von Sydney manövrieren muss. Unser Navi ist da anderer Meinung. Denn kurz darauf fahren wir in der Rushhour einmal komplett durch die City. Ich sehe es als Feuertaufe und bin stolz auf mich, als ich anderthalb Stunden später leicht gestresst endlich auf die verdammte Autobahn biege. Von da an ist es sehr entspannt, fast einschläfernd, denn in Australien gilt an ausgewählten Stellen das halsbrecherische Tempo von 110 km/h als Höchstgeschwindigkeit, meist tuckert man aber mit maximal 100 über die Highways.

Raus aus der Komfortzone: Public Toilets and Showers

Unser erster Stopp ist Nelson Bay, wo wir am Strand essen und die erste Nacht gut in unserem neuen Zuhause schlafen. Na, und das Frühstück am Strand ist schon ein Highlight. Alle, die schon mal in Australien wissen, dass es überall tolle Picknickplätze mit Tischen und Bänken gibt, wenn man Glück hat, ist sogar noch eine elektrische Grillstation dabei, die man kostenfrei benutzen kann. Tja, und dank unserer Strecke entlang der Küste, nutzen wir die vielen Public Showers, die es an jedem Strand gibt und im besten Fall sind das sogar abschließbare  Einzelkabinen. So, und jetzt fallen meiner Mutter gerade die Augen raus. Denn das war ihr sicher nicht klar. Ich bin meinem Motto „Raus aus der Komfortzone“ auch hier mehr als treu.

Nur schönes Wetter in Australien? Ein Märchen

Weiter geht’s entlang der Küste, wir fahren durch den wunderschönen Myall Nationalpark, besteigen die Dark Point Düne und begegnen auf den Straßen nur selten einem anderen Auto. Auf dem Weg nach Forster beginnt es zu regnen und wir verbringen den Abend an einer weiteren BBQ-Station, kochen und tragen zu Shorts unsere Regenjacken. Wir wachen auf bei Regen, lassen uns von einem anderen Camper dabei helfen unseren kleinen Gaskocher zu reparieren und steigen dann wieder in unser Gefährt. Nächster Stopp ist Port Macquarie, bei Regen! Bei dem Wetter bleibt uns eigentlich erstmal nichts anderes übrig als uns in ein Café zu setzen, das WLAN auszukosten und auf Sonnenschein zu warten. Und das ist das Gute in Australien: Das Wetter ändert sich eigentlich minütlich! Den Nachmittag verbringen wir im Koala Hospital, in das kranke und verletzte Koalas eingeliefert, gesund gepflegt und danach, wenn es ihr Zustand zulässt, wieder ausgesetzt werden. Wir erleben dort eine tolle Führung  und ich treffe ganz unverhofft Tatjana wieder, die ich in meinem Hostel in Sydney kennengelernt habe.

Und schon wieder Regen: Coeffs Harbour

Am späten Nachmittag sind Melli und ich „on the road again“, nächster Halt ist Coeffs Harbour, das wir, wie auch sonst, im strömenden Regen erreichen. Langsam ist unsere Stimmung gedrückt, denn das Leben in einem Auto bei schlechtem Wetter ist doch nicht ganz so schön. Die Klamotten sind feucht, trocknen nicht mehr und das Auto bietet außer der Fahrerkabine keinen Platz zum Sitzen. Also fallen wir mit Laptop, Handys und diversen Ladekabeln bewaffnet in einem Pub ein, laden all unser Zeug auf, wärmen uns auf und verbringen den Abend mit einem lustigen Haufen neuseeländischer Surfer.

Das Wunder von Yamba

Der nächste Morgen bietet uns etwas komplett Unerwartetes: Die Sonne scheint. Wir schmeißen alle Pläne über den Haufen und verbringen den Tag am Strand und zelebrieren unseren ERSTEN Strandtag. Somit schaffen wir es auch abends nur noch bis nach Yamba, einem sehr kleinen verschlafenen Örtchen mit tollen Stränden. Durch und durch Camper schnappen wir uns in der Dämmerung unsere Reisestühle, eine Flasche Wein und setzen uns ans Wasser. Und da passiert es: erst sind wir uns unsicher, ob wir die Finne im Wasser wirklich gesehen haben. Doch einige Sekunden taucht sie wieder auf und daneben noch eine und noch eine… Ein ganzer Schwarm Delfine tollt im flachen Wasser herum und beschert uns einen wundervollen Abend! Wir sind happy und können unser Glück kaum fassen, dass wir ganz alleine mit den Delfinen sind.

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Das isser!

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Home sweet home

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Wir haben Hunger. Immer!

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Das erste Frühstück am Strand

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Myall Lake National Park

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On the road

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Camperleben: Kochen an der öffentlichen BBQ-Station

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Gern getragen: Die Regenjacke!

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Beruhigend: Spinnenwarnung in Port Macquarie. Man beachte das Exemplar ganz oben rechts. Von der habe ich nun eine bleibende Erinnerung auf der Schulter.

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Ein Nachmittag im Koala-Hospital

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Endlich Sonne in Coeffs Harbour

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Das Ding wäre ein Traum!

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Am Blue-Pool in Yamba

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Yamba

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Und weiter geht’s nach Byron Bay!

Ein Tag auf der Great Ocean Road – von Melbourne nach Port Campbell

Melbourne ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Trip auf der Great Ocean Road (GOR), die sich rund 250 km entlang der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford schlängelt. Mit drei anderen Backpackern haben ich mir für einen Tag ein Auto gemietet und wir sind die GOR bis zu den zwölf Aposteln abgefahren. Und es hat sich absolut gelohnt! Heather und John hatten mich mit allen möglichen Tipps ausgestattet, denn mein Wunsch war für diesen Tag Kängurus und Koalas live zu erleben.

Auf dieser Strecke ist der Weg das Ziel. Wir fahren die gewundene Küstenstraße entlang und ich kann kaum den Blick von dem beeindruckenden Panorama abwenden, das sich mir bietet. Schroffe Klippen, brausendes Meer und der Wind, der an den Gumtrees zerrt. Und immer wieder lässt sich die Sonne blicken und taucht die Szenerie gleich in ein ganz anderes Licht. Dann scheint das Meer nicht mehr grau und düster, sondern zeigt alle Nuancen von Blau und Grün, die man sich vorstellen kann.

Unser erster Stopp ist der Golfplatz in Anglesea. Eigentlich nicht wirklich mein Ding, aber auf diesem soll es Horden von Kängurus geben. Und nach einigen Metern, die wir über das heilige Grün stapfen, sehen wir sie. Mindestens 20 graubraune Kängurus, die lässig auf dem Gras liegen oder essen. Wir kommen bis auf ein paar Meter ran und ich bin ganz selig. Ein weiterer Haken auf meiner imaginären Bucketlist!

Weiter geht‘ s nach Aireys Inlet, dort steht der Split Point Leuchtturm und wir haben einen wunderbaren Blick auf den Eagle Rock und Table Rock, die vor uns im Meer ruhen. Ein paar Kilometer weiter entdecken wir ein Pärchen am Straßenrand, das gebannt in einen Gumtree starrt. Für mich ganz klar: Da muss ein Koala drin sitzen! Und genau so ist, ich sehe das erste Mal in meinem Leben einen Koala und das auch noch in freier Wildbahn. Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe: Sein graues Fell tarnt ihn gut in der Astgabel, seine weiß-grauen Puschelohren und die schwarze Nase sind einfach nur zum Dahinschmelzen. Und ich bin nicht die einzige, die andächtig zu diesem kleinen Fellball hinauf starrt. Und gleich ein paar Kilometer weiter in Kennett River erwarten uns noch viele weitere Koalas in den Baumwipfeln. Am Ende haben wir an diesem Tag mehr als 20 entdeckt. Ein ganz großer Haken auf der Bucketlist!

Immer noch ganz beseelt steigen wir wieder ins Auto und nach den Koalas können uns die Massen von Kakadus in Apollo Bay nicht mehr ganz so sehr begeistern – aber immer noch toll, die Vögel nicht im Zoo sondern auf der Strandpromenade zu beobachten. Nach Apollo Bay bietet uns die Great Ocean Road auch noch was ganz anderes: den Maits-Rest-Regenwald im Great-Otway-Nationalpark. Das ist das komplette Kontrastprogramm und wir streifen durch einen dichten Wald mit mannshohen Farnen und über 300 Jahre alten riesigen Bäumen.

Na, und dann erwartet uns zwischen Princetown und Port Campbell das touristische Highlight der GOR: Die zwölf Apostel. Eigentlich sind es nicht wirklich zwölf und von der Aussichtsplattform können wir und zahlreiche andere Touristen auch nur sieben davon erspähen. Aber der Blick auf die Brocken ist wirklich toll. Leider guckt die Sonne da nur einige Minuten hervor, doch die Stimmung ist vielleicht gerade dadurch besonders, fast ein bisschen mystisch…

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Känguru-Mama mit kleinem Joey im Beutel

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Split Point Leuchtturm

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Aaaaah – mein erster Koala

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Kakadu in Apollo Bay

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Maits-Rest-Regenwald

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Ein Hauch von Sonne, die zwölf Apostel und ich

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Melbourne – von tollen Menschen und Spinnen, die Pläne umwerfen

Meine Australien-Abenteuer startete mit einem 36-stündigen Flugmarathon: am Donnerstagvormittag verabschiedete ich mich von Ben in Chiang Mai und  flog nach Bangkok. Von dort ging es weiter nach Singapur. An dem wohl schönsten Flughafen, den ich kenne, verbrachte ich eine kurze Nacht um dann am nächsten Morgen nach Bali zu fliegen. Nach ein paar Stunden Aufenthalt dort ging es in den letzten Flieger, der mich dann letztendlich am späten Freitagabend nach Melbourne brachte.

Dort wurde ich von Heather und John empfangen, einem wunderbaren Paar, das sich sehr spontan angeboten hatte, mich ein paar Tage bei sich aufzunehmen. Nach kurzer Fahrt kamen wir dann in ihrem sehr schönen Haus in Melton an und ich war ziemlich überwältigt als ich mein Zimmer mit eigenem Bad sah. Nach Wochen in den unterschiedlichsten Unterkünften, in denen ich mir meist das Zimmer und das Bad teilen musste, war das ein unglaublicher Luxus!

Eigentlich wollte ich in Melbourne nur ein paar Tage bleiben und dann weiter nach Sydney ziehen. Doch es kam mal wieder alles anders als geplant… Heather und John machten mir meinen Start in Australien mit ihrer herzlichen Art sehr einfach und ich fühlte mich von der ersten Sekunde als Familienmitglied. Mit den beiden ging es für mich auch gleich an meinem zweiten Tag auf den Esplanade-Markt ins tolle St. Kilda und danach nach Philip Island, wo ich endlich die ersten Wallabees sehen konnte. Aber das Highlight auf Philip Island ist neben der wunderbaren Landschaft die berühmte Pinguin-Parade, bei der wir hunderte Pinguine beobachten konnten, wie sie nach einem Tag auf dem Meer zurück ans Ufer kamen und sich auf den beschwerlichen Weg zu ihren Nestern auf der Insel machen. Einfach herzerweichend die kleinen Kerle da rumwatscheln zu sehen!

In den kommenden Tagen hielt mich mein Sightseeing-Programm in der City auf Trab: rauf auf den Eureka-Tower und Melbourne aus dem 88. Stock auf den Kopf gucken, am Yarra-River entlang schlendern, die berühmte Flinders-Station bewundern, in tollen Cafés in Fitzroy sitzen, die Andy Warhol und Ai Wie Wei-Ausstellung im NGV besuchen, mit der Cirlce Tram durch den CBD fahren, einem Vormittag auf dem Queen Victoria Market verbringen,  die tausenden Graffitis in der Hosier Lane bewundern und einen Tag im wunderschönen Botanischen Garten liegen. Bei einer „Free Walking-Tour“ (kann ich nur empfehlen) ging es für mich drei Stunden durch die Stadt und unser Guide zeigte uns viele versteckte Ecken und wusste ganz viel über die Geschichte von Melbourne zu berichten.

Tja, und dann habe ich nach einer Woche noch eine ganz andere Seite der Stadt kennengelernt: Das Krankenhaus! Wie sich herausstellte, wurde ich im Botanischen Garten von einer Spinne (wen es interessiert: war laut des Arztes eine White Tail Spider) gebissen und das Ganze entwickelte sich zu einer sehr schmerzhaften Erfahrung. Mir wurde ein Abszess aus dem Schulterblatt geschnitten und somit verlängerte sich mein Aufenthalt bei Heather und John einfach mal und ich blieb letztendlich zweieinhalb Wochen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden für all ihre Hilfe und Unterstützung bin. Vielleicht hätte ich an diesem Punkt sonst wirklich ein Rückflugticket gebucht! Meine davor schon vorhandene Spinnenangst hat der Biss nicht unbedingt gemindert und nun scanne ich wirklich jeden Raum, jeden Weg, jedes Auto, jede Bank auf die achtbeinigen „Monster“.

Eine wunderbare Erinnerung an die Zeit in Melbourne bleibt das Family-BBQ, das ich mit meinen „australischen Eltern“ besucht habe:  Rund 20 Familienmitglieder und Freunde fanden sich auf der Farm von Lindsey in Mount Doran ein und verbrachten einen schönen Abend mit tollem Essen, Bier und Marshmallows am Lagerfeuer und jeder Menge spannender Gespräche. Mit das Größte für mich war die Fahrt auf dem Polaris Ranger über das endlose Farmgelände und an Horden von Kängurus vorbei.Und nachdem wir die Kiddies ausgeladen hatte, zeigte mir Lindsey, wie schnell das Ding wirklich fahren kann und wir brausten mit 100 km/h die Feldwege entlang.

In manchen Punkten hätte mein Start in Australien zwar etwas leichter sein können. Doch mit so tollen Menschen an meiner Seite ging das dann trotz der Hürden ganz gut und ich werde Melbourne Dank Heather und John in sehr guter Erinnerung behalten und hoffe, irgendwann zurückzukommen.

 

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Esplanade-Market in St. Kilda

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Luna Park in St. Kilda

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Meine wunderbaren Gasteltern Heather und John

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Beach-Boxes in Brighton Beach

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Picknick auf dem Weg nach Philip Island

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Philip Island

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Kaum zu erkennen, aber er ist drauf: einer Pinguine auf Philip Island

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Flinders Station in Melbourne

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Das Ausstellungsgebäude der Weltausstellung

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Tolle Graffitis gibt es in Melbourne an vielen Ecken

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Die Block-Arcade

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Die Skyline entlang des Yarra

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Auszeit im Botanischen Garten

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Raven – meine beste Freundin auf dem BBQ

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Lindsey’s Schafe kamen zum Knuddeln

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Die Fahrt im Polaris war ein Spaß

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BBQ in Mount Doran

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Go! Seek! Aber wirklich Happy?

7 Länder, 11 Flüge, über 25 Orte und 122 Tage liegen zwischen meiner Abreise vor genau vier Monaten und dem heutigen Tag. Der richtige Zeitpunkt um mal ein kleines Resümee zu ziehen. Die letzten Monate waren die außergewöhnlichsten meines bisherigen Lebens, ich war an Orten, die ich noch  nie besucht habe, ich habe Menschen kennengelernt, die nicht mehr wegzudenken sind, ich habe tausend wunderschöne Momente erlebt. Ich habe aber auch traurige Momente erlebt und Enttäuschungen, die mir mal wieder gezeigt haben, auf welche Menschen ich mich wirklich in JEDER Situation meines Lebens verlassen kann und welche doch nur eine Gastrolle gespielt haben.

Und nach vier Monaten tut eines immer noch verdammt weh – das Verabschieden. Eine solche Reise bedeutet eigentlich  sich ständig zu verabschieden: Von Menschen, von Orten, von Gewohnheiten. Das ist kein Zuckerschlecken und ich habe mich bis heute nicht daran gewöhnt. Wahrscheinlich werde ich das auch nicht mehr. Ich verbinde mit jedem Menschen, den ich in den letzten Monaten getroffen habe Erlebnisse, Erinnerungen, Gefühle.

Manchmal sitze ich in einem Café, höre ein Lied und meine Gedanken sind nicht mehr im Hier und Jetzt. Sie driften ab, ich sehe meinen  wunderbaren Travel-Soulmate, für den ich so dankbar bin und der nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken ist, und mich mit dem Roller und einem breiten Grinsen auf dem Gesicht an Balis Küste, in Thailands Urwäldern oder auf einer der vielen Inseln rumbrausen, Gin Tonic trinken und im Meer schwimmen. Oder ich sehe Mascha und mich ein ganz besonderes Silvester feiern und in leichter Hysterie Monsterspinnen, Kakerlaken und Ratten bekämpfen. Oder meine Tauchbuddies Raphi und Daniel, die ich immer mit meiner ersten Taucherfahrung verbinden werde. Oder Steve und Neil, mit denen ich lange Partynächte im Old Man’s auf Bali verbracht habe und das Katerfrühstück am nächsten Morgen geteilt habe. Oder Gede und Kadek, die mir mit ihrer wunderbaren Hochzeit eine unvergessliche Erinnerung beschert haben. Und die wahrscheinlich wichtigsten Menschen der letzten Wochen, Heather und John, die mich als völlig Fremde so warmherzig und offen in ihrer Familie aufgenommen haben und all den Mist rund um meinen Spinnenbiss mit mir durchgestanden haben.

Eine solche Reise ist etwas sehr besonderes, sie kostet aber auch echt viel Kraft. Dafür bekommt man auch einiges geboten, doch kann ich jedem versichern, Probleme fühlen sich auch mit Strand, Sonne und sommerlichen Temperaturen nicht besser an. Und ja, es gibt sie auch im Paradies. Und wisst Ihr was das Lustige ist? Es sind eigentlich die gleichen, die man auch zu Hause hat. Natürlich fallen ein paar der Themen aus dem alltäglichen Leben raus, dafür kommen andere aus dem Alltag der Reisenden dazu. Nicht falsch verstehen, ich bin immer noch froh, diesen Schritt gewagt zu haben, aber es heißt nicht, dass ich nun zwölf Monaten von all dem Mist, der uns so belastet, entbunden bin. Ich laufe nicht tagtäglich nur mit breitem Grinsen durch die Welt, auch wenn es auf vielen Bildern so aussieht. Soviel Selektion will ich mir auf meinem eigenen Blog aber schon vorbehalten. Doch die anderen Bilder gibt es auch…

In den vergangen Wochen gab es für mich ein paar Momente, in denen ich ernsthaft darüber nachdachte, nach Hause zu fliegen. Nicht, weil ich Heimweh habe, sondern vielmehr weil mir vielleicht die Alternative fehlte. Und es ist meinen sehr engen Freunden zu verdanken, dass ich heute in Australien und nicht in Deutschland bin. Unzählige Gespräche, nächtliche Telefonate, tausende Nachrichten haben mich abgehalten meinen Rückflug zu buchen! Ich kann Euch eigentlich nicht genug danken, dass Ihr das immer wieder mitmacht, Ihr seid schon toll. Ich freue mich heute schon jeden Einzelnen von Euch früher oder später wieder in die Arme schließen zu dürfen…Bild für Post

Heiraten auf balinesisch – Gede traut sich!

Eine traditionelle balinesische Hochzeit – nix, was man als Tourist einfach so mitbekommt. Ich hatte das große Glück, auf die Hochzeit von Gede und seiner Frau Kadek eingeladen zu werden. Gede ist der Sohn unserer Homestay-Mama gewesen und wir beobachten schon 1,5 Wochen vor der eigentlichen Zeremonie die Vorbereitung zur großen Feier. Diese dauerte drei Tage und war ein echtes Spektakel! Freunde und Familienmitglieder versammelten sich jeden Tag auf dem Gelände des Homestays um Opfergaben vorzubereiten, Blumenschmuck zu arrangieren  und das Essen für die Feier vorzubereiten. Und da sind wir auch gleich am zentralen Punkt der balinesischen Hochzeit: das Essen steht neben dem Brautpaar klar im Mittelpunkt.

Am Freitag begannen die Festlichkeiten mit einem kleinen Buffet für alle. Als wir langsam morgens alle aus unseren Zimmern raus schlappten um zu frühstücken, wurden wir sofort angehalten uns unbedingt am Buffet zu bedienen. Das ging letztendlich drei Tage so! Ab morgens bis spät in den Abend gab es Unmengen von Essen und aus Höflichkeit aßen wir eigentlich auch den ganzen Tag. Gut, es gibt natürlich Schlimmeres!

Selbstverständlich bestand die dreitägige Hochzeit nicht nur aus Essen. Täglich gab es verschiedene Zeremonien und diese gipfelten dann darin, dass wir alle am Montag in traditionelle balinesische Gewänder gekleidet wurden und mit den rund 200 Gästen zum Elternhaus der Braut gefahren wurden. Dort trafen wir auf Kadeks Familie und es gab, natürlich, ein Riesenbuffet bevor das Brautpaar in einer kurzen Zeremonie gesegnet wurde. Danach setzte sich der gesamte Tross in Bewegung und es ging zurück zu Gedes Elternhaus, wo das nächste, noch größere Buffet auf uns wartete und die nächste Segnung des Paares durch einen Geistlichen auf dem Plan stand.

Diese drei Tage waren einfach unglaublich zu beobachten. Was bei uns ein Job für den Hochzeitplaner ist, übernahm hier komplett die weitläufige Verwandtschaft. Jeder packt mit an und hat seine Aufgabe, da erscheinen die Vorbereitungen einer deutschen Hochzeit als eine wirklich einsame Sache. Dieser Zusammenhalt hat mich schwer beeindruckt. Auch der ganze Prunk, die Farben der Festkleider und das Schönheitsideal sind ein ganz anderes als wir es kennen. Gede trug, wie es Tradition ist, zu seinem Sarong mehr Make Up als ich es jemals in meinem Leben getan habe. Die beiden waren ein wunderschönes Paar und es war ein bisschen wie im Märchen. Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil dieser wundervollen Hochzeit sein durfte – sicherlich etwas, was mir lange im Gedächtnis bleiben wird!

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Die Hochzeitsvorbereitungen

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Bereits auf der Straße soll jeder erkennen: Hier wird geheiratet!

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Hammer T-Shirt, Gede!

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Kadek und Gede am ersten der Feierlichkeiten bei der Zeremonie

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Bereits etwas müde an Tag 2

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Jeden Tag ein anderes Outfit

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Das Brautpaar im traditionellen Hochzeits-Gewand

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Gede mit seiner Mutter


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Die Homestay-Familie in traditioneller balinesischer Kleidung mit dem Brautpaar

Gunung Batur (Mount Batur) – Der Vulkan, der mir meine Grenzen zeigte

Punkt 2:15 am Morgen kroch ich mehr als müde in den Minibus, der mich und andere Reisende zum Mount Batur bringen sollte. Die Fahrt dauerte aufgrund der schlechten Straße rund 1,5 Stunden und wir waren um kurz vor vier am Treffpunkt um den 1.717 Meter hohen Vulkan, der 2000 das letzte Mal ausbrach, zu besteigen. Unsere Guides Made und Whoopy nahmen uns im Empfang und dann begann auch schon, ausgestattet mit Taschenlampen, der zweistündige Aufstieg in der kompletten Finsternis. Zunächst über angenehme Wege mit leichter Steigung, doch bereits nach einer viertel Stunde wurde der Aufstieg anspruchsvoller: die Wege voller Lavageröll brachten uns zum Stolpern, ich suchte Halt an den Felswänden und rutschte doch immer wieder. Nach dem wir uns rund eine Stunde, alle bereits leicht schnaubend, den Berg hochgeschoben hatten, wurde der Weg noch schlechter. Was dann folgte, klassifiziere ich Unwissende als Bergsteigen. Und darauf war ich definitiv nicht vorbereitet.

Der Aufstieg wurde steiler und steiler, das Geröll sorgte nun kontinuierlich dafür, dass ich rutschte und mich immer wieder an Felsen festklammern musste, um nicht den Halt zu verlieren. Man beachte: das alles natürlich in kompletter Finsternis. Das war letztendlich aber auch besser so, denn hätte ich den steinigen Weg sehen können, hätte ich kapituliert. Kurz darauf tat das dann aber in Ansätzen mein Körper: mir wurde übel und schwindelig, ganz zu schweigen von den zitternden Beinen. Ich ließ mich langsam von meiner eigentlichen Gruppe zurückfallen, um sie nicht zu bremsen. Bei mir blieb Agus, ein 13-Jähriger Balinese, der auf dem Gipfel des Vulkans jeden Morgen Getränke verkauft, bevor er dann gegen 6:15 Uhr wieder ins Tal steigt, um pünktlich um 7:00 Uhr in Schule zu sitzen. Ja, bei so einer Geschichte fühlt man sich als schwitzende und schnaufende deutsche Touristin wirklich ganz wunderbar.

Irgendwann war klar, ich konnte nicht mehr. Meine Beine weigerten sich weiterzugehen, ich setzte mich auf einen Felsen und war damit zufrieden, den Sonnenaufgang nun eben von unterwegs und nicht auf dem Gipfel zu sehen. Doch Agus ließ nicht locker, blieb bei mir und sprach mir gut zu. Genauso wie die Jungs aus Manchester, die ich zuvor überholt hatte und die nun an mir vorbei zogen. Also ging es weiter, in meinem eigenen Tempo und so war ich rund 20 Minuten später auf dem Vulkan angelangt. Ein absoluter Hammer-Moment, denn ein paar Minuten später bahnte sich die aufgehende Sonne über dem Lake Batur ihren Weg durch den Nebel.

Die vielen Reisenden um mich herum und ich beobachteten das Spektakel gebannt und bemerkten zunächst die Affenbande nicht, die sich heranschlich um Essen zu erbetteln. Ich bemerkte den Affen neben mir eigentlich erst in dem Moment als er in meinen Rucksack griff. Erschrocken drehte ich mich um und in dem Moment biss mir das „freundliche“ Tierchen in den Arm. Die Tollwut-Impfung hat sich also bereits nach sechs Tagen Weltreise gelohnt.

Erstmal oben angekommen, war der Vulkan wirklich sehr beeindruckend: Der tiefe Krater, der heiße Dampf, der aus den Felsritzen strömte, die tief in den Berg hineinlaufende Höhle mit jeder Menge Fledermäusen. Einfach toll!

Der zweistündige Abstieg war dann fast ein Kinderspiel und um zehn saß ich fix und fertig aber glücklich auf meiner Terrasse und freute mich über das tolle Omellete, das es zum Frühstück gab. Und morgen ist dann endlich das Spa dran – Buddha-Package mit allem Gedöhns und Chakra Balance. Ich bin gespannt…

Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich sehen

Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich sehen

Der Sonnenaufgang über den Lake Batur

Der Sonnenaufgang über den Lake Batur

Fix und alle, aber happy!

Fix und alle, aber happy!

Blick ins Tal und das Lavafeld

Blick ins Tal und das Lavafeld

Der Abstieg ins Tal

Der Abstieg ins Tal

Bali – es könnte Liebe werden

Nach langen 20 Stunden bin ich am Montagnachmittag auf Bali angekommen. Ich gebe zu, ich hatte große Erwartungen, konnte mir vorstellen, dass die Insel einer dieser Orte ist, an denen ich mich sofort wohl fühle. Und da die Erwartung so hoch war, hatte ich ein wenig Angst, dass Bali mich vielleicht enttäuscht. Vor meiner Reise habe ich tausende von Blogs gelesen, um mich neben der klassischen Reiseliteratur auf meine Ziele vorzubereiten. Neben sehr vielen begeisterten Berichten über die indonesische Insel, stieß ich aber auch immer mal wieder auf kritische Stimmen: „überschätzt“, „vollgemüllt“, „Ballermann der Australier“ hieß es zum Beispiel da. Also versuchte ich meine Vorfreude etwas zu dämpfen.

Nun bin ich bereits ein paar Tage auf Bali und kann nur sagen: Alles Quatsch – Bali ist fantastisch! Nach meiner Ankunft ging es als erstes nach Canggu, ein Ort an der Westküste, kurz hinter Kuta. Dort hatte ich ein nettes Zimmer in einem schönen balinesischen Haus mit Pool, Außenküche und Wohnzimmer im Freien gemietet. Wunderbar! Am ersten Abend habe ich es noch in den Supermarkt geschafft und mir das Lebenswichtige besorgt: Bintang (lecker, asiatisches Bier), Wasser, Obst und Chips. Auf dem Rückweg hab ich noch einen kleinen Stop bei einer Garküche (Warung) eingelegt und das tollste Nasi Goreng meines bisherigen Lebens verdrückt. Wieder zurück zu Hause bin ich mit Bier und Chips in den Pool gestiegen und habe die letzten Tage an mir vorüber ziehen lassen.

Gerade fühlt es sich alles noch wie ein klassischer Rucksack-Urlaub an und mein Kopf hat immer noch nicht realisiert, dass weder mein nächster Flug und noch der übernächste mich zurück nach Deutschland bringen werden.  Bis das wirklich bei mir angekommen ist, wird es noch einige Zeit dauern.

Der zweite Tag auf Bali begann mit Jetlag – um 4:00 Uhr war ich hellwach. Das hatte aber auch Vorteile: meine Freunde waren absolut begeistert, zu so einer angenehmen Zeit (21:00 in der Heimat) ausführlich mit mir chatten zu können. Nach einem wunderbaren Frühstück im Monsieur Spoon ging es für mich an den Echo Beach, Surfer beobachten, die Gegend erkunden. Als ich am Nachmittag zurück in meiner Unterkunft war, durfte ich am eigenen Leib erfahren, wie sich die Regenzeit in Bali anfühlt. Für eine Stunde schüttete es wie aus Kübeln – im Pool und auf der Terrasse aber ein schönes Spektakel.  Abends ging es mit einem Uber-Taxi (funktioniert hier wirklich grandios) nach Seminyak ein bisschen Bummeln und Menschen schauen. Die tollen Cafés, Restaurants und Läden sind wirklich beeindruckend. Alles so aufgezogen, dass man sich als Expat nur wohlfühlen kann.

Heute habe ich mein nächstes Ziel auf Bali angesteuert: das zentral im Inneren gelegene Ubud. Das Ubud, durch das Julia Roberts in EAT PRAY LOVE stromert. Die Stadt ist das Zentrum des „Healthy Living“ – viele tolle, teils vegane Restaurants, Yogastudio an Yogastudio, alles umgeben von traumhaften Reisterrassen und vielleicht alles ein bisschen esoterischer als für mich gut. Mein B&B liegt zentral in Monkey Forest Road und ist in dem Trubel eine wahre Oase. Auf der Straße reiht sich ein Warung ans andere, Shops und Cafés fehlen auch nicht. Hier lässt es sich absolut aushalten. Ubud ist ausgelegt auf Touristen, aber auf solche, die Yoga, Meditation, „Clean Eating“ über Party, ausgelassenes Treiben in Bars usw. stellen.

Der erste Tag in Ubud liegt hinter mir und ich habe schon ein bisschen was gesehen: Den Ubud Palace (Puri  Saren Ubud), den Seerosen im Garten des Saraswati Tempels und ein erster Spaziergang durch die Reisfelder. Morgen steht der Monkey Forest auf dem Plan und ich möchte ein paar Ausflüge in die Umgebung machen. Und als richtiges Mädchen suche ich mir morgen auch noch ein richtig schönes Spa aus und lass es mir gut gehen…

Auf dem Weg von Canggu zum Strand

Auf dem Weg von Canggu zum Strand

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Old Man's - Eine der Beach-Bars, in der man gewesen sein soll

Old Man’s – Eine der Beach-Bars, in der man gewesen sein soll

Mein Air BnB-Zuhause in Canggu

Mein Air BnB-Zuhause in Canggu

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Im Garten

Im Garten

Frühstück im Canggu Café

Frühstück im Canggu Café

Blick von meiner Terrasse in Ubud

Blick von meiner Terrasse in Ubud

Ubud

Ubud

Saraswati Tempel

Saraswati Tempel

Seerosenteich im Saraswati Tempel

Seerosenteich im Saraswati Tempel

Spaziergang in den Reisfeldern

Abschied – Aufbruch – Ankommen?

Über  zwölf Monate habe ich auf den morgigen Tag gewartet und jetzt ist er da: Es trennen mich nur noch wenige Stunden vom  Abschied nehmen! Ich nehme Abschied von meinen Freunden, meiner Familie, ja von meinem ganzen gewohnten Leben und breche zum größten Abenteuer meines bisherigen Lebens auf. Ich starte meine Weltreise und möchte in den kommenden zwölf Monaten  einige der schönsten Orte der Erde zu bereisen. Und das immer mit dem Sommer!

Ein grober Plan steht, doch ob es dabei bleibt, werde ich erst in den kommenden Monaten wissen. Morgen bringt mich mein Flieger mit Zwischenstopp in Hongkong zur ersten Etappe der Reise: Bali!

Ich freue mich riesig und habe mich mit EAT PRAY LOVE (in Film- UND Buchform) bereits in die richtige Stimmung gebracht! Bali schien mir perfekt als erstes Ziel – ein sanfter Start ins Abenteuer – bevor ich Ende November nach Myanmar fliege.  Nun bin ich gespannt auf die indonesische Insel und freue mich auf Sonne, Meer, Radtouren durch die Reisterrassen (ja, ja, vielleicht doch den Film ein, zwei Mal zu oft gesehen), tolles Essen und viele Begegnungen mit spannenden Menschen.

Die letzten Wochen waren schwer und haben mich viel Kraft und Energie gekostet. Den Job kündigen, die Wohnung ausräumen, das Auto verkaufen, den Lieben „Auf Wiedersehen“ sagen und das eigene Leben in einen 65L-Rucksack packen. Ich weiß, für was ich es tue, doch Zweifel kamen in den letzten Wochen immer wieder auf: Habe ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Ist das Ganze nicht vielleicht doch eine Nummer zu groß für mich? Ist das Risiko ein „sicheres“ Leben in Deutschland aufzugeben nicht viel zu hoch?

Doch in diesen Momenten muss ich mich einfach selbst daran erinnern, warum ich diese Reise JETZT mache. Nach dem Abitur oder dem Studium war ich noch nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich war nicht so selbstsicher, hätte mir sowas nicht zugetraut und das Reisefieber hatte mich noch nicht gepackt. Jetzt ist vieles anders! Ich bin seit Jahren überzeugter Anhänger meiner eigenen „Zeitfenster-Theorie“: Für fast alle Entscheidung im Leben gibt es ein Zeitfenster, das sich irgendwann schließt und man muss die Chance ergreifen, solange sie sich bietet. Und mein ganz persönliches Zeitfenster für eine Weltreise wird sich in absehbarer Zeit schließen. Deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt um aufzubrechen! Und vielleicht steht am Ende der Reise ein „Ankommen“?

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