Maui – Du warst so gut zu mir!

Nico und Philipp sind weg, ich bin erstmal etwas verloren und vermisse sie schon jetzt. Mein Hostel ist in Lahaina und ich erkunde den kleinen Ort erneut, denn hier war ich schon mal mit den Zweien. Ich mag den Ort und fühle mich auch gleich sehr wohl in meinem neuen Zuhause. Das Hostel besteht aus zwei Häusern und ich bin in im Bungalow untergebracht – ein klassisches Einfamilienhaus mit schönem Garten, ein paar Zimmern, einer großen Küche und einem gemütlichen Wohnzimmer. Dort lerne ich auch gleich John kennen, der als Volunteer im Hostel arbeitet und die Touren leitet, die das Hostel für seine Gäste anbietet. Er stammt aus dem Iran, hat vor rund acht Jahren sein Leben komplett geändert und reist seitdem um die Welt. Seine Geschichte beeindruckt mich sehr und es zeigt mir mal wieder, dass man eigentlich keine Angst davor haben muss, alles aufzugeben und seinem Traum zu folgen – irgendwie fügt sich alles.

Schnorcheln, Chillen, Grillen – Islandlife auf Maui

Gleich am nächsten Tag nehme ich an einer von Johns Touren über die Insel teil. Es geht zum Schnorcheln an zwei nahgelegene Strände und ich breche an diesem Tag meinen persönlichen Schildkröten-Rekord: Ich sehe mehr als 26 Stück an einem Tag, schwimme mit ihnen und bin mal wieder von diesen Tieren fasziniert. Abends geht es mit neuen Freunden zum BBQ, es gibt Surf `n Turf (Steak und Prawns sind im Supermarkt unschlagbar billig), wir sitzen im Garten, trinken  Bier und singen begleitet von einer Gitarre. Das ist der Moment, in dem ich spüre, dass ich länger in Lahaina bleiben will. Ich werfe meine Pläne noch weitere Inseln zu besuchen, über den Haufen und fühle mich auf einmal richtig befreit, denn darüber habe ich mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht.

Nächster Haken auf der Bucketlist: Whalewatching

Am nächsten Morgen erfülle ich mir einen Traum und hake meine Bucketlist weiter ab: ich fahre zum Whalewatching! Ich habe Glück, denn die Saison neigt sich dem Ende und die Wale machen sich auf den Weg Richtung Alaska. Nach rund einer Stunde ist es soweit: unser Kapitän entdeckt eine Wal-Kuh mit ihrem Kalb! Ich bin hin und weg und kann es nicht fassen, dass ich das so nah miterleben darf. Das Baby schwimmt auf dem Rücken seiner Mutter, dreht sich immer wieder, zeigt uns seinen hellen Bauch und spielt mit den eigenen Flossen. Einfach wunderschön!

Am Nachmittag nehme ich mein Rad in Empfang, dass mir John für die kommenden Tage organisiert hat und cruise damit durch Lahaina, die Front Street entlang zu den Stränden im Norden, Musik auf den Ohren, durch und durch happy und frei. Ein wunderbares Gefühl. In den kommenden Tagen lerne ich auf den Touren des Hostels immer mehr und mehr tolle Menschen kennen. Mit Theresa, Tina, Joel, Ken und Javier lerne ich die Insel nochmal von einer ganz anderen Seite kennen. Wir schnorcheln, schwimmen unter abgelegenen Wasserfällen, springen von Klippen ins Meer, laufen durch den Dschungel, liegen am Strand und kochen gemeinsam.

Sonnenaufgang auf über 3.000 Metern

Das sind auch die Menschen mit denen ich mich zu einer unchristlichen Zeit auf den Weg mache um den Sonnenaufgang über dem Vulkan Haleakala („Haus der Sonne“) anzuschauen. Nach wenigen Stunden Schlaf quälen wir uns um 2:30 am Morgen aus dem Bett. Der Vulkan liegt knapp zwei Auto-Stunden von Lahaina entfernt und wir wollen vor dem Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein. Im Dunkeln fahren wir die Serpentinen im Schneckentempo hoch und gelangen schließlich zum Eingang des Nationalparks, vor dem wir uns hinter die anderen wartenden Autos einreihen  um das Eintrittsgeld zu bezahlen. Danach fahren wir die letzten Meter bis zur Spitze des Vulkans (wir sind in Amerika, es sind also keine „unnötigen“ Fußmärsche zurückzulegen).

Bereits auf der Fahrt nach oben sehen wir auf dem Thermometer, wie die Temperatur rapide fällt. Oben angekommen steigen wir bei -1 Grad und eisigem Wind aus dem Auto und sind mehr als dankbar, dass wir uns richtig vorbereitet haben. Mit Decken, langen Hosen, Regenjacken und Schal sind wir besser ausgestattet als viele andere. Wir ergattern einen Platz direkt am Kraterrand (mit einem Umfang von 34 km übrigens einer der größten der Welt), kuscheln uns unter der Decke zusammen und warten, bis das Spektakel beginnt. Und das, was sich uns einige Minuten später darbietet, ist einfach nur wundervoll: Ganz langsam verfärbt sich der Himmel lila, pink und rosa bevor sich die glutrote Sonne hervorschiebt und sich bald die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über den Horizont bahnen. Trotz der vielen Besucher herrscht andächtige Stille und wir lauschen dem Parkranger, der die Sonne mit hawaiianischem Gesang begrüßt. Mir läuft in diesem Moment ein Schauer über den Rücken und ich bin mehr als glücklich, dieses Naturschauspiel erleben zu dürfen. Für noch mehr Gänsehaut sorgt „Over the Rainbow“, dass wir begleitet von der Ukulele, anstimmen.

Für mich war dieser Morgen ein ganz besonderer und ich bin glücklich ihn dort mit diesen Menschen verbracht zu haben, denn es war der Todestag meines Papas und es hat sich richtig und gut angefühlt, dem Himmel in diesem Moment so nah zu sein.

Maui hat mein Herz erobert

Die Zeit auf O’ahu und Maui hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und ich bin froh, die Entscheidung getroffen zu haben, Neuseeland Neuseeland sein zu lassen und nach Hawaii zu fliegen. Diese Inseln habe absolut zurecht den Ruf eines Paradieses und ich hoffe, ich kehre eines Tages zurück. Aber es wird sicherlich anders, denn letztendlich war es nicht nur Hawaii, das mein Herz erobert hat, sondern auch die Menschen, die ich dort getroffen habe.

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Die Maui-Familie

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John – wie immer lachend!

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Mein Hostel – das Lahaina Last Resort

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Zum Sonnenuntergang auf dem Dach des Hostels

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Verwackelt, aber glücklich…

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Hawaiianische Nacht im Hostel

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Mein geliebtes Fahrrad – mit pinken Reifen!

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Maui ist soooo schön

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Schildkröte, John und Theresa

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Ein Tag am Wasserfall – bei Regen

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Klassischer Mädelseinkauf

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Auf dem Haleakala zum Sonnenaufgang

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Theresa und ich auf dem Vulkan

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O’ahu – Endlich Hawaii….

Nach einem neunstündigen Flug kam ich aus Brisbane morgens um 6:00 auf Hawaii, genauer gesagt auf O‘ahu an. O´ahu ist die dichtbesiedelste der acht Hauptinseln und auch die touristischste. Sie bietet mit Waikiki-Beach in Honolulu einen der bekanntesten Strände der Welt.

Die Surfer am Waikiki-Beach beobachten, durch Honolulu streifen, den Hula tanzen und das wahre Aloha erleben – diesen Traum von Hawaii habe ich Jahre lang gehegt. Wenn ich an die Inselgruppe im Pazifischen Ozean dachte, breitete sich ein warmes Gefühl in mir aus und ich wusste, dass das einer dieser Orte ist, der Wunderbares für mich bereit hält. Und so war es letztendlich auch. Nach meiner Ankunft treffe ich mich mit Philipp, mit dem ich die nächsten 10 Tage auf Hawaii reisen werde. Wir planen die nächsten Tage auf der Insel und wollen danach gemeinsam nach Maui fliegen.

Waikiki-Beach – Schaulaufen in Honolulu

Mein erster Eindruck von dem berühmten Waikiki-Beach ist toll, ich genieße den Trubel um mich rum, fühle mich fast etwas Zuhause, denn es ist ganz offensichtlich Amerika und all die Ketten, die ich vom Festland kenne, gibt es natürlich auch hier. Philipp und ich streifen über den Boulevard, gucken uns die Reichen und Schönen um uns herum an, springen ins Meer und genießen die Atmosphäre dieses weltberühmten Strandes. Am nächsten Morgen sammeln wir Nico ein und somit ist unsere Truppe für die kommenden zehn Tage komplett. Wir brausen mit unserem Mietwagen (Strike! Wir freuen uns mächtig über das Upgrade) an diesem Tag zunächst die Westküste entlang.

Gänsehaut bei 30 Grad in Pearl Harbor

Unser erster Stopp ist Pearl Harbor! Für mich war klar: wenn ich schon auf O´ahu bin, wollte ich diesen geschichtsträchtigen Ort auf jeden Fall gesehen haben.  Mir hat es in Pearl Harbor mit all seinen Gedenktafeln und Geschichten rund um den Anschlag der japanischen Marineluftstreitkräfte auf die dort vor Anker liegende US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941 wirklich Schauer über den Rücken gejagt. An diesem Ort kamen damals über 2.400 Menschen ums Leben und rund 1.200 wurden zum Teil schwer verletzt. Sicherlich nicht der fröhlichste Ort auf Hawaii, aber einer, der nachdenklich stimmende Geschichte zum Greifen nahe bietet.

Alleine mit Walen, Albatrossen und Seelöwen am Kaena Point

Weiter geht es für uns die Küste lang zum Kaena Point. Der westlichste Punkt der Insel  ist für den Autoverkehr gesperrt und wir laufen durch ein Naturschutzgebiet bis an die Landspitze. Auf diesem Trail durch Lava-Geröll erfüllt sich einer meiner großen Wünsche: ich sehe einen Buckelwal vor der Küste! Ein Stückchen weiter beobachten wir einen trägen Seelöwen am Strand und bestaunen den Balz-Tanz der dort nistenden Albatrosse. Und das Tollste ist, dass wir hier komplett alleine sind. Keine Touristen um uns herum, nur wir Drei, die dieses Naturspektakel ganz in Ruhe erleben dürfen. Der Sonnenuntergang hier oben ist an einem klaren Tag sicherlich atemberaubend, bei uns war es etwas bewölkt, aber trotzdem wunderschön.

Dead Man’s Catwalk, Hanauma Bay, Nort Shore – O´ahus Ost- und Nordküste

Dead Man’s Catwalk, so heißt einer der spektakulären Aussichtspunkte auf der Insel und der Thrill daran: Er ist eigentlich illegal. Gemeinsam mit Nico und Philipp traue ich mich über das Gate zu klettern, auf dem ganz klar steht, dass der Zutritt verboten ist und man mit einer Geldstrafe rechnen muss. Nach dem rund 20 minütigen Aufstieg erwartet uns von einer kleinen Plattform ein unglaublicher Blick auf die Strände von Kaupo und Waimanalo. Das Wasser ist von hier oben nahezu unwirklich und bietet alle Schattierungen von Hellblau über Türkis bis Dunkelblau. Mir fällt es wirklich schwer diesen Platz wieder zu verlassen, denn die Stille da oben und dieser grandiose Panoramablick sind einfach wunderbar.

Weiter geht es für uns zur Hanauma Bay, die immer als das Schnorchel-Paradies der Insel angepriesen wird. Dafür zahlen wir dann auch 7,50 Dollar Eintritt und müssen uns in einem kleinen Vorführraum mit allen anderen Besuchern ein Schulungsvideo ansehen, wie man sich richtig verhält. Und das muss wirklich jeder! Tja, und was sich mir da unter Wasser kurz darauf bietet, finde ich doch sehr enttäuschend. Also bleiben wir auch nicht lange und fahren die Küste weiter entlang, denn dort reiht sich wirklich ein Traumstrand an den anderen. Und wenn ich von Traumstränden spreche, dann meine ich das genauso: glasklares, türkisfarbenes Wasser, fast weiße Sandstrände gesäumt von Palmen, einfach traumhaft! Meine Favoriten an der Ostseite sind der Lanikai- und der Kailua-Beach, die wirklich alles bieten, was ich mir von tropischen Traumstränden erhoffe!

Auf dem Weg an die  North Shore halten wir selbstverständlich auch an einem der berühmten Shrimp-Trucks, die dort alle paar Meter stehen. Dort bekommt man fangfrische Shrimps, meist lecker mit Knoblauch angebraten, für einen (hawaiianischen!!!) Appel und ein Ei.

Das legendäre Surfer-Mekka an der North Shore, Austragungsort einiger der wichtigsten Surfwettbewerbe,  ist das komplette Gegenteil von Waikiki. Hier surfen die wahren Profis die richtig großen Dinger. Wenn sie ein Barrel surfen und über ihnen im letzten Moment die Wellen zusammenstürzen, sackte mir am sicheren Ufer das Herz in die Hose. Hier türmen sich im Winter Wellen von bis zu 10 Metern auf und ich würde nie freiwillig ins Wasser steigen. Aber den Surfern zuzuschauen ist einfach atemberaubend toll und lässt mich echt andächtig werden.

O’ahu hat mich wirklich absolut positiv überrascht. Ich hatte die Angst, dass sich die Touristen auf der Insel gegenseitig platttreten. Klar, Honolulu ist das pure Touristenprogramm, aber sobald man sich ins Auto setzt und etwas aus der Stadt rausfährt, findet man auch auf O’ahu seine ganz einsamen, wunderschönen Plätze. Next Stop: Maui!

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Meine Hawaii-Männer: Nico, Philipp und Getano

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Unser Auto…

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Pearl Harbor

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Kaena Point

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Albatrosse im Nationalpark

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An der Ostküste

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Der Blick vom Dead Man’s Catwalk

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Auf dem Weg zum Dead Man’s Catwalk

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Die Strände an der Ostküste sind traumhaft

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Die North Shore

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Am Strand gefunden!

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Die Hanauma Bay

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Einer der Shrimp-Trucks 

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Waikiki-Beach

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Auf dem Weg nach Maui!