„Auf Wiedersehen“ San Juan del Sur, „Hallo“ Granada und Ometepe!

Die Nacht meines Geburtstags werden einige von uns so schnell wohl nicht vergessen! Ein Grund dafür ist sicherlich die Verhaftung von Jack, den ich auf der Booze Cruise an meinem Geburtstag kennengelernt habe. Der Australier gerät  mehr als angeheitert spät in der Nacht mit einem Geldautomaten aneinander, der zuvor seine Karte geschluckt hat. Daraufhin hebt Jack das gute Teil aus den Angeln und schmeißt es um! Wie er die Kraft dafür aufgebracht hat, bleibt uns allen ein Rätsel. Auf jeden Fall findet das die Polizei alles andere als lustig und steckt ihn für ganze vier Tage ins Gefängnis. Was er dort erlebt hat, wünsche ich keinem und wir alle haben drei Kreuze gemacht, als er dank des beauftragten Anwalts und einer Zahlung von 4.000 Dollar wieder aus dem Kittchen kam.

An meinem Geburtstag erwartet mich noch ein ganz grandioses Geschenk: Meine wunderbare Freundin Daniela besucht mich bereits das zweite Mal auf meiner Reise! Wir werden die kommenden Tage zusammen verbringen und sie bringt nicht nur heiß ersehnte Geschenke meiner Ma und meiner Freundinnen mit, sondern auch jede Menge Gummibärchen!!!

Sunday Funday – da kommt man in Zentralamerika nicht dran vorbei

Melli und ich gönnen uns keine Pause – am Sonntag heißt es für uns das erste Mal: Auf zum Sunday Funday! Dieser Pool Crawl ist weit über die Grenzen von Nicaragua unter allen Backpackern bekannt und viele reisen extra deswegen in San Juan de Sur an. Wir wollten uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Also, stellen wir uns an einem Sonntagmorgen um 9:00 Uhr brav in die endlose Schlange im Hostel Pacha Mama an, um eines der begehrten Einlassbändchen sowie das legendäre Sunday Funday-T-Shirt zu bekommen. Ab 13:30 Uhr geht’s dann los, in der prallen Sonne sammeln sich hunderte von Backpackern im Innenhof des Hostels, beschmieren sich gegenseitig mit Glitzer oder werfen sich in den Pool. Wenig später setzt sich der Tross in Bewegung zur nächsten Location, dem Anamar, wo wir Glenn und Ross treffen. Das Prinzip des Sunday Funday Pool Crawl ist schnell erklärt: Eine Party in drei verschiedenen Hostels mit Shuttle-Service. Im Anamar geht der ganze Spaß bis zum späten Nachmittag weiter, bevor wir alle auf die Trucks springen und ins Naked Tiger fahren. Das Hostel liegt in den Hügeln und bietet einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang. Da wir alle aber immer noch nicht genug haben, als sich die Party auch da langsam den Ende neigt, geht es für uns zurück in Dorf und in einen der Clubs.

Der nächste Morgen ist hart, drei Tage Dauerparty gehen keinesfalls spurlos an uns vorbei. Melli und ich schleppen uns Montagmorgen in die Sprachschule und geben eine armselige Vorstellung zu unserer letzten Unterrichtseinheit ab. Wir scheinen uns jegliche Spanischkenntnisse am Wochenende weggefeiert zu haben und wissen einfach nix mehr. Unsere Lehrerin nimmt’s mit Humor – sie kennt den Sunday Funday-Hangover von zahlreichen ihrer Schüler.

Adios San Juan del Sur – auf nach Granada

Mit dem letzten Unterricht neigt sich auch unser Aufenthalt in San Juan del Sur seinem Ende. Es fühlt sich richtig komisch an, nach mehr als zwei Wochen unsere Familie und den Ort zu verlassen, doch wir wollen natürlich noch etwas mehr von Nicaragua sehen. Ein paar Tage später geht es für uns mit Dani und Freunden im Leihwagen nach Granada, die drittgrößte Stadt des Landes. Und die Stadt beeindruckt uns mit ihrer Schönheit. Wir schlendern durch die Straßen und sehen uns  die alten, teilweise verfallenen, teilweise wunderbar restaurierten Kolonialbauten an. Die Hitze ist weiterhin schwer zu ertragen für uns und wir suchen den Schatten eines der einladenden Patios, die man von der Straße teilweise nur erahnen kann.

Eine andere Welt auf dem Nicaraguasee – Las Isletas

Nach einer Verschnaufpause geht es für uns an den Nicaraguasee – dort mieten wir ein kleines Boot ganz für uns alleine und lassen uns durch Las Isletas schippern. Die mehr als 365 teilweise winzigen Inseln, durch einen Ausbruch des Mombachos vor tausenden vor Jahren entstanden,  sind manchmal wirklich nur so groß, dass ein Haus, wenn auch ein beeindruckendes, darauf passt. Und diese wunderbaren Häuser gehören den Schönen und Reichen Nicaraguas. Eine der Inseln ist das Zuhause einer Gruppe von Brüllaffen, die man vom Boot aus sehen kann. Ein wenig weiter staunen wir nicht schlecht als direkt vor uns eine Herde Rinder durch den See watet. Sie verlassen ihren Weideplatz, um das frische Gras auf der anderen Seite zu futtern. Rund eine Stunde schippern wir über den See und es fühlt sich an, als wären wir mal wieder in einer komplett neuen Welt angelangt. Wunderschön aber doch nicht typisch nicaraguense.

Zurück an Land entschließen wir uns dazu am Markt in eine der vielen Pferdekutschen zu steigen und uns durch die Stadt fahren zu lassen. Unser Fahrer weiß zu vielen der Gebäude, die wir passieren etwas zu erzählen und zeichnet ein beeindruckendes Bild von der Stadt zu ihrer Blütezeit. Wir fahren an der Iglesia de la Merced und dem Kloster von San Francisco vorbei, rattern über Kopfsteinpflaster und wir staunen über die Farbenvielfalt, die sich uns in der Altstadt bietet.

Letzter Stopp: Isla de Ometepe

Unser nächster Stopp nach Granada heißt: Isla de Ometepe! Wir brausen mit unserem Pick Up wieder in den Süden und setzen in der Nähe von Rivas am Ufer des Nicaraguasees mit der Fähre auf die Insel über. Ometepe ist mit etwa 270 km² die weltweit größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee und beherbergt die beiden Vulkane Concepcion (immer noch aktiv, letzter Ausbruch in 2010) und Maderas. Die Insel ist so vielfältig wie ganz Nicaragua: Regenwälder, wunderschöne helle und schwarze Strände, Wasserfälle und kahle Landschaften am Hang des Vulkans. Leider ist unsere Zeit auf der Insel etwas begrenzt und wir machen uns schon bald auf den Weg nach Costa Rica, das nur einen Katzensprung entfernt liegt.

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Das sind sie, die T-Shirts, die jeder Traveler in Zentralamerika sein eigen nennt

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Wir vier im Anamar – es ist noch früh am Tag

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Mit dem Pick Up geht’s ins Naked Tiger

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Abschied von unserem Gast-Papa Ramon

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In den Straßen von Granada

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Kutschfahrt durch Granada

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Auf zu den Las Isletas

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Eine der kleinen Inseln gehört einer Affenkolonie

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Auf der Suche nach mehr Gras wird auch der See durchquert

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Die Fähre nach Ometepe

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Ohne Schwimmweste geht natürlich nichts

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So kann die Fährfahrt auch aussehen

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Der Vulkan Concepcion

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Perfekter Platz für die Mittagspause

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Wir werden immer wieder von Kuhherden aufgehalten

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Nicaragua – das Abenteuer in Zentralamerika nimmt seinen Lauf

Eine weitere lange Anreise, eine sehr lange Anreise führt mich von Honolulu über San Francisco und Mexiko D.F. letztendlich an mein Ziel: Managua, die Hauptstadt von Nicaragua. Als ich meine Reise geplant habe und Nicaragua als eines meiner Ziele aufkam, stieß ich auf viele fragende Gesichter sobald ich von diesem Plan berichtete. Die wenigsten in meinem Umfeld haben das größte Land Zentralamerikas auf dem Schirm. Im Norden grenzt es an Honduras und im Süden an Costa Rica, im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik. Dank einer Vulkankette, die Nicaragua parallel zum Pazifik durchzieht wird es auch das Land der tausend Vulkane genannt.

Auf nach San Juan del Sur

Nachdem ich komplett übermüdet und ehrlich gesagt etwas ängstlich in Managua lande, bin ich froh, dass ich im Vorfeld einen Shuttle gebucht habe, der mich vom Flughafen nach San Juan de Sur, meiner Heimat für die kommenden zweieinhalb Wochen, bringt. Dort werde ich einen Spanischkurs machen, bei einer Gastfamilie wohnen und ich werde, das ist das Tollste, Melli wiedersehen. Nach vier gemeinsamen Wochen in Australien ist sie zurück nach Deutschland geflogen und hat sich nach einem knappen Monat zu Hause entschlossen, mit mir für weitere sieben Wochen gemeinsam durch Zentralamerika zu reisen. Sie wird in einigen Stunden in Managua landen und wir werden uns am späten Abend in San Juan in die Arme schließen können.

Leben wie ein Nica

Angekommen in dem kleinen Surferort im Süden von Nicaragua, nahe Rivas und nahe der Grenze zu Costa Rica, lerne ich meine Gastfamilie kennen und beziehe unser großzügiges Zimmer. Für die kommende Zeit wohne ich bei Ramon, einem Architekten mit eigenem kleinen Geschäft im Haus, seiner Mama Rosa, einer klassischen Latina-Oma und Brian, Ramons Neffe. Unser Zimmer ist für Nica-Verhältnisse ziemlich luxuriös: Es ist groß, hell mit eigenem Balkon, TV und eigenem großen Bad. Nachdem ich mich eingerichtet habe, schlendere ich durch den hübschen Ort und schaue mir den ersten Sonnenuntergang in Nicaragua am Strand an. Zurück zu Hause erwartet mich Rosa mit dem Abendessen: Gallo Pinto, dem „Nationalgericht“ (Reis mit Bohnen), frittierten Platanos (Kochbananen) und lokalem Käse. Dazu gibt’s ein Getränk, das mich dank meiner Zeit in Asien bei seiner Süße nicht zusammenzucken lässt. Die Portion ist riesig und ich hadere ziemlich und ich befürchte, dass mein Magen bei den Massen und der Art des Essens in den nächsten Tagen rebellieren könnte. Wenige Stunden später hupt es vor unserm Haus, ich werfe einen Blick vom Balkon, sehe Melli und renne die Treppe runter, um sie nach einem Monat wieder in den Arm zu schließen. Es ist für uns beide total komisch uns an diesem Ort wieder zu treffen, aber es fühlt sich toll an, sie wieder um mich zu haben. Wir hocken auf dem Balkon bei 33 Grad (um 23:00 nachts!), erzählen uns von den letzten Wochen und essen deutsche Schokolade und Gummibärchen.

Lernen, lernen, lernen und sonst fast nix

Am nächsten Tag startet unser Spanischkurs und die kommende Woche sehen wir außer der Schule, unserer Lehrerin Vanessa, unserem Zuhause und der Gastfamilie nicht wirklich viel. Denn wir sind mit dem Lernen mehr als ausgelastet: Morgens vier Stunden Unterricht und am Nachmittag arbeiten wir alles nach. Abends langt es meist nur für einen Sundowner am Strand mit wunderbarem Fisch-Cerviche und einem tollen Sonnenuntergang, dann fallen wir todmüde ins Bett!

Der Party-Marathon beginnt

Anlässlich meines Geburtstages wollen wir diesen relativ langweiligen Kreislauf dann doch mal unterbrechen und planen, trotz Müdigkeit in meinen Ehrentag reinzufeiern. Nur so bis kurz nach zwölf, so der Plan, denn am nächsten Morgen klingelt der Wecker um kurz nach sechs und wir werden zu einer Booze Cruise auf einem Katamaran aufbrechen. Naja, der Auftakt zu meinem Geburtstag startet schon mal sehr lustig. Gemeinsam mit unserer Lehrerin Vanessa gibt es mal wieder eine Lehrstunde im praktischen Spanisch: Wir schlendern zur Pulperia und kaufen Bier – auf Spanisch natürlich. So sitzen wir in unserer vorletzten Unterrichtsstunde am Freitagnachmittag und trinken Bier. Sehr vorbildlich. Am Abend geht es dann erstmal in eine der kleinen Bars in San Juan und später dann auf Rat unseres Gastbruders Brian ins Pacha Mama. Tja, sagen wir mal so: aus dem früh ins Bett gehen wird an diesem Abend nix. Wir, ich ein Jahr älter, wanken gegen 3:30 Uhr nach Hause und wir stellen drei Notfallwecker, denn wir können uns kaum vorstellen in zweieinhalb Stunden wieder aufzustehen. Klappt aber erstaunlich gut, auch ganz ohne Kater brechen wir zum Treffpunkt der Booze Cruise auf. Jaja, der Name ist Programm, wir bekommen Frühstück und jede Menge Alkohol. Wir treffen uns mit den anderen  und stellen schnell fest, dass das eine lustige Runde wird. Der Bus, der uns nach Playa Gigante bringt, dort legt unser Schiff ab, stoppt noch einmal und lädt drei weitere Jungs ein: Glenn, Jack und Ross. Und da wird mir klar, dass das wahrscheinlich ein unvergesslicher Geburtstag wird. Unvergesslich ist schon mal, dass ich das erste Mal in meinem Leben morgens um sieben ein Bier trinke, dass mir Glenn im Bus anbietet, nachdem wir einen Zwischenstopp an einer Tankstelle eingelegt haben, um noch weiteren Alkohol zu kaufen.

Serendipity – auch mich trifft es

Die Stimmung zwischen uns allen ist super und als wir unseren Katamaran betreten ist es 8:30 Uhr und Melli und ich bekommen den ersten Longdrink in die Hand gedrückt! Kurz darauf steuern wir die Klippen an und einige Wagemutige trauen sich trotz der rauen See ins Wasser und stürzen sich wenig später aus rund 15 Metern Höhe ins Meer. Wir schippern den ganzen Tag übers Meer, unterhalten uns, gehen schwimmen und genießen die Zeit auf dem Schiff. Mit Glenn sitze ich an der Reling, wir sprechen über das Reisen und das Ankommen und er fragt mich, ob das hier nicht gerade der perfekte Geburtstag ist. Und ja, er hat recht, das ist er. Im Laufe des Tages wird er für mich noch perfekter, wenn man das so sagen kann, und ich bin so froh, dass Melli und mich der Zufall auf dieses Boot geführt haben und wir Glenn und Ross an diesem Tag kennenlernen, denn die Zwei werden uns nun einige Wochen begleiten. Was wir an diesem Tag natürlich noch nicht wissen…

Der Tag wird ein langer, wir feiern auch zurück in San Juan weiter. Auch Jack wird diesen Tag sicherlich nie vergessen, denn er wird in dieser Nacht, nachdem er einen ATM umgeschmissen hat, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Klassischer Serientrick: Dazu dann das nächste Mal mehr…

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In den Straßen von San Juan del Sur

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Best Taco in Town (auch spät in der Nacht): Taco Stop

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Eines der vielen süßen Cafés

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Die Surfshop-Dichte ist enorm

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Der Strand von San Juan

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Warum da jetzt ein Reh mitten durch den Ort trabt, konnte uns niemand erklären

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Melli – auf der Suche nach Essen (wie immer)

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Der Blick von unserem Balkon

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Rosa lehrt uns, wie man Tortillas macht

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Melli drückt die Schulbank

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Spanisch in der Praxis: Wir shoppen!

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Juhuuu, Nachmittag am Strand

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Zur Happy Hour im El Timon

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Wunderschön: Der Sonnenuntergang in San Juan

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Der Auftakt zu meinem Geburtstag

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Reinfeiern im Pacha Mama

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Der Party-Bus zur Booze Cruise

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Der Vogelflüsterer: Glenn

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8:30 Uhr und es läuft bei uns

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Die Herren beim Klippenspringen

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Perfekter Geburtstag

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