Eine Reise im Sommer? Nicht am Inle-Lake. Naja, vielleicht eine Reise im „deutschen“ Sommer

Mit dem super komfortablen Nachtbus ging es für uns nach einigen Tagen in Mandalay an den riesigen Inle-Lake im Shane-Staat. Der See ist mit seiner Länge von 22 km und der maximalen Breite von 10 km der zweitgrößte in Myanmar und war für mich neben Bagan das absolute Highlight meiner Myanmar-Reise. Nach unserer Ankunft stromerten wir ein wenig durch Nyaungshwe – ist aber schnell gemacht, denn es gibt nicht viel zu sehen und der Ort ist ziemlich übersichtlich. Am zweiten Tagen legten wir unfreiwillig eine Pause ein – es regnete. Und es regnete durchgehend, 20 Stunden lang. Und nein, es war kein warmer Regen bei 28 Grad, es herrschten gerade mal 15 Grad und nach knapp vier Wochen Hochsommer fühlten die sich für mich nochmal kühler an.  Soviel zu meinen Anspruch, eine „Reise im Sommer“ zu machen. Obwohl 15 Grad und Regen ja leider einem Sommer entsprechen können – einem deutschen eben.

Tag drei startete kalt, neblig und trüb – doch wir buchten ein kleines Longtailboat um mit unserem „Captain“ über den See zu schippern und uns die schwimmenden Dörfer mit ihren Pfahlhäusern, Gärten, dem Nga Phe Kyaung-Kloster und die berühmten Einbeinfischer anzuschauen. Man taucht auf dem See wirklich in eine komplett andere Welt ein, die mich doch immer wieder etwas peinlich berührt auf die eigenen Ansprüche schauen ließ – aber das ging mir in Myanmar eigentlich täglich so. Die Häuser stehen auf Pfählen, sind meist mit Bambusmatten verkleidet und Bäder im europäischen Sinne gibt es nicht. Der See liefert das meiste, was die Bewohner der Dörfer brauchen und nimmt es auch wieder auf. Die Gärten liefern Obst, Gemüse und Blumen, der See die Fische und Wasser zum Trinken, Spülen, Abwaschen und ist große Badewanne für alle. Für uns Westler ist das Seewasser wahrscheinlich der beste Lieferant zahlreicher Krankheiten und dem Ritt über den See sollte man immer schön den Mund geschlossen halten. Die ein oder andere Welle schwappt immer ins oder besser übers Boot.

Myanmar hat mich geschockt, beeindruckt und nachdenklich gemacht. Ich habe viel über mich, meine Reise und wie ich sie fortsetzen möchte, nachgedacht. Und die ganze Zeit hat mein Herz zunächst geflüstert und irgendwann geschrien, so dass ich es nicht ignorieren konnte: „Geh zurück an den ersten Herzensort!“ Und irgendwann war alles ganz klar und einfach: Ich buchte meinen Flug zurück nach Bali um zwei Wochen an einem Ort zu bleiben, mich ein bisschen zu ordnen und einfach mal zwei Wochen den Rucksack nicht packen zu müssen. Die Sehnsucht nach der Insel, nach Strand, Meer und etwas „Alltag“ war zu groß. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich eine sehr rationale Seite habe und manchmal das Herz oder den Bauch überhöre (bzw. überhören will). In diesem Fall ging das einfach nicht und ich kann nach einer Woche Canggu sagen: Es was die absolute richtige Entscheidung und ich bin gerade sehr glücklich!

 

Frisch war's...

Frisch war’s…

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Einbeinfischer auf dem Inle-Lake

Einbeinfischer auf dem Inle-Lake

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Unterwegs mit dem Rad rund um den See

Unterwegs mit dem Rad rund um den See

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Mein einäugiger Freund

Mein einäugiger Freund

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