Auszeit vom Backpacker-Leben: Florida, ich komme!

Zurück von den Galapagosinseln in Quito nutze ich die Zeit hauptsächlich, um die nächsten Stopps zu planen. Nach mehr als zweieinhalb Monaten werden sich Ross und mein Weg in Ecuador trennen. Er tritt die Reise nach Peru an und ich werde nach Florida fliegen. Denn ich merke, ich brauche eine Pause von Backpackerleben. Seit Wochen schleppe ich eine Erkältung mit mir rum, werde sie nicht los und mein Kopf und Körper sind müde. Müde vom ständigen Reisen, vom ständigen Packen und vom ständigen umstellen auf eine neue Umgebung. Und mir ist kalt – dauerkalt, seitdem wir zurück in Quito sind. Durch die Höhe herrschen hier Temperaturen, die ich absolut nicht mehr gewöhnt bin. Abends bibbere ich bei gerade mal 4-6 Grad und will das Hostel am liebsten garnicht verlassen.

Keinen Bock mehr auf Backpacken

Also entschließe ich mich, zu einem Freund nach Florida zu fliegen und dort in seinem Haus mit Pool direkt am Wasser zwei Wochen Auszeit vom Backpacken zu nehmen, um dann mit voller Energie meine Reise in Canada fortsetzen zu können. Schnell wird klar, um einen bezahlbaren Flug zu bekommen, muss ich zurück nach Kolumbien – die Preise unterscheiden sich dramatisch! Also heißt es mal wieder: Ab in den Bus!

Zurück nach Kolumbien – 20 Stunden Busfahrt ist doch nix

Einige Tage später reise ich mit dem Bus zunächst bis an die Grenze zu Kolumbien und habe dieses Mal Pech. Bis jetzt musste ich nie sonderlich lange an einer der Grenzen meiner Reise warten und auch als wir wenige Wochen zuvor von Kolumbien nach Ecuador reisten, ging alles ganz rasch. Doch dieses Mal ist es anders. Nachdem ich nach wenigen Minuten meinen ecuadorianischen Ausreisestempel bekommen habe und den Weg zur kolumbianischen Einreisebehörde einschlage, sehe ich bereits die Schlange an den Immigrationsschaltern. Das wird dauern… Und so ist es dann auch: Mehr als zwei Stunden verbringe ich mit Warten bis ich letztendlich den Stempel bekomme und nach Kolumbien darf. Doch ich habe Glück und vertreibe mir die Zeit mit einer wunderbaren ecuadorianischen Familie, die in der Schlange hinter mir steht. Der Vater spricht mich in perfektem Deutsch an, als er meinen Pass erblickt und wir plaudern die komplette Wartezeit. José lebt mit seiner Familie seit 20 Jahren in Wien, sein jüngster Sohn hat sogar die österreichische Staatsbürgerschaft, worauf José sehr stolz ist. Nun waren sie zunächst in Ecuador um seine Familie zu besuchen und werden nun den Besuch bei der Familie seiner Frau in Kolumbien antreten.

Angekommen in Cali und doch nichts gesehen

Nach weiteren 14 Stunden (!!!) Busfahrt komme ich endlich am sehr frühen Morgen in Cali an und falle fix und fertig in mein Hostelbett. In der „Salsa-Hauptstadt“ Kolumbiens verbringe ich nur knappe zwei Tage und sehe recht wenig davon bevor es mit dem Flieger zunächst nach Bogotá, dann weiter nach Miami und von dort nach Tampa geht. Dort werde ich von Hajo abgeholt und bin einfach nur froh, endlich angekommen zu sein.

Florida: Einfach mal nichts tun

Die nächsten zwei Wochen sind Balsam für meinen Körper, denn der streikt nach der Ankunft in Florida komplett und lässt die Erkältung nun mit voller Wucht zurückkommen. Somit nutze ich Florida, um buchstäblich nichts zu tun und mich auszukurieren. Hajo und ich gehen einige Male lecker essen, hören uns kleine Konzerte an, grillen am Pool, ich fülle meinen Rucksack mit allem Nötigen auf und plane meinen Canada-Trip. Denn dort werde ich letztendlich fast zwei Monate verbringen und meine erste Workaway-Erfahrung machen! Ich kann es kaum erwarten…

Florida – oder das Finden des Glücks

Ein Urlaub, der unter dem Motto Lucky Girls stand, entpuppte sich schnell zum Wendepunkt in meinem Leben. Niemals hätte ich gedacht, dass gerade Florida zu meinem Herzensort werden könnte. Doch genauso war!

Miami Beach

Miami Beach