Heiraten auf balinesisch – Gede traut sich!

Eine traditionelle balinesische Hochzeit – nix, was man als Tourist einfach so mitbekommt. Ich hatte das große Glück, auf die Hochzeit von Gede und seiner Frau Kadek eingeladen zu werden. Gede ist der Sohn unserer Homestay-Mama gewesen und wir beobachten schon 1,5 Wochen vor der eigentlichen Zeremonie die Vorbereitung zur großen Feier. Diese dauerte drei Tage und war ein echtes Spektakel! Freunde und Familienmitglieder versammelten sich jeden Tag auf dem Gelände des Homestays um Opfergaben vorzubereiten, Blumenschmuck zu arrangieren  und das Essen für die Feier vorzubereiten. Und da sind wir auch gleich am zentralen Punkt der balinesischen Hochzeit: das Essen steht neben dem Brautpaar klar im Mittelpunkt.

Am Freitag begannen die Festlichkeiten mit einem kleinen Buffet für alle. Als wir langsam morgens alle aus unseren Zimmern raus schlappten um zu frühstücken, wurden wir sofort angehalten uns unbedingt am Buffet zu bedienen. Das ging letztendlich drei Tage so! Ab morgens bis spät in den Abend gab es Unmengen von Essen und aus Höflichkeit aßen wir eigentlich auch den ganzen Tag. Gut, es gibt natürlich Schlimmeres!

Selbstverständlich bestand die dreitägige Hochzeit nicht nur aus Essen. Täglich gab es verschiedene Zeremonien und diese gipfelten dann darin, dass wir alle am Montag in traditionelle balinesische Gewänder gekleidet wurden und mit den rund 200 Gästen zum Elternhaus der Braut gefahren wurden. Dort trafen wir auf Kadeks Familie und es gab, natürlich, ein Riesenbuffet bevor das Brautpaar in einer kurzen Zeremonie gesegnet wurde. Danach setzte sich der gesamte Tross in Bewegung und es ging zurück zu Gedes Elternhaus, wo das nächste, noch größere Buffet auf uns wartete und die nächste Segnung des Paares durch einen Geistlichen auf dem Plan stand.

Diese drei Tage waren einfach unglaublich zu beobachten. Was bei uns ein Job für den Hochzeitplaner ist, übernahm hier komplett die weitläufige Verwandtschaft. Jeder packt mit an und hat seine Aufgabe, da erscheinen die Vorbereitungen einer deutschen Hochzeit als eine wirklich einsame Sache. Dieser Zusammenhalt hat mich schwer beeindruckt. Auch der ganze Prunk, die Farben der Festkleider und das Schönheitsideal sind ein ganz anderes als wir es kennen. Gede trug, wie es Tradition ist, zu seinem Sarong mehr Make Up als ich es jemals in meinem Leben getan habe. Die beiden waren ein wunderschönes Paar und es war ein bisschen wie im Märchen. Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil dieser wundervollen Hochzeit sein durfte – sicherlich etwas, was mir lange im Gedächtnis bleiben wird!

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Die Hochzeitsvorbereitungen

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Bereits auf der Straße soll jeder erkennen: Hier wird geheiratet!

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Hammer T-Shirt, Gede!

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Kadek und Gede am ersten der Feierlichkeiten bei der Zeremonie

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Bereits etwas müde an Tag 2

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Jeden Tag ein anderes Outfit

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Das Brautpaar im traditionellen Hochzeits-Gewand

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Gede mit seiner Mutter


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Die Homestay-Familie in traditioneller balinesischer Kleidung mit dem Brautpaar

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Ab nach Hause!

Das heißt in meinem Fall Anfang Dezember: zurück nach Bali! Die Insel war meine erste Station und schon nach wenigen Tagen war mir damals klar, dass ich zurückkehren werde. Dass es so schnell passiert, hätte ich aber nicht gedacht. Nach vier Wochen Weltreise war mir nach Durchschnaufen – vielleicht für manche nicht nachvollziehbar oder zu früh, aber für mich war es die absolut richtige Entscheidung. Ich habe gemerkt, dass mich das langsame Reisen zufriedener macht und mich ruhiger sein lässt. Das ständige Rucksackpacken, in neue Unterkünfte ziehen und sich immer auf neue Umgebungen und Menschen einlassen, schlaucht mich. Ich brauche die Entschleunigung und jeder, der mich wirklich gut kennt, wird jetzt vielleicht schmunzeln. Aber genau das wollte ich auf meiner Reise auch lernen: Das Leben langsamer und bewusster leben, nicht nur rastlos auf der Suche nach was auch immer durch die Gegend hetzen, sich über die Kleinigkeiten freuen, die jeden Tag unverhofft passieren. Und genau auf dieser Insel habe ich das alles gefunden. Nur so viel vorweg:  Keine Wehmut, ich kann das auch an anderen Orten finden. Habe ich getestet.

Auf Bali hatte ich einen Anlaufpunkt und konnte zwei Wochen bei Ben wohnen, den ich auf meiner Reise kennengelernt habe.  Ich hatte für zwei Wochen ein Zuhause, wohnte mit ihm in einem kleinen Homestay bei einer wunderbaren balinesischen Familie im Surferort Canggu. Bali hat mir genau das gegeben, was ich brauchte: ein wenig Alltag in der Ferne, wunderbare Menschen um mich herum, Strand, Sonne und Meer. Bali ist einer dieser Orte, die ich auf meiner Reise kennenlernen wollte. Ein Ort, zu dem ich sofort einen Draht hatte, mich super wohl gefühlt habe und immer nur gedacht habe: Das hier fühlt sich richtig an. Und so war es auch oder gerade bei meiner Rückkehr.

Alles fing ein wenig holprig und ganz anders als geplant an: Ich lernte während meines Zwischenstopps auf dem Flughafen Kuala Lumpur Flora aus Holland kennen und wir saßen im Flieger nach Bali nebeneinander und unterhielten uns gut. Der Schockmoment kam bei der Landung in Denpasar, Flora hatte den kleinen Beutel mit all ihren Kreditkarten verloren. Große Aufregung und pure Panik: Sie hatte keinen Cent dabei, wollte eigentlich am Flughafen direkt Geld abheben. Schnell war klar, dass es eigentlich nur eine Lösung gab. Flora fuhr nicht wie geplant nach Ubud, sondern kam mit nach Canggu, schlief bei uns im Homestay und ich lieh ihr am nächsten Morgen Geld zur Weiterreise. Und das ist der Punkt, an dem ich ziemlich stolz auf mich war. Ich hatte mein stark ausgeprägtes Misstrauen einfach mal ignoriert und was für die Karma-Abteilung in meinem Kopf getan! Denn ich kann nur sagen: Wenn ich jemals in so einer Situation sein sollte, wünsche ich mir einfach nur einen Menschen, der mir den gleichen Vertrauensvorsprung entgegenbringt und einfach mal ans Gute im Menschen glaubt. In diesem Fall wurde ich nicht enttäuscht, Flora überwies mir das geliehene Geld und wird trafen uns einige Tage später wieder in Canggu.

In den zwei Wochen auf Bali habe ich jede Menge Ausflüge gemacht und ganz unterschiedliche Seiten der Insel kennengelernt. Mit dem Roller ging es zum Tempel Tanah Lot, begleitet von Unmengen an Touristen und meiner ständigen Panik, den Schlangen zu nahe zukommen, die zur Belustigung der Besucher rumlungern. Ein Treffen mit Bloggern in Uluwatu führte ungeahnt zu einem spontanen Check-In ins 5* Hotel „Le Grand Bali“, dass in dieser Nacht zum Schnäppchenpreis zu haben war. Der Blick der Security als wir mit Roller, Minibeutel und in Badeklamotten dort auftauchten war unbezahlbar und der Roller machte sich zwischen den Luxuskarren auf dem Parkplatz ganz gut. Ein bisschen Luxus und den bis dahin teuersten Cocktail der Reise gab es Sonntagnachmittags im Pool des Beach Club „Potato Head“ in Seminyak. Ganz bodenständig war der Ausflug auf den Markt in Denpasar und das anschließende Kochen in der kleinen offenen Küche unseres Homestays unter den Augen der Familie. Endlich wurde damit meine unbändige Lust auf Spaghetti Bolognese gestillt. Die war zudem Zeitpunkt schon so übermächtig, dass ich sogar davon träumte. Und es war grandios lecker!

Das kleine Canggu bot mir alles, um sich dort wohl zu fühlen: Tolle Cafés, Bars und Warungs, schöne kleine Shops, einen kilometerlangen Strand und viele Surfer, denen man so schön zugucken kann. Und da war es auch gar nicht schlimm, wenn morgens früh nach einer langen Nacht im „Old Man’s“  der Wecker klingelte und es noch vor dem Frühstück mit Ben und Nachbar Steve an den Strand ging, für die Jungs mit dem Surfbrett ins Wasser und für mich mit der Kamera an den Strand. Ein absolut toller Start in den Tag!

Ich kann jetzt schon sagen: Bali, Du bist auf dem Weg eine große Liebe zu werden und wir sehen uns ganz sicher wieder!

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Unterwegs mit dem Roller – auf Bali das tollste Fortbewegungsmittel

 

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Tanah Lot

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Uluwatu

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Surfer am Strand von Uluwatu

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Sightseeing in Uluwatu

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Im Beachclub Potato Head

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Das Homestay Bu Didin

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Bony, mein Homestay-Pflegekind

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Meine „Homestay-Familie“

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Frühstück im Crate Café

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Steve beim Surfen

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Sonnenuntergang in Canggu – natürlich mit Surfer

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Tolle Sonnenuntergänge gibt’s auf Bali jeden Abend

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Wahre Worte

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Balinesische „Weisheit“

 

 

Bali – es könnte Liebe werden

Nach langen 20 Stunden bin ich am Montagnachmittag auf Bali angekommen. Ich gebe zu, ich hatte große Erwartungen, konnte mir vorstellen, dass die Insel einer dieser Orte ist, an denen ich mich sofort wohl fühle. Und da die Erwartung so hoch war, hatte ich ein wenig Angst, dass Bali mich vielleicht enttäuscht. Vor meiner Reise habe ich tausende von Blogs gelesen, um mich neben der klassischen Reiseliteratur auf meine Ziele vorzubereiten. Neben sehr vielen begeisterten Berichten über die indonesische Insel, stieß ich aber auch immer mal wieder auf kritische Stimmen: „überschätzt“, „vollgemüllt“, „Ballermann der Australier“ hieß es zum Beispiel da. Also versuchte ich meine Vorfreude etwas zu dämpfen.

Nun bin ich bereits ein paar Tage auf Bali und kann nur sagen: Alles Quatsch – Bali ist fantastisch! Nach meiner Ankunft ging es als erstes nach Canggu, ein Ort an der Westküste, kurz hinter Kuta. Dort hatte ich ein nettes Zimmer in einem schönen balinesischen Haus mit Pool, Außenküche und Wohnzimmer im Freien gemietet. Wunderbar! Am ersten Abend habe ich es noch in den Supermarkt geschafft und mir das Lebenswichtige besorgt: Bintang (lecker, asiatisches Bier), Wasser, Obst und Chips. Auf dem Rückweg hab ich noch einen kleinen Stop bei einer Garküche (Warung) eingelegt und das tollste Nasi Goreng meines bisherigen Lebens verdrückt. Wieder zurück zu Hause bin ich mit Bier und Chips in den Pool gestiegen und habe die letzten Tage an mir vorüber ziehen lassen.

Gerade fühlt es sich alles noch wie ein klassischer Rucksack-Urlaub an und mein Kopf hat immer noch nicht realisiert, dass weder mein nächster Flug und noch der übernächste mich zurück nach Deutschland bringen werden.  Bis das wirklich bei mir angekommen ist, wird es noch einige Zeit dauern.

Der zweite Tag auf Bali begann mit Jetlag – um 4:00 Uhr war ich hellwach. Das hatte aber auch Vorteile: meine Freunde waren absolut begeistert, zu so einer angenehmen Zeit (21:00 in der Heimat) ausführlich mit mir chatten zu können. Nach einem wunderbaren Frühstück im Monsieur Spoon ging es für mich an den Echo Beach, Surfer beobachten, die Gegend erkunden. Als ich am Nachmittag zurück in meiner Unterkunft war, durfte ich am eigenen Leib erfahren, wie sich die Regenzeit in Bali anfühlt. Für eine Stunde schüttete es wie aus Kübeln – im Pool und auf der Terrasse aber ein schönes Spektakel.  Abends ging es mit einem Uber-Taxi (funktioniert hier wirklich grandios) nach Seminyak ein bisschen Bummeln und Menschen schauen. Die tollen Cafés, Restaurants und Läden sind wirklich beeindruckend. Alles so aufgezogen, dass man sich als Expat nur wohlfühlen kann.

Heute habe ich mein nächstes Ziel auf Bali angesteuert: das zentral im Inneren gelegene Ubud. Das Ubud, durch das Julia Roberts in EAT PRAY LOVE stromert. Die Stadt ist das Zentrum des „Healthy Living“ – viele tolle, teils vegane Restaurants, Yogastudio an Yogastudio, alles umgeben von traumhaften Reisterrassen und vielleicht alles ein bisschen esoterischer als für mich gut. Mein B&B liegt zentral in Monkey Forest Road und ist in dem Trubel eine wahre Oase. Auf der Straße reiht sich ein Warung ans andere, Shops und Cafés fehlen auch nicht. Hier lässt es sich absolut aushalten. Ubud ist ausgelegt auf Touristen, aber auf solche, die Yoga, Meditation, „Clean Eating“ über Party, ausgelassenes Treiben in Bars usw. stellen.

Der erste Tag in Ubud liegt hinter mir und ich habe schon ein bisschen was gesehen: Den Ubud Palace (Puri  Saren Ubud), den Seerosen im Garten des Saraswati Tempels und ein erster Spaziergang durch die Reisfelder. Morgen steht der Monkey Forest auf dem Plan und ich möchte ein paar Ausflüge in die Umgebung machen. Und als richtiges Mädchen suche ich mir morgen auch noch ein richtig schönes Spa aus und lass es mir gut gehen…

Auf dem Weg von Canggu zum Strand

Auf dem Weg von Canggu zum Strand

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Old Man's - Eine der Beach-Bars, in der man gewesen sein soll

Old Man’s – Eine der Beach-Bars, in der man gewesen sein soll

Mein Air BnB-Zuhause in Canggu

Mein Air BnB-Zuhause in Canggu

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Im Garten

Im Garten

Frühstück im Canggu Café

Frühstück im Canggu Café

Blick von meiner Terrasse in Ubud

Blick von meiner Terrasse in Ubud

Ubud

Ubud

Saraswati Tempel

Saraswati Tempel

Seerosenteich im Saraswati Tempel

Seerosenteich im Saraswati Tempel

Spaziergang in den Reisfeldern