Roadtrip, die Zweite: Von Yamba bis nach Brisbane

Das kleine verschlafene Yamba kann uns nur kurz halten. Schon am nächsten Tag geht es für uns weiter. Über Ballina und Lennox Head, wo wir mit wunderbarem Blick aufs Meer unsere Mittagspause verbringen und dabei den Paraglidern zuschauen, geht es für uns ins gehypte Byron Bay. Und das zum Glück mit unserem Van, denn das Örtchen ist  (in unserer Budgetklasse) komplett ausgebucht. Byron Bay bringt das alles mit, was ich von einem australischen Surferort  erwartet habe: eine entspannte Atmosphäre, jede Menge gutaussehende Surfer, Surfschulen an jeder Ecke, schöne Cafés und kleine Restaurants, nette Shops und – für uns auf unserer Reise fast unersetzlich – einen Aldi!

Andrew – ein wahren Glückstreffer

Als wir in den Ort reinfahren, weiß ich sofort: Byron Bay, Du gefällst mir. Und wir bleiben trotz viel Regen fünf Tage. Fünf Tage, die wir im Garten von Andrew verbringen. Andrew ist meine zweite wunderbare Erfahrung mit der australischen Gastfreundschaft. Wir lernen ihn kennen, erzählen ihm von unserer Reise und er bietet uns sofort an, unseren kleinen Van in seinem Garten zu parken und dort die nächsten Tage zu campieren. Was für ein Glückstreffer! Und es wird noch besser als er uns von der Dusche und der Toilette berichtet, die im Garten sind. Und eigentlich wird es noch besser als wir am nächsten Morgen aufwachen und ich merke, dass wir ganze 150 Meter vom Strand entfernt wohnen. Einfach unglaublich! So nehme ich für die Zeit in Byron Bay meine Sportroutine wieder auf und gehe jeden Morgen am Strand laufen. Dort treffe ich viele andere Strandgänger, die mit ihren Hunden unterwegs sind, Yoga machen oder das Surfbrett unter dem Arm haben. Und fast alle halten auf einen kurzen Plausch an.

Brasilianer sind die besseren Surflehrer

Wo auch wenn nicht in Byron Bay machen wir dann auch den obligatorischen Surfkurs. Im ersten Moment freut sich einer ganz weit weg wohl am meisten darüber: Ben, zu dem Zeitpunkt in Kambodscha, kann es kaum fassen, dass es mich nun endlich auch gepackt hat. Hatte er es doch auf Bali immer wieder erfolglos versucht, mich zu motivieren. Ich bin ehrlich, die Motivation steigt enorm als ich unseren Surflehrer sehe: Rrrrrrooooodddrrrrriiiigggooooooo, Brasilianer, Musiker, lange durchs Salzwasser gebleichte Haare. Hach, was soll ich sagen? Ein Träumchen! Auf dem Weg zum Kurs sind Melli und ich noch davon überzeugt, dass wir wahrscheinlich keine einzige Welle stehen und nach einer Stunde frustriert das Surfboard in den Sand schmeißen. Mit den anderen und unseren Surflehrern machen wir uns im Bus auf den Weg nach Lennox Head, wo die Wellen Anfängergeeignet sind. Im Bus lernen wir uns mit einem „wunderbaren“ Spiel näher kennen: Jeder muss den besten oder schlechtesten Anmachspruch zum Besten geben, den er jemals ertragen musste. Natürlich auch Rodrigo. Doch mir ist klar, Rodrigo muss mit seinem wunderbaren Akzent eigentlich nur diesen einen Satz sagen, um die Herzen der Mädels zu erobern: My name is Rodrigo, I’m from Brasil and I’m a surf instructor. Und damit wäre die Sache geritzt.

Also, aufgrund des ansprechenden Lehrermaterials ist mein Ehrgeiz geweckt. Nach ein bisschen Theorie geht es für uns im strömenden Regen (wie auch sonst) ins Wasser. Rodrigo weist mich nochmal an, wie ich mich auf dem Brett zu positionieren habe und dann kommt sie auch schon, meine erste Welle. Und, glaubt es oder glaubt es nicht, ich stehe diese erste Welle eins A und reite sie bis zum Strand. Ich bin verzückt und auch den Großteil der anderen Wellen reite ich fürs erste Mal ziemlich gut. Sagt auch Rodrigo.

Das heißeste Accessoire in Byron Bay: Regenjacke!

Mit dem Wetter haben wir in Byron Bay leider wieder ein bisschen Pech. Aber wir machen das Beste draus! So fahren wir nach Mullumbimby zu einem Hippiemarkt, der seinem Namen absolut gerecht wird. Uns erwarten viel Batik, viele Dreadlocks, viel veganes Essen und viele andere pflanzliche Substanzen. Wir treffen uns mit Tatjana, die mittlerweile mit dem Greyhoundbus parallel zu uns reist, buchen unsere Trips nach Fraser Island und auf die Whitsundays und treiben den Travelagent mit meiner Feilscherei fast in den Wahnsinn (Asien war mir hier eine gute Lehre). Wir verbringen lustige Nächte auf einer Party im Beach Hotel und in den Bars von Byron Bay mit Andrew und seinen Freunden. Und bei all diesen Aktivitäten darf das wichtigste Teil in Byron Bay nie fehlen: Meine Regenjacke ist immer dabei!

Sonne in Brissie. Endlich!

Nach Byron Bay verlassen wir auch New South Wales, weiter geht es nach Queensland. Eigentlich war unser Plan, einen Stopp in Surfers Paradise einzulegen. Als wir die Hochhäuser, die direkt an den Strand grenzen, dann aber in Natura sehen, gucken wir uns an, schütteln den Kopf und geben dem Ort nur Zeit für einen Kaffee und ein bisschen WLAN. Dann schmeiß ich mich wieder hinters Steuer und wir reißen die weiteren Kilometer nach Brisbane runter. Dort erwartet uns auch schon Tatjana und wir verbringen tags drauf einen schönen, sonnigen Tag an der Stadt am Brisbane River. Wir laufen mit unserem Free-Guide, die uns ganz viel Spannendes zu berichten weiß, durch die Straßen, besuchen die Town Hall, machen eine Bootsfahrt auf dem Fluss, gehen am South Bank-Ufer an der Lagune spazieren und lassen den Tag in einem Pub am Fluss ausklingen. Wieder einmal bin ich total begeistert, was mir in Australien alles for free geboten wird: die City-Guides, einige Buslinien, die Bootsfahrt und das Schwimmen in der Lagune. Einfach toll und zu Hause undenkbar!

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Lennox Head

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Mein Byron-Bay Lieblingsbild: Morgens alleine am Strand

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Kein Mensch außer mir da!

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Theorie mit Rodrigo (Bild: Stoked)

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An der Eleganz feile ich noch. Aber guckt, wie Rodrigo und ich uns freuen! (Bild: Stoked)

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Die Deutsche Eiche auf dem Surfbrett (Bild: Stoked)

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Frühstück mit Ausblick

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Der Markt in Mullumbimby

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Guten Morgen im Van! Die ungeschminkte Wahrheit

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Der komplette Inhalt unseres Vans in Andrews Garten

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Das Trio Infernale mit Larissa

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Blick auf Brisbane vom Mount Gravatt

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Town Hall in Brisbane

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Bootsfahrt auf dem Brisbane River

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Skyline mit Story-Bridge

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Die Lagune am South Bank

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