Roadtrip, die Letzte: von Rockhampton über die Whitsunday-Islands bis nach Cape Tribulation

Nach Rainbow Beach ist unsere nächste Station auf unserem Roadtrip Rockhampton. Melli und mich hat vor allem der Titel „Beef Capital of Australia“ überzeugt, dort einen Stopp einzulegen. Somit stand dort auch alles im Zeichen der Rinder: Morgens geht es zu einer Cattle Auction, wo wir auf wahre australische Cowboys treffen, den Nachmittag verbringen wir im Zoo (ohne Kühe!) und abends essen wir das beste Steak unseres Trips im Great Western Hotel. Und eigentlich wollten wir auch ein Rodeo besuchen, aber das fand leider an diesem Tag nicht statt.

Auf nach Airlie-Beach

Über einsame Straßen fahren wir die lange Strecke bis nach Airlie-Beach, wo wir uns mit Tatjana verabredet haben. Wir verbringen zu Dritt entspannte Tage in dem kleinen Ort und liegen meist an der Lagune in der Ortsmitte, denn ins Meer kann man hier nur mit Stingersuit, der Quallen wegen. Als Melli und ich bei unserer Morgenroutine am Hafen ganz unverhofft Mark kennenlernen, wird mir mal wieder deutlich, wie offen und gastfreundlich die Australier sind. Mark spricht mich an als ich gerade mit Handtuch über der Schulter zurück zum Van marschiere, denn ihm fällt mein immer noch watschelnder Gang auf. Wir kommen ins Gespräch, debattieren über die Europa-Politik und Mark erzählt, dass er gerade erst nach fünf Jahren um die Welt Segeln in die Heimat zurückgekehrt ist. Er fragt mich, ob ich einen Kaffee mit ihm trinken wolle und ich stimme zu. Mit Melli im Gepäck geht es, so denke ich, in das Café des Yachtclubs. Doch ich irre mich, Mark nimmt uns mit einem kleinen Beiboot  auf seinen Katamaran mit. Wir sind mehr als beeindruckt von dem schicken Boot und genießen die kommenden zwei Stunden auf Deck mit Kaffee in der Hand sehr und tollen Gesprächen, bevor es zurück ins Camper-Leben geht.

Horror-Trip ins Paradies!

Wir sind ja eigentlich in Airlie-Beach um auf unseren Segeltörn auf die Whitsunday-Islands zu gehen. Wir drei freuen uns riesig und haben Bilder von uns auf dem Segelschiff beim Sonnenuntergang vor Augen, wir beim schnorcheln umgeben von Fischschwärmen, wir an Deck des Bootes in der Sonne liegend. Tja, was wir dann drei Tage lang erleben ist das krasse Gegenteil. Ich will auch garnicht mehr genau drauf eingehen, sonst reg ich mich wieder auf! Nur so viel: Am zweiten Tag auf dem Boot wurden wir morgens um 6:00 Uhr geweckt, denn das Boot hatte ein Leck und fing an zu sinken. Ja, der Kapitän benutzte exakt dieses Wort! So ging es für uns in einen Hafen zurück, dass Boot wurde langwierig repariert, wir sind letztendlich am Nachmittag aufgebrochen, bei starken Wellengang und Regen weitergesegelt, der Großteil der Anwesenden hat sich dauernd übergeben (ich werde wirklich NICHT seekrank) und wir sind kurz vor Dämmerung endlich an Whitehaven-Beach angekommen. Das sollte eigentlich das Highlight des Trips werden, wir konnten den Strand rund 20 Minuten ohne Regen bei schlechtem Licht bestaunen. Nach weiteren 60 Minuten im Regen am Strand ging es zurück auf das Stinke-Sinke-Schiff und im Dunkeln bei starkem Seegang weiter. Am nächsten Morgen ging es im Regen auf den Outlook, der bei Sonnenschein sicherlich einen wunderbaren Ausblick auf Whitehaven-Beach bietet. Danach wurden wir von unserem Kapitän ins Wasser zum Schnorcheln gescheucht. Ich merkte davor schon an, dass der Wellengang sicherlich nicht zu guter Sicht beiträgt. Gut, das war dem guten Mann egal. Er musste ja nicht ins Wasser. Dieser Schnorchelgang war der bekloppteste meines Lebens, es gab NICHTS, wirklich nichts zu sehen…

Cape Tribulation – Regenwald, Spinnen und Krokodilwarnungen

Nach diesem Horror-Trip springen wir in Airlie-Beach sofort in unseren geliebten Van und machen uns auf den Weg nach Port Douglas, um am nächsten Tag weiter in den Daintree Nationalpark zu fahren. Dort am Cape Tribulation treffen Regenwald und das Great Barrier Reef aufeinander. Wirklich traumhaft. Der Regenwald lädt zu tollen Hikes ein, bei denen wir zum Schrecken von Tatjana und mir auf viele sehr (SEHR) große Spinnen gestoßen sind und uns die Krokodilwarnschilder doch etwas aus dem Konzept gebracht haben.

Good Bye Australia – die letzten Tage in Cairns

Tja, und dann heißt es auch schon nach zwei Monaten langsam Abschied von Australien zu nehmen. Zunächst verbringen Tatjana, Melli und ich noch ein paar Tage zusammen in Cairns, bevor sich als erstes Tatjana verabschieden muss und dann der nächste große Abschied ansteht: Melli und ich müssen unsere liebgewonnenen Van zurückgeben. Leicht fällt uns das nicht, wir belohnen uns mit einer Nacht in einem schönen Hotel bevor auch Melli fliegt. Und da bin ich. Ganz allein in Cairns, ohne einen wirklichen Plan, wie es für mich weitergeht. Nach einem Tauchgang am Great Barrier Reef (ich hab Haie gesehen!) und vielen Telefonaten mit meinen Freunden sehe ich etwas klarer und buche mir einen Flug nach Hawaii. Bye Bye Australia!

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Airlie-Beach

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Das Trio Infernale in der Lagune.

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Unser Morgen auf Marks Boot

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Ich und der Skipper des Grauens

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Noch lacht Melli!

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Die, die immer lacht. Wenigstens auf den Bildern.

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Die Sturmpause für ein Bilder genutzt

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Whitehaven-Beach

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Nein, das ist kein Teletubbie! Melli im Stingersuit

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Whitehaven-Beach

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Pole-Dancing unter Deck!

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Unter Deck war es seeeeehr kuschelig. Wenn sich keiner übergeben hat.

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Auf dem Weg nach Cape Tribulation

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Girls-Trip: Fraser-Island, wir kommen!

Nach zwei Tagen Großstadt langt es uns mit dem Trubel wieder und wir steuern von Brisbane für das Osterwochenende den Küstenort Noosa an. Noosa zeigt sich bei unserer Ankunft von seiner besten Seite: Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint, es ist heiß und es kommen uns zahllose Surfer mit ihren Boards auf der Straße entgegen. Wir haben das Glück hier unseren Campervan  bei Josh parken zu können und für ein paar Tage alle Annehmlichkeiten seiner Wohnung nutzen zu dürfen. Traumhaft!

Ich und wandern? Vielleicht besser drauf verzichten…

Am nächsten Morgen machen Melli und ich uns früh auf um den Coastal Walk zu machen. Und der lohnt sich! Ein wunderschöner Wanderweg entlang der Küste mit traumhaften kleinen Buchten, in denen sich die Surfer tummeln. Drei Stunden geht alles gut, doch kurz vorm Ende des Trails passiert es: Ich knicke um. Mal wieder. Bereits vor zwei Wochen hatte ich mir die Bänder am linken Fuß mit einer ähnlichen Aktion überdehnt. Das war dann etwas zu viel für den Fuß, die Bänder reißen in diesem Moment. Das bestätigt mir dann auch der Arzt und ich bekomme Schonung verordnet. Klappt so lala. Von Noosa sehe ich wirklich nicht mehr viel, aber eine paar Tage darauf entschließe ich mich, das Ganze zu ignorieren, denn es geht nach Fraser Island!

Mit dem 4wd über den 75-Mile-Beach brettern

In Rainbow Beach treffen wir Tatjana wieder und bekommen ein ausführliches Briefing für die Fraser-Tour, die am nächsten Morgen startet. Wir haben uns für eine 4wd Tagalong-Tour entschieden, wir fahren also selbst in Kolonne mit einem Guide über die Insel und schlafen zwei Nächte in einem Camp. Wir haben ein bisschen Pech. Uns wird mit absoluter Treffsicherheit die langweiligste Gruppe zugeordnet, die man sich vorstellen kann. So steigen wir am nächsten Morgen mit verklemmten deutschen Abiturientinnen ins Auto und hoffen zu dem Zeitpunkt noch, dass wir sie irgendwie knacken können. Doch die Hoffnung ist vergebens und sie bleiben langweilig, zickig und unsozial. Aber gut, man kann nicht immer Glück haben und wir sind ja zu dritt! Fraser Island heißt in der Sprache der Aborigines K`gari, also Paradies und gehört seit 1992 zum Unesco Kulturerbe. Wir fahren mit unserem 4wd durch den tiefen Sand, stundenlang am 75-Mile-Beach entlang (das ist ein offizieller Highway) und können kaum genug bekommen vom Ausblick. Nach einer holprigen Fahrt durch den Urwald (Tatjana erkennt dabei ungeahnte Talente in sich und will jetzt einen 4wd zu Weihnachten), stoppen wir am Lake McKenzie. Weißer Strand und tiefblaues Wasser erwarten uns als wir an das Ufer des Sees treten. Das kann locker mit der Karibik mithalten!

Camping bei den Butchallas

Am Nachmittag geht es das erste Mal in unser Camp, dass dem Aborigines-Stamm der Butchalla gehört. Wir schlafen dort in kleinen Zwei-Mann-Zelten, kochen zusammen und verbringen den Abend am Lagerfeuer. Als wir in unser Zelt krabbeln, weiß ich wieder, dass Zelten einfach nix für mich ist. Es ist unbequem, ich habe ständig Angst vor Spinnen und Schlangen und ich bekomme alles mit, was in den Zelten links und rechts neben uns vor sich geht. Darauf kann ich definitiv verzichten!

Die höchste Hai-Dichte Australiens

Tag zwei auf Fraser-Island startet mit den Champagne-Pools. Soll ganz schön gewesen sein, wurde mir von Melli und Tatjana erzählt, denn für mich waren die Dinger auf einem Berg dank meines Fußes unerreichbar. Ich habe also auf die Autos aufgepasst. Gleiches Spiel beim Indian Head. Aber hier habe ich die Zeit genutzt und mit Bretto, unserem Guide, tiefsinnige Gespräche geführt. Auf jeden Fall habe ich schonmal erfahren, dass das Meer vor Indian Head wohl das Hai-reichste in ganz Australien ist. Schön! Weiter geht es zum Eli-Creek, einem wunderschönen kleinen Fluss, der so klares Wasser liefert, das man es trinken kann. Dort warten Melli und ich bis unser Rundflug über die Inseln startet. Unsere kleine Maschine landet nur wenige Meter vor uns direkt am Strand, wir und noch drei weitere Reisende steigen zu unserem Model-Pilot in den Flieger und genießen einen Knaller-Ausblick auf die Insel. Unter uns sehen wir die riesigen Sanddünen, den dichten Urwald und die klaren blauen und grünen Seen.

Ein Abend mit den Aborigines

Zurück im Camp erwartetet uns an diesem Abend etwas ganz besonderes. Und ich meine nicht Melli, die für unsere Gruppe 10 Rumpsteaks grillt. Die Butchallas, die unser Camp betreiben, gesellen sich zu uns ans Lagerfeuer, erzählen von der Aborigines-Kultur, singen mit uns alte Stammeslieder und zeigen uns den passenden Tanz. Absolut beeindruckend!

Sonnenaufgang am Schiffswrack der Maheno

Der Wecker klingelt für uns am letzten Tag auf der Insel bereits um 4:00 Uhr. Denn Bretto möchte mit uns den Sonnenaufgang am Wrack der S.S. Maheno anschauen. Die Maheno ist ein ehemaliger Luxusliner, der 1935 an der Insel auf Grund lief und mittlerweile ein beliebtes Fotomotiv für alle Besucher ist. Wir haben das Glück an diesem Morgen fast alleine dort zu stehen und sind alle ganz still als sich die Sonne über den Horizont schiebt. Nach diesem wunderbaren Start in den Tag fahren wir über unwegsames Gelände, Tatjanas juchzt wieder auf dem Fahrersitz des 4wd, an den Lake Bowarrady und können am Ufer jede Menge kleine Seeschildkröten beobachten. Und das läutet auch schon das Ende unseres Fraser-Island-Abenteuers ein. Zurück im Camp packen wir unsere Rucksäcke und fahren über den Strand an die Dolphin-Bay und warten auf die Fähre, die uns zurück nach Rainbow Beach bringt. Fraser war toll, keine Frage, aber als Melli und ich in unseren Camper-Van steigen sind wir doch sehr glücklich. Endlich keine störenden Mitreisenden mehr auf dem Rücksitz und wir können wieder tun und lassen was wir wollen!

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Das Trio Infernale auf der Fähre zum Abenteuer

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Wir hatten Spaß

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Der 75-Mile-Beach

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Traumhaft: Lake McKenzie

 

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Tatjanas nächstes Weihnachtsgeschenk

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Eli-Creek

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Gleich heben wir ab!

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Ach, was für ein Pilot!

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Der Chaoshaufen

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Gehört zu nem Abenteuer dazu: Platter Reifen

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Sonnenaufgangs-Romantik

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Durch und durch Australier: Bretto

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Mehr als offensichtlich, wer hier Spaß hat!

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Ein Touri-Bild muss auch ma sein

 

Roadtrip, die Zweite: Von Yamba bis nach Brisbane

Das kleine verschlafene Yamba kann uns nur kurz halten. Schon am nächsten Tag geht es für uns weiter. Über Ballina und Lennox Head, wo wir mit wunderbarem Blick aufs Meer unsere Mittagspause verbringen und dabei den Paraglidern zuschauen, geht es für uns ins gehypte Byron Bay. Und das zum Glück mit unserem Van, denn das Örtchen ist  (in unserer Budgetklasse) komplett ausgebucht. Byron Bay bringt das alles mit, was ich von einem australischen Surferort  erwartet habe: eine entspannte Atmosphäre, jede Menge gutaussehende Surfer, Surfschulen an jeder Ecke, schöne Cafés und kleine Restaurants, nette Shops und – für uns auf unserer Reise fast unersetzlich – einen Aldi!

Andrew – ein wahren Glückstreffer

Als wir in den Ort reinfahren, weiß ich sofort: Byron Bay, Du gefällst mir. Und wir bleiben trotz viel Regen fünf Tage. Fünf Tage, die wir im Garten von Andrew verbringen. Andrew ist meine zweite wunderbare Erfahrung mit der australischen Gastfreundschaft. Wir lernen ihn kennen, erzählen ihm von unserer Reise und er bietet uns sofort an, unseren kleinen Van in seinem Garten zu parken und dort die nächsten Tage zu campieren. Was für ein Glückstreffer! Und es wird noch besser als er uns von der Dusche und der Toilette berichtet, die im Garten sind. Und eigentlich wird es noch besser als wir am nächsten Morgen aufwachen und ich merke, dass wir ganze 150 Meter vom Strand entfernt wohnen. Einfach unglaublich! So nehme ich für die Zeit in Byron Bay meine Sportroutine wieder auf und gehe jeden Morgen am Strand laufen. Dort treffe ich viele andere Strandgänger, die mit ihren Hunden unterwegs sind, Yoga machen oder das Surfbrett unter dem Arm haben. Und fast alle halten auf einen kurzen Plausch an.

Brasilianer sind die besseren Surflehrer

Wo auch wenn nicht in Byron Bay machen wir dann auch den obligatorischen Surfkurs. Im ersten Moment freut sich einer ganz weit weg wohl am meisten darüber: Ben, zu dem Zeitpunkt in Kambodscha, kann es kaum fassen, dass es mich nun endlich auch gepackt hat. Hatte er es doch auf Bali immer wieder erfolglos versucht, mich zu motivieren. Ich bin ehrlich, die Motivation steigt enorm als ich unseren Surflehrer sehe: Rrrrrrooooodddrrrrriiiigggooooooo, Brasilianer, Musiker, lange durchs Salzwasser gebleichte Haare. Hach, was soll ich sagen? Ein Träumchen! Auf dem Weg zum Kurs sind Melli und ich noch davon überzeugt, dass wir wahrscheinlich keine einzige Welle stehen und nach einer Stunde frustriert das Surfboard in den Sand schmeißen. Mit den anderen und unseren Surflehrern machen wir uns im Bus auf den Weg nach Lennox Head, wo die Wellen Anfängergeeignet sind. Im Bus lernen wir uns mit einem „wunderbaren“ Spiel näher kennen: Jeder muss den besten oder schlechtesten Anmachspruch zum Besten geben, den er jemals ertragen musste. Natürlich auch Rodrigo. Doch mir ist klar, Rodrigo muss mit seinem wunderbaren Akzent eigentlich nur diesen einen Satz sagen, um die Herzen der Mädels zu erobern: My name is Rodrigo, I’m from Brasil and I’m a surf instructor. Und damit wäre die Sache geritzt.

Also, aufgrund des ansprechenden Lehrermaterials ist mein Ehrgeiz geweckt. Nach ein bisschen Theorie geht es für uns im strömenden Regen (wie auch sonst) ins Wasser. Rodrigo weist mich nochmal an, wie ich mich auf dem Brett zu positionieren habe und dann kommt sie auch schon, meine erste Welle. Und, glaubt es oder glaubt es nicht, ich stehe diese erste Welle eins A und reite sie bis zum Strand. Ich bin verzückt und auch den Großteil der anderen Wellen reite ich fürs erste Mal ziemlich gut. Sagt auch Rodrigo.

Das heißeste Accessoire in Byron Bay: Regenjacke!

Mit dem Wetter haben wir in Byron Bay leider wieder ein bisschen Pech. Aber wir machen das Beste draus! So fahren wir nach Mullumbimby zu einem Hippiemarkt, der seinem Namen absolut gerecht wird. Uns erwarten viel Batik, viele Dreadlocks, viel veganes Essen und viele andere pflanzliche Substanzen. Wir treffen uns mit Tatjana, die mittlerweile mit dem Greyhoundbus parallel zu uns reist, buchen unsere Trips nach Fraser Island und auf die Whitsundays und treiben den Travelagent mit meiner Feilscherei fast in den Wahnsinn (Asien war mir hier eine gute Lehre). Wir verbringen lustige Nächte auf einer Party im Beach Hotel und in den Bars von Byron Bay mit Andrew und seinen Freunden. Und bei all diesen Aktivitäten darf das wichtigste Teil in Byron Bay nie fehlen: Meine Regenjacke ist immer dabei!

Sonne in Brissie. Endlich!

Nach Byron Bay verlassen wir auch New South Wales, weiter geht es nach Queensland. Eigentlich war unser Plan, einen Stopp in Surfers Paradise einzulegen. Als wir die Hochhäuser, die direkt an den Strand grenzen, dann aber in Natura sehen, gucken wir uns an, schütteln den Kopf und geben dem Ort nur Zeit für einen Kaffee und ein bisschen WLAN. Dann schmeiß ich mich wieder hinters Steuer und wir reißen die weiteren Kilometer nach Brisbane runter. Dort erwartet uns auch schon Tatjana und wir verbringen tags drauf einen schönen, sonnigen Tag an der Stadt am Brisbane River. Wir laufen mit unserem Free-Guide, die uns ganz viel Spannendes zu berichten weiß, durch die Straßen, besuchen die Town Hall, machen eine Bootsfahrt auf dem Fluss, gehen am South Bank-Ufer an der Lagune spazieren und lassen den Tag in einem Pub am Fluss ausklingen. Wieder einmal bin ich total begeistert, was mir in Australien alles for free geboten wird: die City-Guides, einige Buslinien, die Bootsfahrt und das Schwimmen in der Lagune. Einfach toll und zu Hause undenkbar!

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Lennox Head

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Mein Byron-Bay Lieblingsbild: Morgens alleine am Strand

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Kein Mensch außer mir da!

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Theorie mit Rodrigo (Bild: Stoked)

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An der Eleganz feile ich noch. Aber guckt, wie Rodrigo und ich uns freuen! (Bild: Stoked)

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Die Deutsche Eiche auf dem Surfbrett (Bild: Stoked)

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Frühstück mit Ausblick

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Der Markt in Mullumbimby

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Guten Morgen im Van! Die ungeschminkte Wahrheit

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Der komplette Inhalt unseres Vans in Andrews Garten

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Das Trio Infernale mit Larissa

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Blick auf Brisbane vom Mount Gravatt

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Town Hall in Brisbane

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Bootsfahrt auf dem Brisbane River

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Skyline mit Story-Bridge

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Die Lagune am South Bank

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Zwei Mädels auf der Straße von Sydney nach Cape Tribulation – Los geht’s

Mitte März starten Melli und ich in unser  großes Australien-Abenteuer. Mit unserem winzigen Van geht es von Sydney bis hoch nach Cape Tribulation. Gestoppt wird überall, wo es uns gefällt und wenn es uns nicht gefällt, fahren wir einfach weiter – egal was der Reiseführer und all die Australien-Spezialisten sagen. Nachdem wir unser wunderbares Gefährt entgegengenommen haben, geht es erstmal einkaufen! Unmengen an Essen landen im knapp bemessenen Stauraum des Vans und auch so wunderbares Mädelsgedöns wie Kerzen für die romantischen Abende am Strand und Fliegengitter als Spinnenschutz dürfen natürlich nicht fehlen.

Reisen im Camper-Van – wie kuschelig

Als ich meinen Freundinnen erzähle, dass ich nun mit dem Camper unterwegs bin, sind sie entzückt, schicken mir Bildchen von süßen VW-Bussen und schreiben etwas von „super gemütlich“ und „richtig kuschelig“. Jaja, das ist es! Seeeeehr kuschelig. Denn letztendlich ist unser „Camper“ ein ganz normaler Familien-Van von Toyota, aus dem die Rückbank ausgebaut wurde und man die vorhandene Bank zum Bett umfunktionieren kann. Also, eigentlich ist es einfach nur ein fahrendes Bett. In Australien in den meisten Fällen kein Problem – wenn es regnet wird es dann aber doch klaustrophobisch. Dazu später mehr.

Feuertaufe: Der erste Linksverkehr und das in Sydney

Nachdem wir zwei das Ding bis unters Dach mit unserem Krempel und den Einkäufen vollgestopft haben, geht es los. Wagemutig schmeiße ich mich hinters Lenkrad – Linksverkehr kann ja nicht so schwer sein. Melli und ich waren uns einig, wie spitze es ist, dass wir das Auto etwas außerhalb abholen und ich uns somit nicht gleich durch den Stadtverkehr von Sydney manövrieren muss. Unser Navi ist da anderer Meinung. Denn kurz darauf fahren wir in der Rushhour einmal komplett durch die City. Ich sehe es als Feuertaufe und bin stolz auf mich, als ich anderthalb Stunden später leicht gestresst endlich auf die verdammte Autobahn biege. Von da an ist es sehr entspannt, fast einschläfernd, denn in Australien gilt an ausgewählten Stellen das halsbrecherische Tempo von 110 km/h als Höchstgeschwindigkeit, meist tuckert man aber mit maximal 100 über die Highways.

Raus aus der Komfortzone: Public Toilets and Showers

Unser erster Stopp ist Nelson Bay, wo wir am Strand essen und die erste Nacht gut in unserem neuen Zuhause schlafen. Na, und das Frühstück am Strand ist schon ein Highlight. Alle, die schon mal in Australien wissen, dass es überall tolle Picknickplätze mit Tischen und Bänken gibt, wenn man Glück hat, ist sogar noch eine elektrische Grillstation dabei, die man kostenfrei benutzen kann. Tja, und dank unserer Strecke entlang der Küste, nutzen wir die vielen Public Showers, die es an jedem Strand gibt und im besten Fall sind das sogar abschließbare  Einzelkabinen. So, und jetzt fallen meiner Mutter gerade die Augen raus. Denn das war ihr sicher nicht klar. Ich bin meinem Motto „Raus aus der Komfortzone“ auch hier mehr als treu.

Nur schönes Wetter in Australien? Ein Märchen

Weiter geht’s entlang der Küste, wir fahren durch den wunderschönen Myall Nationalpark, besteigen die Dark Point Düne und begegnen auf den Straßen nur selten einem anderen Auto. Auf dem Weg nach Forster beginnt es zu regnen und wir verbringen den Abend an einer weiteren BBQ-Station, kochen und tragen zu Shorts unsere Regenjacken. Wir wachen auf bei Regen, lassen uns von einem anderen Camper dabei helfen unseren kleinen Gaskocher zu reparieren und steigen dann wieder in unser Gefährt. Nächster Stopp ist Port Macquarie, bei Regen! Bei dem Wetter bleibt uns eigentlich erstmal nichts anderes übrig als uns in ein Café zu setzen, das WLAN auszukosten und auf Sonnenschein zu warten. Und das ist das Gute in Australien: Das Wetter ändert sich eigentlich minütlich! Den Nachmittag verbringen wir im Koala Hospital, in das kranke und verletzte Koalas eingeliefert, gesund gepflegt und danach, wenn es ihr Zustand zulässt, wieder ausgesetzt werden. Wir erleben dort eine tolle Führung  und ich treffe ganz unverhofft Tatjana wieder, die ich in meinem Hostel in Sydney kennengelernt habe.

Und schon wieder Regen: Coeffs Harbour

Am späten Nachmittag sind Melli und ich „on the road again“, nächster Halt ist Coeffs Harbour, das wir, wie auch sonst, im strömenden Regen erreichen. Langsam ist unsere Stimmung gedrückt, denn das Leben in einem Auto bei schlechtem Wetter ist doch nicht ganz so schön. Die Klamotten sind feucht, trocknen nicht mehr und das Auto bietet außer der Fahrerkabine keinen Platz zum Sitzen. Also fallen wir mit Laptop, Handys und diversen Ladekabeln bewaffnet in einem Pub ein, laden all unser Zeug auf, wärmen uns auf und verbringen den Abend mit einem lustigen Haufen neuseeländischer Surfer.

Das Wunder von Yamba

Der nächste Morgen bietet uns etwas komplett Unerwartetes: Die Sonne scheint. Wir schmeißen alle Pläne über den Haufen und verbringen den Tag am Strand und zelebrieren unseren ERSTEN Strandtag. Somit schaffen wir es auch abends nur noch bis nach Yamba, einem sehr kleinen verschlafenen Örtchen mit tollen Stränden. Durch und durch Camper schnappen wir uns in der Dämmerung unsere Reisestühle, eine Flasche Wein und setzen uns ans Wasser. Und da passiert es: erst sind wir uns unsicher, ob wir die Finne im Wasser wirklich gesehen haben. Doch einige Sekunden taucht sie wieder auf und daneben noch eine und noch eine… Ein ganzer Schwarm Delfine tollt im flachen Wasser herum und beschert uns einen wundervollen Abend! Wir sind happy und können unser Glück kaum fassen, dass wir ganz alleine mit den Delfinen sind.

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Das isser!

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Home sweet home

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Wir haben Hunger. Immer!

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Das erste Frühstück am Strand

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Myall Lake National Park

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On the road

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Camperleben: Kochen an der öffentlichen BBQ-Station

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Gern getragen: Die Regenjacke!

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Beruhigend: Spinnenwarnung in Port Macquarie. Man beachte das Exemplar ganz oben rechts. Von der habe ich nun eine bleibende Erinnerung auf der Schulter.

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Ein Nachmittag im Koala-Hospital

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Endlich Sonne in Coeffs Harbour

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Das Ding wäre ein Traum!

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Am Blue-Pool in Yamba

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Yamba

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Und weiter geht’s nach Byron Bay!

Hier fühl ich mich wohl: Sydney!

In elf Stunden hat mich der Zug über Nacht von Melbourne nach Sydney gebracht und die Stadt empfängt mich morgens um 7:00 Uhr mit strahlendem Sonnenschein. Ich bin in Entdecker-Stimmung, schmeiße den großen Rucksack schnell im Hostel ab und laufe los. Vorbei am Yachthafen und dem Macquarie-Point, biege ich um die Ecke und bin baff, denn da liegen Sydneys Wahrzeichen einfach vor mir: Das Opernhaus und direkt neben dran die Harbour-Bridge!  Ich bin beeindruckt dieses Bild live vor mir zu sehen. Auf tausenden Bildern konnte ich beides schon bewundern und jetzt stehe ich selbst davor. Durch den botanischen Garten (ich traue mich trotz des Spinnenbisses in diese Hochgefährdungszone) schlendere ich am Wasser vorbei, bestaune die vielen Jogger, die trotz brütender Hitze ihre Runden drehen und stehe nach einigen Minuten vor dem Opernhaus. Das Ding ist ein Wahrzeichen, weltweitbekannt, aber schön finde ich es so aus direkter Nähe nicht wirklich.

 

Circular Quay, The Rocks, Darling Harbour, Manly – Sightseeing in Sydney

Weiter geht es über den Circular Quay in das Viertel The Rocks, in dem es super nette kleine Cafés, Restaurants und Shops gibt – alles in engen, verwinkelten Gassen. Es folgen Darling Harbour und die großen Straßen der Stadtmitte, bevor ich wieder am Circular Quay stehe und die Fähre nach Manly nehme. Als ich von Bord gehe, ist der erste Eindruck: „Hier gefällt es mir“. Ein paar Fährminuten bringen mich in einen ganz anderen Teil von Sydney. Um mich rum hüpfen Kinder in Badeklammotten, Teenager laufen in Bikinis durch die Straßen und Surfer schleppen ihre Boards durch die Fußgängerzone, um am Strand die Wellen zu reiten.  Dort verschlägt es mich auch hin und ich lege mich an den gut besuchten Strand und tue, was alle tun: Beobachte die absolut sehenswerten Surfer! Das wird eine nachmittagsfüllende Aufgabe.

 

An der Küste entlang: von Bondi Beach nach Coogee Bay

Nachdem mich mein erster Tag vorbei an fast allen Wahrzeichen Sydneys geführt hat, stehe ich am nächsten Morgen früh auf und fahre mit dem Bus zu einem weiteren Punkt auf der Liste jedes Australien-Reisenden: Zum Bondi-Beach! Ich höre meine Freundinnen regelrecht seufzen als ich ihnen  direkt vom Strand ein Bild schicke –  selbstverständlich mit Surfern. Knapp nach 8:00 Uhr hat es schon über 30 Grad und ich bin froh über jede Brise, die über das Meer kommt. Auf meinen Programm steht an diesem Morgen der Coastal Walk von Bondi Beach nach Coogee Beach, dafür brauch ich laut meinem Rntspannung in Sydney? Nicht für micheiseführer rund zwei Stunden. In diesen zwei Stunden genieße ich das unglaubliche Panorama, das sich mir nach jeder einzelnen Biegung präsentiert. Es fängt an mit dem berühmten Salzwasserpool des Iceberg’s, weiter vorbei an grandiosen Strandvillen, die an den Hängen kleben, ein Stopp am Bronte Beach, an dem sich in einem der vielen öffentlichen Meeresbecken Familien, Rentnern und Sportler tummeln. Weiter geht es über den Clovelly Beach bis ich letztendlich bei knackigen 37 Grad in der Coogee Bay ankomme. Ein toller Vormittag, der mich doch etwas neidisch auf das Leben einiger Australier hat blicken lassen. Solche Strände direkt vor der Haustür – das ist für mich ein Traum und eine enorme Lebensqualität. In Australien leben – das könnte ich mir schon vorstellen.

 

Entspannung in Sydney? Nicht für mich

Sydney gibt mir wenig Zeit zum Durchatmen: Es gibt so viel zu entdecken und ich versuche alles in die paar Tage zu packen. So geht es in die Blue Mountains zum Wandern, auf den Markt, um nach deutschem Vollkornbrot zu suchen (gibt es natürlich!) und nach Watson‘s Bay, um Häuser und Menschen zu bestaunen. Und dazwischen organisieren Melli und ich, die ich in Sydney kennengelernt habe, unser großes Abenteuer. Mit dem Campervan geht es für uns in vier Wochen an der Ostküste entlang bis hoch nach Cape Tribulation.

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Harbour Bridge und Opernhaus

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Skyline am Circular Quay

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Auf der Fähre nach Manly

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Manly

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Das Opernhaus in der Dämmerung

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Sydney-Lifestyle am Bondi Beach

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Bondi Beach am Morgen

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Das Iceberg’s am Bondi 

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Coastal Walk von Bondi nach Coogee

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Sonnenuntergang kann man auch am Bondi gucken

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Ausflug in die Blue Mountains

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Blick auf die Three Sisters

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Paddington Market

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Watson’s Bay mit der Skyline von Sydney

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Dämmerung über Watson’s Bay

Ein Tag auf der Great Ocean Road – von Melbourne nach Port Campbell

Melbourne ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Trip auf der Great Ocean Road (GOR), die sich rund 250 km entlang der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford schlängelt. Mit drei anderen Backpackern haben ich mir für einen Tag ein Auto gemietet und wir sind die GOR bis zu den zwölf Aposteln abgefahren. Und es hat sich absolut gelohnt! Heather und John hatten mich mit allen möglichen Tipps ausgestattet, denn mein Wunsch war für diesen Tag Kängurus und Koalas live zu erleben.

Auf dieser Strecke ist der Weg das Ziel. Wir fahren die gewundene Küstenstraße entlang und ich kann kaum den Blick von dem beeindruckenden Panorama abwenden, das sich mir bietet. Schroffe Klippen, brausendes Meer und der Wind, der an den Gumtrees zerrt. Und immer wieder lässt sich die Sonne blicken und taucht die Szenerie gleich in ein ganz anderes Licht. Dann scheint das Meer nicht mehr grau und düster, sondern zeigt alle Nuancen von Blau und Grün, die man sich vorstellen kann.

Unser erster Stopp ist der Golfplatz in Anglesea. Eigentlich nicht wirklich mein Ding, aber auf diesem soll es Horden von Kängurus geben. Und nach einigen Metern, die wir über das heilige Grün stapfen, sehen wir sie. Mindestens 20 graubraune Kängurus, die lässig auf dem Gras liegen oder essen. Wir kommen bis auf ein paar Meter ran und ich bin ganz selig. Ein weiterer Haken auf meiner imaginären Bucketlist!

Weiter geht‘ s nach Aireys Inlet, dort steht der Split Point Leuchtturm und wir haben einen wunderbaren Blick auf den Eagle Rock und Table Rock, die vor uns im Meer ruhen. Ein paar Kilometer weiter entdecken wir ein Pärchen am Straßenrand, das gebannt in einen Gumtree starrt. Für mich ganz klar: Da muss ein Koala drin sitzen! Und genau so ist, ich sehe das erste Mal in meinem Leben einen Koala und das auch noch in freier Wildbahn. Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe: Sein graues Fell tarnt ihn gut in der Astgabel, seine weiß-grauen Puschelohren und die schwarze Nase sind einfach nur zum Dahinschmelzen. Und ich bin nicht die einzige, die andächtig zu diesem kleinen Fellball hinauf starrt. Und gleich ein paar Kilometer weiter in Kennett River erwarten uns noch viele weitere Koalas in den Baumwipfeln. Am Ende haben wir an diesem Tag mehr als 20 entdeckt. Ein ganz großer Haken auf der Bucketlist!

Immer noch ganz beseelt steigen wir wieder ins Auto und nach den Koalas können uns die Massen von Kakadus in Apollo Bay nicht mehr ganz so sehr begeistern – aber immer noch toll, die Vögel nicht im Zoo sondern auf der Strandpromenade zu beobachten. Nach Apollo Bay bietet uns die Great Ocean Road auch noch was ganz anderes: den Maits-Rest-Regenwald im Great-Otway-Nationalpark. Das ist das komplette Kontrastprogramm und wir streifen durch einen dichten Wald mit mannshohen Farnen und über 300 Jahre alten riesigen Bäumen.

Na, und dann erwartet uns zwischen Princetown und Port Campbell das touristische Highlight der GOR: Die zwölf Apostel. Eigentlich sind es nicht wirklich zwölf und von der Aussichtsplattform können wir und zahlreiche andere Touristen auch nur sieben davon erspähen. Aber der Blick auf die Brocken ist wirklich toll. Leider guckt die Sonne da nur einige Minuten hervor, doch die Stimmung ist vielleicht gerade dadurch besonders, fast ein bisschen mystisch…

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Känguru-Mama mit kleinem Joey im Beutel

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Split Point Leuchtturm

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Aaaaah – mein erster Koala

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Kakadu in Apollo Bay

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Maits-Rest-Regenwald

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Ein Hauch von Sonne, die zwölf Apostel und ich

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Melbourne – von tollen Menschen und Spinnen, die Pläne umwerfen

Meine Australien-Abenteuer startete mit einem 36-stündigen Flugmarathon: am Donnerstagvormittag verabschiedete ich mich von Ben in Chiang Mai und  flog nach Bangkok. Von dort ging es weiter nach Singapur. An dem wohl schönsten Flughafen, den ich kenne, verbrachte ich eine kurze Nacht um dann am nächsten Morgen nach Bali zu fliegen. Nach ein paar Stunden Aufenthalt dort ging es in den letzten Flieger, der mich dann letztendlich am späten Freitagabend nach Melbourne brachte.

Dort wurde ich von Heather und John empfangen, einem wunderbaren Paar, das sich sehr spontan angeboten hatte, mich ein paar Tage bei sich aufzunehmen. Nach kurzer Fahrt kamen wir dann in ihrem sehr schönen Haus in Melton an und ich war ziemlich überwältigt als ich mein Zimmer mit eigenem Bad sah. Nach Wochen in den unterschiedlichsten Unterkünften, in denen ich mir meist das Zimmer und das Bad teilen musste, war das ein unglaublicher Luxus!

Eigentlich wollte ich in Melbourne nur ein paar Tage bleiben und dann weiter nach Sydney ziehen. Doch es kam mal wieder alles anders als geplant… Heather und John machten mir meinen Start in Australien mit ihrer herzlichen Art sehr einfach und ich fühlte mich von der ersten Sekunde als Familienmitglied. Mit den beiden ging es für mich auch gleich an meinem zweiten Tag auf den Esplanade-Markt ins tolle St. Kilda und danach nach Philip Island, wo ich endlich die ersten Wallabees sehen konnte. Aber das Highlight auf Philip Island ist neben der wunderbaren Landschaft die berühmte Pinguin-Parade, bei der wir hunderte Pinguine beobachten konnten, wie sie nach einem Tag auf dem Meer zurück ans Ufer kamen und sich auf den beschwerlichen Weg zu ihren Nestern auf der Insel machen. Einfach herzerweichend die kleinen Kerle da rumwatscheln zu sehen!

In den kommenden Tagen hielt mich mein Sightseeing-Programm in der City auf Trab: rauf auf den Eureka-Tower und Melbourne aus dem 88. Stock auf den Kopf gucken, am Yarra-River entlang schlendern, die berühmte Flinders-Station bewundern, in tollen Cafés in Fitzroy sitzen, die Andy Warhol und Ai Wie Wei-Ausstellung im NGV besuchen, mit der Cirlce Tram durch den CBD fahren, einem Vormittag auf dem Queen Victoria Market verbringen,  die tausenden Graffitis in der Hosier Lane bewundern und einen Tag im wunderschönen Botanischen Garten liegen. Bei einer „Free Walking-Tour“ (kann ich nur empfehlen) ging es für mich drei Stunden durch die Stadt und unser Guide zeigte uns viele versteckte Ecken und wusste ganz viel über die Geschichte von Melbourne zu berichten.

Tja, und dann habe ich nach einer Woche noch eine ganz andere Seite der Stadt kennengelernt: Das Krankenhaus! Wie sich herausstellte, wurde ich im Botanischen Garten von einer Spinne (wen es interessiert: war laut des Arztes eine White Tail Spider) gebissen und das Ganze entwickelte sich zu einer sehr schmerzhaften Erfahrung. Mir wurde ein Abszess aus dem Schulterblatt geschnitten und somit verlängerte sich mein Aufenthalt bei Heather und John einfach mal und ich blieb letztendlich zweieinhalb Wochen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden für all ihre Hilfe und Unterstützung bin. Vielleicht hätte ich an diesem Punkt sonst wirklich ein Rückflugticket gebucht! Meine davor schon vorhandene Spinnenangst hat der Biss nicht unbedingt gemindert und nun scanne ich wirklich jeden Raum, jeden Weg, jedes Auto, jede Bank auf die achtbeinigen „Monster“.

Eine wunderbare Erinnerung an die Zeit in Melbourne bleibt das Family-BBQ, das ich mit meinen „australischen Eltern“ besucht habe:  Rund 20 Familienmitglieder und Freunde fanden sich auf der Farm von Lindsey in Mount Doran ein und verbrachten einen schönen Abend mit tollem Essen, Bier und Marshmallows am Lagerfeuer und jeder Menge spannender Gespräche. Mit das Größte für mich war die Fahrt auf dem Polaris Ranger über das endlose Farmgelände und an Horden von Kängurus vorbei.Und nachdem wir die Kiddies ausgeladen hatte, zeigte mir Lindsey, wie schnell das Ding wirklich fahren kann und wir brausten mit 100 km/h die Feldwege entlang.

In manchen Punkten hätte mein Start in Australien zwar etwas leichter sein können. Doch mit so tollen Menschen an meiner Seite ging das dann trotz der Hürden ganz gut und ich werde Melbourne Dank Heather und John in sehr guter Erinnerung behalten und hoffe, irgendwann zurückzukommen.

 

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Esplanade-Market in St. Kilda

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Luna Park in St. Kilda

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Meine wunderbaren Gasteltern Heather und John

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Beach-Boxes in Brighton Beach

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Picknick auf dem Weg nach Philip Island

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Philip Island

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Kaum zu erkennen, aber er ist drauf: einer Pinguine auf Philip Island

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Flinders Station in Melbourne

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Das Ausstellungsgebäude der Weltausstellung

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Tolle Graffitis gibt es in Melbourne an vielen Ecken

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Die Block-Arcade

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Die Skyline entlang des Yarra

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Auszeit im Botanischen Garten

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Raven – meine beste Freundin auf dem BBQ

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Lindsey’s Schafe kamen zum Knuddeln

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Die Fahrt im Polaris war ein Spaß

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BBQ in Mount Doran

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