Mit schwerem Herzen geht’s nach Mexiko – das Ende meiner einjährigen Weltreise

Mir bleiben nur noch wenige Tage bevor es für mich nach 12 Monaten Weltreise wieder nach Hause geht. Gut geht es mir mit dem Gedanken, bald wieder zu Hause zu sein nicht. Ich habe das Gefühl, noch nicht genug bekommen zu haben. So sind die letzten Tage in Mexiko eine Gefühlsachterbahn: auf der einen Seite genieße ich jeden einzelnen Moment, sauge die Sonne, das Meer, die Wärme auf, um für den deutschen Winter gewappnet zu sein, auf der anderen Seite ist ein Teil meiner Gedanken schon daheim und beschäftigt sich mit den großen Fragen, die mir nun bevorstehen: Finde ich einen Job? Bleibe ich in meiner Stadt? Klappt der Schritt zurück ins „normale Leben“?

Laguna de Bacalar – die Lagune der sieben Farben

Ich bin froh, die letzten Tage nicht allein zu verbringen, denn ich trete die Reise nach Mexiko gemeinsam mit Annabelle, Ellen, Laurens und Iris an. Der vorletzte Halt meiner Weltreise ist das wunderbare Laguna de Bacalar. Die Lagune entstand durch die sieben Cenoten und wird auch die Lagune der sieben Farben bezeichnet. Und diesen Namen trägt sie zu Recht. Die unterschiedlichen Blautöne, in denen die Lagune im Sonnenlicht schimmert, sind einfach unbeschreiblich schön. Die Tage in Bacalar und unserem Hostel direkt am Ufer nutzen wir zum Sonne tanken – denn davon hatten wir ja in Belize recht wenig.  Wir schwimmen im seichten, warmen Wasser, schnappen uns Kayaks und erkunden den See. Am Abend radeln wir in den kleinen Ort und suchen uns ein lauschiges kleines Restaurant. Und so läuft auch der nächste Tag ab, denn viel mehr gibt es in Laguna de Bacalar eigentlich auch nicht zu tun – wir sind damit glücklich.

Tulum – die Maya-Stadt am Meer

Mit Iris steuere ich einige Tage später Tulum an – der finale Stopp meiner Reise. Danach geht es nur noch mit dem Bus nach Cancun an den Flughafen. Doch zunächst stehen mir noch einige Tage in dieser wunderschönen Küstenstadt bevor, die vor allem für  ihre Maya-Stätte direkt am Meer und die zahlreichen Cenotes berühmt ist. Und genau in diesen Cenotes möchte ich tauchen gehen, denn das soll ein ganz besonderes Erlebnis sein. Eine Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist und mit Süßwasser gefüllt ist. Das Besondere am Tauchen in diesen Dingern ist, dass man bei optimalen Bedingungen eine 100% Sichtweite hat und man wie durch Glas schaut. Das will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Doch bevor es für mich zum Tauchen geht, erkunden Iris und ich erstmal den Ort und den Strand.

Karibischer Traum wie aus dem Bilderbuch

Der Strand in Tulum ist ein Traum – genauso wie aus einem Urlaubsprospekt, fast unwirklich so in Natura. Der Strand mit feinem gleißend weißem Korallensand fällt flach ins türkisschimmernde warme  Wasser ab und ist gesäumt von Bilderbuch-Palmen. Was will man mehr… Den Sonnenuntergang genießen wir in einer der unzähligen Strandbars bei einer Chelada – meinem neuen Lieblingsgetränk. Neben einer Flasche Corona bekomme ich ein Glas mit Salzrand, Limettensaft und Eiswürfeln. Darauf kommt das Bier und schon ist die Chelada fertig. Sooo lecker!

Mal wieder Zeit für Maya-Ruinen

Am nächsten Morgen schnappen wir uns Räder und machen uns auf in Richtung der Maya-Ruinen. Die Ruinen von Tulum gelten als das beste (und auch am besten erhaltene) Beispiel des Ostküstenstils, dem architektonischen Stil, in dem die Maya-Gebäude an der Nordküste von Quintana Roo zwischen 1200 und 1520 n.Chr. errichtet wurden. Der aufmerksame Leser merkt jetzt sicherlich, dass das ganz schön spät für die Maya ist. Denn zu dem Zeitpunkt ist die klassische Maya-Kultur eigentlich bereits zusammengebrochen, Tikal (Guatemala – da war ich auch) war schon über 300 Jahre verlassen und vom Dschungel überwuchert. Aber gut, man kann sich ja auch mal etwas Zeit lassen.

Auf an den Strand mit einer Chelada

Mit zahllosen anderen Touristen schiebe ich mich in gleißender Sonne also durch die Ruinen und denke wehmütig an das einsame, schattige Tikal. Da das Gelände jedoch recht klein und überschaubar ist, bin ich nach knapp zwei Stunden durch und radele voller Vorfreude an einen der Strände und verbringe den restlichen Tag im Wasser, mit der einen oder anderen Chelada in der Hand. Wunderbar!

Burritos, Quesadillas, Enchiladas, Guacamole – Essen in Mexiko

Nachdem ich die Maya-Stätten abgehakt habe, geht es am nächsten Tag das erste Mal in eine Cenote zum Schwimmen und Schnorcheln. Ja, ist schon ganz nett, denn bereits beim Schnorcheln hat man eine fantastische Sicht und ich komme mir wie in einem überdimensionalen Aquarium vor.  Das steigert auf jeden Fall meine Vorfreude auf meinen Tauchgang, der nicht mehr lange auf sich warten lässt. Am Abend folgen wir den Empfehlungen eines Einheimischen und klappern einige kleine Restaurants ab, um uns durch die Speisekarten zu futtern. Und das kann man in Mexiko wirklich gut. Im Gegensatz zu den Ländern in Zentralamerika, die ich besucht habe, bietet Mexiko (für die Wenigsten eine Neuigkeit) einfach grandioses Essen. Ging es im Rest von Zentralamerika eher um Nahrungsaufnahme, kann ich hier wieder schlemmen: Burritos, Quesadillas, Enchiladas, Guacamole, Mariscos, Tacos, Tortillas, Tortas, Tostadas – ach… Den Abend lassen wir in der Mojito-Bar Batey bei Live-Musik ausklingen und ich bin mir sicher, dass ich nach Mexiko zurückkehren werde.

Mein Jubiläum: in einem Jahr um die Welt

Der kommende Tag ist ein besonderer: Ich feiere mein Travel-Anniversary! Genau vor einem Jahr bin ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen, ohne genau zu wissen, was mich in den kommenden zwölf Monaten erwarten wird. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Reisen, all die traumhaften Orte, all die unglaublichen Erlebnisse und die wunderbaren Menschen, die ich treffen durfte, so erfüllen werden. Diese Reise war einer der besten und auch mutigsten Entscheidungen meines Lebens. Und es war das bist jetzt aufgregendste, spannendste und beste Jahr meines Lebens.  Dieses Jahr feiern wir in großer Gruppe im Batey.

Eine neue Tauchdimension: Die Cenotes rund um Tulum

Und am nächsten Morgen ist es dann endlich soweit: Meine Tauchgänge stehen an. Und als ich im Dive-Shop ankomme, habe ich großes Glück, denn ich werde ganz alleine mit meinen Dive-Master Alex unterwegs sein. Wir verstehen uns super, Alex ist Italiener und lebt seit über zehn Jahren in Tulum. Er bittet mich, meine Tauchkünste einzuschätzen und was ich mir so zutraue. Naja, nach dem Great Blue Hole trau ich mir relativ viel zu, doch bin beim Höhlentauchen immer noch ein wenig vorsichtig. Alex möchte beim ersten Tauchgang in der Cenote The Pit gerne weit in die Tiefe mit mir vordringen, um mir etwas zu zeigen, dass es nur selten zu sehen gibt: In rund 30 Metern Tiefe treffen die Lichtstrahlen im kristallklaren Wasser auf die weiße Schwefelwasserstoffwolke. Wenn man diese durchdringt , erblickt man an den Wänden schwarze Linien, die die unterschiedlichen Wasserstände der Eiszeit anzeigen. Als wir an den Dos Ojos-Cenotes ankommen und uns mit unserem Equipment auf den Weg zu The Pit machen, bin ich doch etwas aufgeregt. Der nächste tiefe Tauchgang und wenn alles gut läuft, möchte Alex mit mir auch einige der kleinen Höhlen in The Pit betauchen. Ich springe in das kühle Wasser und als ich den Kopf unter Wasser nehme, kann ich es nicht glauben und habe das Gefühl, mein Gehirn spielt mir einen Streich: Ich „sehe“ kein Wasser um mich. Natürlich spüre ich es, aber das Wasser ist so klar, dass ich die anderen Taucher in der Cenote wie durch eine Glasscheibe sehe. Ich brauche etwas, bis ich mich daran gewöhnt habe und der leichte Schwindel verschwinden. Alex hat mich an Land bereits vorgewarnt, doch verstehe ich jetzt erst, was er meint. In einer großen Spirale schrauben wir uns immer weiter in die Tiefe, die Lichtstrahlen dringen immer noch in die Tiefe und Alex versichert sich immer wieder, dass es mir gut geht. Denn mittlerweile sind wir auf rund 30 Meter und ich kann die milchige Schwefelwasserstoffwolke unter mir sehen.

Orientierungslos auf über 42 Metern

Jetzt kommt der etwas unangenehme Part, denn für einige Momente ist alles um mich herum nebelig und aufgrund der Tiefe verliere ich für einige Sekunden die Orientierung. Doch auch davor hat mich mein Dive-Master gewarnt und ich steige weiter hinab bis ich die milchige Wolke durchdrungen habe. Um mich herum ist das Wasser wieder klar und der leichte Schwindel lässt nach. Ich schaue mich um und bin fasziniert: Im glasklaren Wasser erkenne ich knorrige Bäume und Felsformationen. Doch wir bleiben auf dieser Tiefe nicht lange und steigen langsam wieder auf. Auf rund 20 Metern tauchen wir in die kleine angekündigte Höhle. Und die ist wirklich klein bzw. eng. Als ich durch die Öffnung schwimme, scharben meine Sauerstoff-Tanks an der Decke entlang. Doch in der Höhle ist es wieder etwas geräumiger. Wir drehen ein Ründchen und dann geht es wieder in die Cenote und wir steigen ganz langsam an die Oberfläche auf. Ich bin begeistert und muss Alex rechtgeben, sicherlich ein Tauchgang, den ich nicht so schnell vergessen werde! Mein Tauchlehrer lobt mich für mein besonnenes Verhalten in der Höhle und ist von Dive-Skills angetan. Mir tut es gut, das allererste Mal ganz allein mit einem Tauchlehrer zu sein und von ihm ein paar kleine Skills zu lernen, die in einer größeren Gruppe einfach immer wieder untergehen.

Höhlentauchen an der Barbie-Line

Unsere nächste Station ist die Cenote Dos Ojos. Auch hier glasklares Wasser und wir tauchen knapp eine Stunde durch das Unterwasserhöhlen-System. Als ich zwischendurch darüber nachdenke, dass es hier keine Möglichkeit gibt, mal schnell an die Oberfläche zu tauchen, wird mir ein wenig mulmig. Doch ich verdränge den Gedanken einfach schnell wieder und folge Alex. Das Cenote-Tauchen ist wirklich eine einmalige Erfahrung und ich bin froh, dass ich sie so kurz vor meiner Heimreise noch machen durfte.

Der Rückflug ist nur noch wenige Stunden entfernt

Und nun bricht er an: mein letzter Abend auf Weltreise! Ich bin melancholisch und froh, dass Iris und die anderen aus dem Hostel mir keine Zeit für trübe Gedanken lassen. Wir feiern zunächst in unserem Hostel, bevor wir alle gemeinsam in die Stadt ziehen, um den Abend noch etwas zu verlängern.  Einige Stunden später kommt dann der Moment, den ich insgeheim seit Wochen fürchte: ich packe das letzte Mal meinen Rucksack, nehme den Bus nach Cancun und warte dort auf meinen Flieger, der mich (wenigstens) auf direktem Flug nach Hause bringt. Die Gedanken drehen sich in meinem Kopf, all die Erinnerungen der letzten zwölf Monate überschlagen sich und ich denke an all die wunderbaren Menschen, die ich treffen durfte und die unglaublichen Plätze, an die es mich, manchmal auch unerwartet, verschlagen hat. Ich verdrücke ein paar Tränen, habe Angst vor dem Nachhause kommen und hoffe, dass ich bald wieder ins nächste Flugzeug steigen kann, um die nächste Reise anzutreten. Denn dieses Jahr war bislang das beste meines Lebens!

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Laguna de Baccalar

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Mit Ellen, Iris und Annabelle

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Wird auch die Lagune der sieben Farben genannt – Laguna de Bacalar

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Chelada – soooo lecker

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Die Mojito-Bar im Batey

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Mit Iris am Strand von Tulum

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Die Farbe des Wassers ist fast unwirklich

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Knallweißer Korallensand in Tulum

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Die Maya-Stätten Tulums

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Traumhaft schön!

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Der letzte Tag am Strand – stilgemäß mit Corona

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Die letzte Nacht meiner einjährigen Weltreise

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Am Flughafen von Cancun – gleich geht’s zurück in die Realität

 

Roadtrip, die Letzte: von Rockhampton über die Whitsunday-Islands bis nach Cape Tribulation

Nach Rainbow Beach ist unsere nächste Station auf unserem Roadtrip Rockhampton. Melli und mich hat vor allem der Titel „Beef Capital of Australia“ überzeugt, dort einen Stopp einzulegen. Somit stand dort auch alles im Zeichen der Rinder: Morgens geht es zu einer Cattle Auction, wo wir auf wahre australische Cowboys treffen, den Nachmittag verbringen wir im Zoo (ohne Kühe!) und abends essen wir das beste Steak unseres Trips im Great Western Hotel. Und eigentlich wollten wir auch ein Rodeo besuchen, aber das fand leider an diesem Tag nicht statt.

Auf nach Airlie-Beach

Über einsame Straßen fahren wir die lange Strecke bis nach Airlie-Beach, wo wir uns mit Tatjana verabredet haben. Wir verbringen zu Dritt entspannte Tage in dem kleinen Ort und liegen meist an der Lagune in der Ortsmitte, denn ins Meer kann man hier nur mit Stingersuit, der Quallen wegen. Als Melli und ich bei unserer Morgenroutine am Hafen ganz unverhofft Mark kennenlernen, wird mir mal wieder deutlich, wie offen und gastfreundlich die Australier sind. Mark spricht mich an als ich gerade mit Handtuch über der Schulter zurück zum Van marschiere, denn ihm fällt mein immer noch watschelnder Gang auf. Wir kommen ins Gespräch, debattieren über die Europa-Politik und Mark erzählt, dass er gerade erst nach fünf Jahren um die Welt Segeln in die Heimat zurückgekehrt ist. Er fragt mich, ob ich einen Kaffee mit ihm trinken wolle und ich stimme zu. Mit Melli im Gepäck geht es, so denke ich, in das Café des Yachtclubs. Doch ich irre mich, Mark nimmt uns mit einem kleinen Beiboot  auf seinen Katamaran mit. Wir sind mehr als beeindruckt von dem schicken Boot und genießen die kommenden zwei Stunden auf Deck mit Kaffee in der Hand sehr und tollen Gesprächen, bevor es zurück ins Camper-Leben geht.

Horror-Trip ins Paradies!

Wir sind ja eigentlich in Airlie-Beach um auf unseren Segeltörn auf die Whitsunday-Islands zu gehen. Wir drei freuen uns riesig und haben Bilder von uns auf dem Segelschiff beim Sonnenuntergang vor Augen, wir beim schnorcheln umgeben von Fischschwärmen, wir an Deck des Bootes in der Sonne liegend. Tja, was wir dann drei Tage lang erleben ist das krasse Gegenteil. Ich will auch garnicht mehr genau drauf eingehen, sonst reg ich mich wieder auf! Nur so viel: Am zweiten Tag auf dem Boot wurden wir morgens um 6:00 Uhr geweckt, denn das Boot hatte ein Leck und fing an zu sinken. Ja, der Kapitän benutzte exakt dieses Wort! So ging es für uns in einen Hafen zurück, dass Boot wurde langwierig repariert, wir sind letztendlich am Nachmittag aufgebrochen, bei starken Wellengang und Regen weitergesegelt, der Großteil der Anwesenden hat sich dauernd übergeben (ich werde wirklich NICHT seekrank) und wir sind kurz vor Dämmerung endlich an Whitehaven-Beach angekommen. Das sollte eigentlich das Highlight des Trips werden, wir konnten den Strand rund 20 Minuten ohne Regen bei schlechtem Licht bestaunen. Nach weiteren 60 Minuten im Regen am Strand ging es zurück auf das Stinke-Sinke-Schiff und im Dunkeln bei starkem Seegang weiter. Am nächsten Morgen ging es im Regen auf den Outlook, der bei Sonnenschein sicherlich einen wunderbaren Ausblick auf Whitehaven-Beach bietet. Danach wurden wir von unserem Kapitän ins Wasser zum Schnorcheln gescheucht. Ich merkte davor schon an, dass der Wellengang sicherlich nicht zu guter Sicht beiträgt. Gut, das war dem guten Mann egal. Er musste ja nicht ins Wasser. Dieser Schnorchelgang war der bekloppteste meines Lebens, es gab NICHTS, wirklich nichts zu sehen…

Cape Tribulation – Regenwald, Spinnen und Krokodilwarnungen

Nach diesem Horror-Trip springen wir in Airlie-Beach sofort in unseren geliebten Van und machen uns auf den Weg nach Port Douglas, um am nächsten Tag weiter in den Daintree Nationalpark zu fahren. Dort am Cape Tribulation treffen Regenwald und das Great Barrier Reef aufeinander. Wirklich traumhaft. Der Regenwald lädt zu tollen Hikes ein, bei denen wir zum Schrecken von Tatjana und mir auf viele sehr (SEHR) große Spinnen gestoßen sind und uns die Krokodilwarnschilder doch etwas aus dem Konzept gebracht haben.

Good Bye Australia – die letzten Tage in Cairns

Tja, und dann heißt es auch schon nach zwei Monaten langsam Abschied von Australien zu nehmen. Zunächst verbringen Tatjana, Melli und ich noch ein paar Tage zusammen in Cairns, bevor sich als erstes Tatjana verabschieden muss und dann der nächste große Abschied ansteht: Melli und ich müssen unsere liebgewonnenen Van zurückgeben. Leicht fällt uns das nicht, wir belohnen uns mit einer Nacht in einem schönen Hotel bevor auch Melli fliegt. Und da bin ich. Ganz allein in Cairns, ohne einen wirklichen Plan, wie es für mich weitergeht. Nach einem Tauchgang am Great Barrier Reef (ich hab Haie gesehen!) und vielen Telefonaten mit meinen Freunden sehe ich etwas klarer und buche mir einen Flug nach Hawaii. Bye Bye Australia!

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Airlie-Beach

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Das Trio Infernale in der Lagune.

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Unser Morgen auf Marks Boot

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Ich und der Skipper des Grauens

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Noch lacht Melli!

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Die, die immer lacht. Wenigstens auf den Bildern.

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Die Sturmpause für ein Bilder genutzt

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Whitehaven-Beach

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Nein, das ist kein Teletubbie! Melli im Stingersuit

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Whitehaven-Beach

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Pole-Dancing unter Deck!

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Unter Deck war es seeeeehr kuschelig. Wenn sich keiner übergeben hat.

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Auf dem Weg nach Cape Tribulation

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Go! Seek! Aber wirklich Happy?

7 Länder, 11 Flüge, über 25 Orte und 122 Tage liegen zwischen meiner Abreise vor genau vier Monaten und dem heutigen Tag. Der richtige Zeitpunkt um mal ein kleines Resümee zu ziehen. Die letzten Monate waren die außergewöhnlichsten meines bisherigen Lebens, ich war an Orten, die ich noch  nie besucht habe, ich habe Menschen kennengelernt, die nicht mehr wegzudenken sind, ich habe tausend wunderschöne Momente erlebt. Ich habe aber auch traurige Momente erlebt und Enttäuschungen, die mir mal wieder gezeigt haben, auf welche Menschen ich mich wirklich in JEDER Situation meines Lebens verlassen kann und welche doch nur eine Gastrolle gespielt haben.

Und nach vier Monaten tut eines immer noch verdammt weh – das Verabschieden. Eine solche Reise bedeutet eigentlich  sich ständig zu verabschieden: Von Menschen, von Orten, von Gewohnheiten. Das ist kein Zuckerschlecken und ich habe mich bis heute nicht daran gewöhnt. Wahrscheinlich werde ich das auch nicht mehr. Ich verbinde mit jedem Menschen, den ich in den letzten Monaten getroffen habe Erlebnisse, Erinnerungen, Gefühle.

Manchmal sitze ich in einem Café, höre ein Lied und meine Gedanken sind nicht mehr im Hier und Jetzt. Sie driften ab, ich sehe meinen  wunderbaren Travel-Soulmate, für den ich so dankbar bin und der nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken ist, und mich mit dem Roller und einem breiten Grinsen auf dem Gesicht an Balis Küste, in Thailands Urwäldern oder auf einer der vielen Inseln rumbrausen, Gin Tonic trinken und im Meer schwimmen. Oder ich sehe Mascha und mich ein ganz besonderes Silvester feiern und in leichter Hysterie Monsterspinnen, Kakerlaken und Ratten bekämpfen. Oder meine Tauchbuddies Raphi und Daniel, die ich immer mit meiner ersten Taucherfahrung verbinden werde. Oder Steve und Neil, mit denen ich lange Partynächte im Old Man’s auf Bali verbracht habe und das Katerfrühstück am nächsten Morgen geteilt habe. Oder Gede und Kadek, die mir mit ihrer wunderbaren Hochzeit eine unvergessliche Erinnerung beschert haben. Und die wahrscheinlich wichtigsten Menschen der letzten Wochen, Heather und John, die mich als völlig Fremde so warmherzig und offen in ihrer Familie aufgenommen haben und all den Mist rund um meinen Spinnenbiss mit mir durchgestanden haben.

Eine solche Reise ist etwas sehr besonderes, sie kostet aber auch echt viel Kraft. Dafür bekommt man auch einiges geboten, doch kann ich jedem versichern, Probleme fühlen sich auch mit Strand, Sonne und sommerlichen Temperaturen nicht besser an. Und ja, es gibt sie auch im Paradies. Und wisst Ihr was das Lustige ist? Es sind eigentlich die gleichen, die man auch zu Hause hat. Natürlich fallen ein paar der Themen aus dem alltäglichen Leben raus, dafür kommen andere aus dem Alltag der Reisenden dazu. Nicht falsch verstehen, ich bin immer noch froh, diesen Schritt gewagt zu haben, aber es heißt nicht, dass ich nun zwölf Monaten von all dem Mist, der uns so belastet, entbunden bin. Ich laufe nicht tagtäglich nur mit breitem Grinsen durch die Welt, auch wenn es auf vielen Bildern so aussieht. Soviel Selektion will ich mir auf meinem eigenen Blog aber schon vorbehalten. Doch die anderen Bilder gibt es auch…

In den vergangen Wochen gab es für mich ein paar Momente, in denen ich ernsthaft darüber nachdachte, nach Hause zu fliegen. Nicht, weil ich Heimweh habe, sondern vielmehr weil mir vielleicht die Alternative fehlte. Und es ist meinen sehr engen Freunden zu verdanken, dass ich heute in Australien und nicht in Deutschland bin. Unzählige Gespräche, nächtliche Telefonate, tausende Nachrichten haben mich abgehalten meinen Rückflug zu buchen! Ich kann Euch eigentlich nicht genug danken, dass Ihr das immer wieder mitmacht, Ihr seid schon toll. Ich freue mich heute schon jeden Einzelnen von Euch früher oder später wieder in die Arme schließen zu dürfen…Bild für Post

Abschied – Aufbruch – Ankommen?

Über  zwölf Monate habe ich auf den morgigen Tag gewartet und jetzt ist er da: Es trennen mich nur noch wenige Stunden vom  Abschied nehmen! Ich nehme Abschied von meinen Freunden, meiner Familie, ja von meinem ganzen gewohnten Leben und breche zum größten Abenteuer meines bisherigen Lebens auf. Ich starte meine Weltreise und möchte in den kommenden zwölf Monaten  einige der schönsten Orte der Erde zu bereisen. Und das immer mit dem Sommer!

Ein grober Plan steht, doch ob es dabei bleibt, werde ich erst in den kommenden Monaten wissen. Morgen bringt mich mein Flieger mit Zwischenstopp in Hongkong zur ersten Etappe der Reise: Bali!

Ich freue mich riesig und habe mich mit EAT PRAY LOVE (in Film- UND Buchform) bereits in die richtige Stimmung gebracht! Bali schien mir perfekt als erstes Ziel – ein sanfter Start ins Abenteuer – bevor ich Ende November nach Myanmar fliege.  Nun bin ich gespannt auf die indonesische Insel und freue mich auf Sonne, Meer, Radtouren durch die Reisterrassen (ja, ja, vielleicht doch den Film ein, zwei Mal zu oft gesehen), tolles Essen und viele Begegnungen mit spannenden Menschen.

Die letzten Wochen waren schwer und haben mich viel Kraft und Energie gekostet. Den Job kündigen, die Wohnung ausräumen, das Auto verkaufen, den Lieben „Auf Wiedersehen“ sagen und das eigene Leben in einen 65L-Rucksack packen. Ich weiß, für was ich es tue, doch Zweifel kamen in den letzten Wochen immer wieder auf: Habe ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen? Ist das Ganze nicht vielleicht doch eine Nummer zu groß für mich? Ist das Risiko ein „sicheres“ Leben in Deutschland aufzugeben nicht viel zu hoch?

Doch in diesen Momenten muss ich mich einfach selbst daran erinnern, warum ich diese Reise JETZT mache. Nach dem Abitur oder dem Studium war ich noch nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich war nicht so selbstsicher, hätte mir sowas nicht zugetraut und das Reisefieber hatte mich noch nicht gepackt. Jetzt ist vieles anders! Ich bin seit Jahren überzeugter Anhänger meiner eigenen „Zeitfenster-Theorie“: Für fast alle Entscheidung im Leben gibt es ein Zeitfenster, das sich irgendwann schließt und man muss die Chance ergreifen, solange sie sich bietet. Und mein ganz persönliches Zeitfenster für eine Weltreise wird sich in absehbarer Zeit schließen. Deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt um aufzubrechen! Und vielleicht steht am Ende der Reise ein „Ankommen“?

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