Mit schwerem Herzen geht’s nach Mexiko – das Ende meiner einjährigen Weltreise

Mir bleiben nur noch wenige Tage bevor es für mich nach 12 Monaten Weltreise wieder nach Hause geht. Gut geht es mir mit dem Gedanken, bald wieder zu Hause zu sein nicht. Ich habe das Gefühl, noch nicht genug bekommen zu haben. So sind die letzten Tage in Mexiko eine Gefühlsachterbahn: auf der einen Seite genieße ich jeden einzelnen Moment, sauge die Sonne, das Meer, die Wärme auf, um für den deutschen Winter gewappnet zu sein, auf der anderen Seite ist ein Teil meiner Gedanken schon daheim und beschäftigt sich mit den großen Fragen, die mir nun bevorstehen: Finde ich einen Job? Bleibe ich in meiner Stadt? Klappt der Schritt zurück ins „normale Leben“?

Laguna de Bacalar – die Lagune der sieben Farben

Ich bin froh, die letzten Tage nicht allein zu verbringen, denn ich trete die Reise nach Mexiko gemeinsam mit Annabelle, Ellen, Laurens und Iris an. Der vorletzte Halt meiner Weltreise ist das wunderbare Laguna de Bacalar. Die Lagune entstand durch die sieben Cenoten und wird auch die Lagune der sieben Farben bezeichnet. Und diesen Namen trägt sie zu Recht. Die unterschiedlichen Blautöne, in denen die Lagune im Sonnenlicht schimmert, sind einfach unbeschreiblich schön. Die Tage in Bacalar und unserem Hostel direkt am Ufer nutzen wir zum Sonne tanken – denn davon hatten wir ja in Belize recht wenig.  Wir schwimmen im seichten, warmen Wasser, schnappen uns Kayaks und erkunden den See. Am Abend radeln wir in den kleinen Ort und suchen uns ein lauschiges kleines Restaurant. Und so läuft auch der nächste Tag ab, denn viel mehr gibt es in Laguna de Bacalar eigentlich auch nicht zu tun – wir sind damit glücklich.

Tulum – die Maya-Stadt am Meer

Mit Iris steuere ich einige Tage später Tulum an – der finale Stopp meiner Reise. Danach geht es nur noch mit dem Bus nach Cancun an den Flughafen. Doch zunächst stehen mir noch einige Tage in dieser wunderschönen Küstenstadt bevor, die vor allem für  ihre Maya-Stätte direkt am Meer und die zahlreichen Cenotes berühmt ist. Und genau in diesen Cenotes möchte ich tauchen gehen, denn das soll ein ganz besonderes Erlebnis sein. Eine Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden ist und mit Süßwasser gefüllt ist. Das Besondere am Tauchen in diesen Dingern ist, dass man bei optimalen Bedingungen eine 100% Sichtweite hat und man wie durch Glas schaut. Das will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Doch bevor es für mich zum Tauchen geht, erkunden Iris und ich erstmal den Ort und den Strand.

Karibischer Traum wie aus dem Bilderbuch

Der Strand in Tulum ist ein Traum – genauso wie aus einem Urlaubsprospekt, fast unwirklich so in Natura. Der Strand mit feinem gleißend weißem Korallensand fällt flach ins türkisschimmernde warme  Wasser ab und ist gesäumt von Bilderbuch-Palmen. Was will man mehr… Den Sonnenuntergang genießen wir in einer der unzähligen Strandbars bei einer Chelada – meinem neuen Lieblingsgetränk. Neben einer Flasche Corona bekomme ich ein Glas mit Salzrand, Limettensaft und Eiswürfeln. Darauf kommt das Bier und schon ist die Chelada fertig. Sooo lecker!

Mal wieder Zeit für Maya-Ruinen

Am nächsten Morgen schnappen wir uns Räder und machen uns auf in Richtung der Maya-Ruinen. Die Ruinen von Tulum gelten als das beste (und auch am besten erhaltene) Beispiel des Ostküstenstils, dem architektonischen Stil, in dem die Maya-Gebäude an der Nordküste von Quintana Roo zwischen 1200 und 1520 n.Chr. errichtet wurden. Der aufmerksame Leser merkt jetzt sicherlich, dass das ganz schön spät für die Maya ist. Denn zu dem Zeitpunkt ist die klassische Maya-Kultur eigentlich bereits zusammengebrochen, Tikal (Guatemala – da war ich auch) war schon über 300 Jahre verlassen und vom Dschungel überwuchert. Aber gut, man kann sich ja auch mal etwas Zeit lassen.

Auf an den Strand mit einer Chelada

Mit zahllosen anderen Touristen schiebe ich mich in gleißender Sonne also durch die Ruinen und denke wehmütig an das einsame, schattige Tikal. Da das Gelände jedoch recht klein und überschaubar ist, bin ich nach knapp zwei Stunden durch und radele voller Vorfreude an einen der Strände und verbringe den restlichen Tag im Wasser, mit der einen oder anderen Chelada in der Hand. Wunderbar!

Burritos, Quesadillas, Enchiladas, Guacamole – Essen in Mexiko

Nachdem ich die Maya-Stätten abgehakt habe, geht es am nächsten Tag das erste Mal in eine Cenote zum Schwimmen und Schnorcheln. Ja, ist schon ganz nett, denn bereits beim Schnorcheln hat man eine fantastische Sicht und ich komme mir wie in einem überdimensionalen Aquarium vor.  Das steigert auf jeden Fall meine Vorfreude auf meinen Tauchgang, der nicht mehr lange auf sich warten lässt. Am Abend folgen wir den Empfehlungen eines Einheimischen und klappern einige kleine Restaurants ab, um uns durch die Speisekarten zu futtern. Und das kann man in Mexiko wirklich gut. Im Gegensatz zu den Ländern in Zentralamerika, die ich besucht habe, bietet Mexiko (für die Wenigsten eine Neuigkeit) einfach grandioses Essen. Ging es im Rest von Zentralamerika eher um Nahrungsaufnahme, kann ich hier wieder schlemmen: Burritos, Quesadillas, Enchiladas, Guacamole, Mariscos, Tacos, Tortillas, Tortas, Tostadas – ach… Den Abend lassen wir in der Mojito-Bar Batey bei Live-Musik ausklingen und ich bin mir sicher, dass ich nach Mexiko zurückkehren werde.

Mein Jubiläum: in einem Jahr um die Welt

Der kommende Tag ist ein besonderer: Ich feiere mein Travel-Anniversary! Genau vor einem Jahr bin ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen, ohne genau zu wissen, was mich in den kommenden zwölf Monaten erwarten wird. Ich hätte nie gedacht, dass mich das Reisen, all die traumhaften Orte, all die unglaublichen Erlebnisse und die wunderbaren Menschen, die ich treffen durfte, so erfüllen werden. Diese Reise war einer der besten und auch mutigsten Entscheidungen meines Lebens. Und es war das bist jetzt aufgregendste, spannendste und beste Jahr meines Lebens.  Dieses Jahr feiern wir in großer Gruppe im Batey.

Eine neue Tauchdimension: Die Cenotes rund um Tulum

Und am nächsten Morgen ist es dann endlich soweit: Meine Tauchgänge stehen an. Und als ich im Dive-Shop ankomme, habe ich großes Glück, denn ich werde ganz alleine mit meinen Dive-Master Alex unterwegs sein. Wir verstehen uns super, Alex ist Italiener und lebt seit über zehn Jahren in Tulum. Er bittet mich, meine Tauchkünste einzuschätzen und was ich mir so zutraue. Naja, nach dem Great Blue Hole trau ich mir relativ viel zu, doch bin beim Höhlentauchen immer noch ein wenig vorsichtig. Alex möchte beim ersten Tauchgang in der Cenote The Pit gerne weit in die Tiefe mit mir vordringen, um mir etwas zu zeigen, dass es nur selten zu sehen gibt: In rund 30 Metern Tiefe treffen die Lichtstrahlen im kristallklaren Wasser auf die weiße Schwefelwasserstoffwolke. Wenn man diese durchdringt , erblickt man an den Wänden schwarze Linien, die die unterschiedlichen Wasserstände der Eiszeit anzeigen. Als wir an den Dos Ojos-Cenotes ankommen und uns mit unserem Equipment auf den Weg zu The Pit machen, bin ich doch etwas aufgeregt. Der nächste tiefe Tauchgang und wenn alles gut läuft, möchte Alex mit mir auch einige der kleinen Höhlen in The Pit betauchen. Ich springe in das kühle Wasser und als ich den Kopf unter Wasser nehme, kann ich es nicht glauben und habe das Gefühl, mein Gehirn spielt mir einen Streich: Ich „sehe“ kein Wasser um mich. Natürlich spüre ich es, aber das Wasser ist so klar, dass ich die anderen Taucher in der Cenote wie durch eine Glasscheibe sehe. Ich brauche etwas, bis ich mich daran gewöhnt habe und der leichte Schwindel verschwinden. Alex hat mich an Land bereits vorgewarnt, doch verstehe ich jetzt erst, was er meint. In einer großen Spirale schrauben wir uns immer weiter in die Tiefe, die Lichtstrahlen dringen immer noch in die Tiefe und Alex versichert sich immer wieder, dass es mir gut geht. Denn mittlerweile sind wir auf rund 30 Meter und ich kann die milchige Schwefelwasserstoffwolke unter mir sehen.

Orientierungslos auf über 42 Metern

Jetzt kommt der etwas unangenehme Part, denn für einige Momente ist alles um mich herum nebelig und aufgrund der Tiefe verliere ich für einige Sekunden die Orientierung. Doch auch davor hat mich mein Dive-Master gewarnt und ich steige weiter hinab bis ich die milchige Wolke durchdrungen habe. Um mich herum ist das Wasser wieder klar und der leichte Schwindel lässt nach. Ich schaue mich um und bin fasziniert: Im glasklaren Wasser erkenne ich knorrige Bäume und Felsformationen. Doch wir bleiben auf dieser Tiefe nicht lange und steigen langsam wieder auf. Auf rund 20 Metern tauchen wir in die kleine angekündigte Höhle. Und die ist wirklich klein bzw. eng. Als ich durch die Öffnung schwimme, scharben meine Sauerstoff-Tanks an der Decke entlang. Doch in der Höhle ist es wieder etwas geräumiger. Wir drehen ein Ründchen und dann geht es wieder in die Cenote und wir steigen ganz langsam an die Oberfläche auf. Ich bin begeistert und muss Alex rechtgeben, sicherlich ein Tauchgang, den ich nicht so schnell vergessen werde! Mein Tauchlehrer lobt mich für mein besonnenes Verhalten in der Höhle und ist von Dive-Skills angetan. Mir tut es gut, das allererste Mal ganz allein mit einem Tauchlehrer zu sein und von ihm ein paar kleine Skills zu lernen, die in einer größeren Gruppe einfach immer wieder untergehen.

Höhlentauchen an der Barbie-Line

Unsere nächste Station ist die Cenote Dos Ojos. Auch hier glasklares Wasser und wir tauchen knapp eine Stunde durch das Unterwasserhöhlen-System. Als ich zwischendurch darüber nachdenke, dass es hier keine Möglichkeit gibt, mal schnell an die Oberfläche zu tauchen, wird mir ein wenig mulmig. Doch ich verdränge den Gedanken einfach schnell wieder und folge Alex. Das Cenote-Tauchen ist wirklich eine einmalige Erfahrung und ich bin froh, dass ich sie so kurz vor meiner Heimreise noch machen durfte.

Der Rückflug ist nur noch wenige Stunden entfernt

Und nun bricht er an: mein letzter Abend auf Weltreise! Ich bin melancholisch und froh, dass Iris und die anderen aus dem Hostel mir keine Zeit für trübe Gedanken lassen. Wir feiern zunächst in unserem Hostel, bevor wir alle gemeinsam in die Stadt ziehen, um den Abend noch etwas zu verlängern.  Einige Stunden später kommt dann der Moment, den ich insgeheim seit Wochen fürchte: ich packe das letzte Mal meinen Rucksack, nehme den Bus nach Cancun und warte dort auf meinen Flieger, der mich (wenigstens) auf direktem Flug nach Hause bringt. Die Gedanken drehen sich in meinem Kopf, all die Erinnerungen der letzten zwölf Monate überschlagen sich und ich denke an all die wunderbaren Menschen, die ich treffen durfte und die unglaublichen Plätze, an die es mich, manchmal auch unerwartet, verschlagen hat. Ich verdrücke ein paar Tränen, habe Angst vor dem Nachhause kommen und hoffe, dass ich bald wieder ins nächste Flugzeug steigen kann, um die nächste Reise anzutreten. Denn dieses Jahr war bislang das beste meines Lebens!

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Laguna de Baccalar

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Mit Ellen, Iris und Annabelle

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Wird auch die Lagune der sieben Farben genannt – Laguna de Bacalar

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Chelada – soooo lecker

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Die Mojito-Bar im Batey

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Mit Iris am Strand von Tulum

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Die Farbe des Wassers ist fast unwirklich

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Knallweißer Korallensand in Tulum

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Die Maya-Stätten Tulums

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Traumhaft schön!

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Der letzte Tag am Strand – stilgemäß mit Corona

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Die letzte Nacht meiner einjährigen Weltreise

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Am Flughafen von Cancun – gleich geht’s zurück in die Realität

 

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Nach Dauerregen in Belize: Der Traum jedes Tauchers – das Great Blue Hole

Um meinen Weg nach Belize anzutreten muss ich zunächst nochmal komplett durch Guatemala durch. Ziemlich blöd, doch das nehme ich gerne für die gemeinsame Zeit mit Jenn und Rene in Kauf. Ein Minivan bringt mich von El Zonte direkt nach Antigua, wo ich einige Stunden später mit dem nächsten Shuttle nach Guatemala City komme. Dort habe ich mich mit Mauro verabredet und für uns beide geht es am nächsten Tag mit dem Bus nach Puerto Barrios, wo wir ein kleines Fischerboot nehmen um nach Punta Gorda in Belize zu kommen. Völlig geschafft suchen wir uns ein kleines Hotel und sie froh als wir in endlich im Bett liegen.

Bus des Grauens: von Puerto Barrios nach Belize City

Der Wecker klingelt für mich früh am nächsten Morgen – denn ich muss den Bus kriegen, um nach Belize City zu fahren. Was dann da an der Haltestelle stoppt, versetzt mir einen Schock. Ich muss die siebenstündige Fahrt allen Ernstes in einem Chicken-Bus überstehen. Und es wird wirklich die Hölle. Der Bus ist voll, stickig, ohne Klimaanlage und hält ungelogen alle 50 Meter an. Ich teile mein Leid mit meiner Sitznachbarin, die mir als Einheimische versichert, dass genau diese Fahrt wirklich besonders schlimm ist. In Belize City angekommen will ich nur noch schnell weg – und zwar nach Caye Caulker. Zum Glück verlässt das Schnellboot auf die Insel das Terminal in knapp einer Stunde.

Karibisches Lebensgefühl auf Caye Caulker

Angekommen auf der Insel empfängt mich Karibik pur – weißer Sand, Palmen, türkisblaues Wasser und entspanntes Lebensgefühl. Nach einem kurzen Stopp im Hostel erkunde ich die Caye Caulker zu Fuß, deren Größe sehr überschaubar ist. Den Sundowner nehme ich im Lazy Lizard ein, einer absoluten Institution auf der Insel. Leider ändert sich das Wetter über Nacht und es setzt tropischer Regen ein – zwar warm aber ohne Unterlass. Am späten Nachmittag nutzen wir eine Regenpause um mit Kayaks aufs Meer raus zu paddeln, um dort zu schnorcheln. Neben kleinen Fischen entdecken wir auf ein paar kleine Riffhaie. Gemeinsam mit Ellen aus Belgien und Annabel aus England planen wir beim Hummeressen in einem der zahlreichen Strandrestaurants unser Belize-Highlight. Wir wollen im Great Blue Hole tauchen.  Jedem ambitionierten Taucher wird jetzt ein „What?!“ auf den Lippen liegen, denn das Great Blue Hole gehört zu den zehn weltweit besten Tauchgebieten. Luftaufnahmen zeigen die Besonderheit: Das Loch ist annähernd kreisförmig, hat einen Durchmesser von mehr als 300 Metern und ist bis zu 125 Meter tief. Seit über zwanzig Jahren gehört es als Naturdenkmal zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Dauerregen im Paradies

Doch wenn das Wetter sich nicht bessert, wird das nichts mit meinem Traum vom Tauchgang im Great Blue Hole. Auch der nächste Tag bringt nur eins – Regen. Leider gibt es außer Tauchen, Schnorcheln oder sich am Strand zu aalen nicht wirklich viel zu tun auf Caye Caulker und ich befürchte, langsam einen Inselkoller zu bekommen. Im strömenden Regen machen wir uns am Nachmittag auf den Weg zu einer der empfohlenen Tauchschulen (Vorsicht, gerade auf Caye Caulker gibt es viele schwarze Schafe) und informieren uns über den Tauchgang. Wir haben Glück – zwei Tage später soll es besser werden und es sind noch drei Plätze auf dem Tauchboot verfügbar. Wir schlagen sofort zu.

Ein weiterer Traum wird wahr: Tauchen im Great Blue Hole

So sitzen wir kurz nach sechs am Morgen am Donnerstag auf dem Tauchboot und lauschen unserem Tauchlehrer, der uns die Dive-Sites des Tages erläutert. Denn neben dem Great Blue Hole steuern wir noch zwei weitere Tauchgebiete an, um die Vielfalt der Unterwasserwelt bestaunen zu können. Denn, man muss ganz ehrlich sein, Artenvielfalt ist nicht die Stärke des Great Blue Hole – vor allem nicht wenn man als Open Water Advanced-Taucher den tiefen Tauchgang ansteuert.

Wie weit willst Du gehen?

Juan erklärt uns, dass wir im Greta Blue Hole mit Haien rechnen können – White und Black Tip Sharks, Reef Sharks und Bullsharks sollten es auf jeden Fall sein und wenn wir Glück haben, dann sehen wir vielleicht auch Hammerhead-Sharks. Wir sind gespannt. Als Advanced-Taucher werde ich heute die 40-Meter-Marke knacken, um wie viel weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch mir wird etwas mulmig als Juan nochmal mit uns die Probleme durchgeht, die auftauchen können. Bei dem Gedanken, 40 Meter unter der Wasseroberfläche zu sein, schleicht sich bei mir ein beklommenes Gefühl ein.

Im Tiefenrausch umgeben von Haien

Nach rund 2,5 Stunden Bootsfahrt bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir das Great Blue Hole und ich bin ganz andächtig. Wir machen uns fertig, um ins warme Wasser zu springen. Mein Tauchbuddy ist Ellen und wir machen gewissenhaft den Bodycheck bevor wir über Bord springen. Unsere Gruppe geht zuerst unter Wasser und wir schrauben uns langsam immer tiefer. Ich prüfe Luft und Tiefe – und stelle erstaunt fest, dass wir schon auf 25 Meter sind. Wir erblicken die ersten Haie und über uns schwebt majestätisch ein Manta – unglaublich schön. Immer weiter folgen wir Juan in die Tiefe, es wird dunkler und kälter – ich bin dankbar für den langen Wetsuit, den ich trage. Als es fast schon nachtschwarz um mich ist, werfe ich einen Blick nach oben und über uns drehen Haie ihre Kreise. Ein schneller Blick auf den Tiefenmesser sagt: 46 Meter, maximale Tiefe an diesem Tag für mich. Als wir rund 15 Minuten später wieder auftauchen, bin ich komplett aufgedreht und kann nicht glauben, dass ich meinen bislang tiefsten Tauchgang bestens und ohne jegliche Nebenwirkungen überstanden habe. Ellen und ich fallen uns in die Arme und teilen dieses unvergessliche Erlebnis.

Endlich: Blue Boobies

Unser Boot setzt sich wieder in Bewegung und wir steuern Half Moon Caye an. Dort werden wir nach einer Mittagspause an Land den nächsten Tauchgang haben. Die kleine Insel, ein Naturschutzgebiet, ist traumhaft: Vollkommen unberührt mit weißen Stränden gesäumt von Kokosnusspalmen. Nach dem Lunch erkunden wir die Insel und beobachten die Blue Boobies, die ich leider auf den Galapagos-Inseln nur aus der Ferne sah, beim Brüten in den Baumwipfeln. Nach diesem Ausflug geht es zurück aufs Boot und zum nächsten Tauchplatz. Dieser Tauchgang ist zwar wesentlich weniger tief, doch bestaunen wir hier unendliche Fischschwärme, bunte Korallen, Seeanemonen und jede Menge Fische.

Tauchen, tauchen, tauchen

Auch der dritte Tauchgang ist traumhaft: Dieses Riff führt uns an Steilwänden entlang und wir machen einen kleinen Höhlentauchgang. Zurück auf dem Boot steuern wir auf Caye Caulker zu – rund 3 Stunden brauchen wir für den Weg. Je näher wir der Insel kommen, desto stürmischer wird es und der Regen bricht über uns herein. Zurück auf dem Festland trifft sich die Tauchcrew wenig später wieder zum Abendessen und gemeinsamen Feiern – so geht unsere Zeit auf der kleinen Insel zu Ende. Am frühen Morgen nehmen Ellen, Annabelle, Laurens, Iris und ich den Bus um nach Mexiko zu reisen.

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Da schien noch die Sonne – meine Ankunft auf Caye Caulker

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Dauerzustand ab Tag zwei: Regen und Sturm

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Tauchbriefing auf dem Boot

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Auf zum Great Blue Hole

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Ab ins Wasser!

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Der erste Hai

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Mit Annabelle und Ellen

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Zur Entspannung ein bisschen Yoga

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Glückliche Gesichter nach dem Great Blue Hole

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Traumhaft: Half Moon Caye

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Die Tauchcrew beim Feiern am Abend

El Tunco und El Zonte: Surfen in El Savadors Surf-Mekka

El Salvador gilt unter Surfern als Geheimtipp, also planen auch wir drei den nächsten Halt an der Küste einzulegen. Die rund 100 Kilometer legen wir wie immer im Chicken-Bus zurück. Das sind altersschwache frühere Schulbusse aus den USA (ja, genau, die gelben), die in so schlechtem Zustand sind, dass sie in ihrer Heimat in Rente geschickt wurden, in Mittelamerika aber zu neuem Leben erweckt werden. Bis jetzt war das immer ganz ok, doch diese Fahrt übertrifft alles. Sie dauert geschlagene vier Stunden, der Bus ist zum Bersten mit Passagieren gefüllt, alles stapelt sich und niemand kann uns so genau sagen, wo wir eigentlich raus müssen. Auch lernen wir mal wieder, dass wir doch ein ganz anderes Verständnis von Nähe zu Fremden haben, als die Menschen in Zentralamerika. Denn zu jedem von uns gesellt sich auf dem wohlgemerkt Einzelsitz noch ein Salvadorianer dazu, mehr oder minder auf dem Schoß. Spannend!

El Tunco ist ausgestorben

Völlig erledigt kommen wir irgendwann in El Tunco an, eine Mitreisende hat sich erbarmt und die Aufgabe übernommen, uns lautstark deutlich zu machen, wenn wir den Bus verlassen müssen. Zum Glück. Nachdem wir unser Gepäck im Hostel abgeladen haben, schnappen wir uns ein Bier und hechten an den Strand um den Sonnenuntergang zu sehen – und der ist hier wirklich spektakulär. El Tunco ist wie ausgestorben als wir dort auflaufen und so freuen wir uns sehr, dass Mauro und Jess, die ich in Guatemala kennengelernt habe, dort zufälligerweise auch aufschlagen.

Surfunterricht bei Alex in El Zonte

Gemeinsam mit Jess entschließen wir uns nach ein paar Tagen in El Tunco, einige Kilometer weiterzuziehen und unseren Standort nach El Zonte zu verlagern. Dieser Strand soll super für Surf-Anfänger sein, wir steigen direkt am Strand im Hostel von Alex ab, der in den kommenden Tagen unsere Skills auf dem Surfbrett aufpoliert. Und das macht er spitzenmäßig und ich verleihe ihm mein persönliches Prädikat „Bester Surflehrer“ (abgesehen von Glen). Er nimmt sich sehr viel Zeit, sieht sofort, wo unsere Schwachstellen liegen und feilt an unserer Technik (wenn man überhaupt von Technik sprechen kann). Nach intensiven Surfstunden mit Alex  einige Tage hintereinander muss ich eine Pause einlegen: Meine Knie sind komplett offen und meine Fingerspitzen mit Blasen von Schleppen des Boards übersät. Viel mehr als Surfen gibt es auch in El Zonte nicht zu tun. Was aber nicht schlimm ist, denn wir vier fühlen uns im tollen Hostel sehr wohl und verbringen hier die letzten gemeinsamen Tage bevor es für mich unter Tränen über Guatemala, wo ich mich in der City mit Mauro treffe, nach Belize und für Rene und Jenn nach Honduras geht. Die Zwei sind mir wirklich über die gemeinsamen Wochen sehr ans Herz gewachsen und ich hätte nie gedacht, dass das Reisen mit einem Pärchen so wunderbar entspannt sein kann. Doch da sind die Zwei vielleicht auch wirklich ein Sonderfall…

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Mit dem Chicken-Bus unterwegs

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Sonnenuntergang am Strand – einer von vielen

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Ich finde das ein ziemlich cooles Foto

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Alex Hostel in El Zonte

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Pfannkuchen zum Frühstück

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Die Surfbretter warten nur auf uns

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Allein am Strand von El Zonte

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Jenn und ich warten auf die richtige Welle

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Strandfussball bei Sonnenuntergang

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Und danach ne Runde Strand-Yoga

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El Salvador, das gefährlichste Land der Erde: Mehr gemordet wird nirgendwo sonst!

El Salvador stand so garnicht auf der Liste der Länder, die ich besuchen wollte. Der Grund ist auch schnell gefunden: El Salvador gilt als das gefährlichste Land der Welt. Hört sich einladend an, oder?! Doch wie kommt es eigentlich dazu, dass gerade das kleinste Land Zentralamerikas, jedoch mit der höchsten Bevölkerungsdichte, einen so zweifelhaften Rum erlangt? Das liegt vor allem an der Mara Salvatrucha (MS) und dem Barrio 18, wohl die barbarischsten Gangs, die es gibt. Ich bin froh, dass ich mich vor meiner Zeit in El Salvador nicht näher mit der MS und Barrio 18 befasst habe, sonst wäre ich definitiv nicht in das Land gereist.

Eine Oase: Carlos Hostel in Santa Ana

In El Salvador werden im Jahr knapp 7000 Menschen ermordet – zum Vergleich: In Deutschland starben 2016 ca. 370 Menschen an einem Gewaltverbrechen. Das im Kopf steige ich mit einem äußerst mulmigen Gefühl aus dem Chicken-Bus, der uns nach Santa Ana im Nordwesten des Landes brachte. Santa Ana ist nach San Salvador die zweitwichtigste Stadt des Landes und unsere erste Station. Unser kleines Grüppchen stapft etwas zaghaft durch die Straßen zu unserem Hostel, es fühlt sich erstmal keiner sonderlich wohl. Das ändert sich als wir in der Casa Verde ankommen, das dem wunderbaren Carlos gehört. Dieses Hostel verdient ein paar Sätze, denn Carlos hat es mit so viel Sinn und Verstand eingerichtet, dass dem Backpacker wirklich das Herz aufgeht! Und wir haben Glück bis auf Mauro, ein Argentinier und Greg aus Australien sind wie drei die einzigen Gäste und können uns in dem Hostel mit schönem Pool ganz wie zu Hause bewegen. So beschließen wir auch, endlich unseren Pasta-Gelüsten nachzukommen und im Supermarkt alles nötige für einen Kohlehydrate-Overload einzukaufen. Und danach knallen wir uns vor den TV mit unglaublicher Soundanlage und einer DVD-Auswahl, bei der jeder schwach wird. Ein schöner erster Abend im gefährlichen El Salvador.

Drei Engel aus El Salvador

Mit Mauro machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Lago de Coatepeque, natürlich ganz standesgemäß mit dem Chicken-Bus. Wir verbringen einen entspannten Tag auf der Terrasse eines kleines Restaurants am See, wundern uns über die Bademode der uns umgebenden Herren und lassen den Blick über das tiefblaue Wasser streifen.  Am späten Nachmittag wollen wir uns auf den Weg zurück nach Santa Ana machen, warten aber leider vergeblich auf den Bus. Der kommt einfach nicht. Doch wer kommt, ist Nancy mit ihrem Sohn und ihrem Neffen, beide um die 17/18 Jahre alt. Sie halten neben uns vier Gestrandeten und fragen, ob sie uns mitnehmen können. Wir können unser Glück kaum fassen, wollen aber nicht zu fordernd sein und lehnen zunächst höflich ab. Doch die drei bestehen darauf, uns ein Stück mitzunehmen. Also quetschen wir uns zu siebt in den Kleinwagen und Mauro beginnt das Gespräch. Als Nancy und die beiden Jungs erfahren, dass wir gerade erst in El Salvador angekommen sind und noch nicht die Nationalspeise Pupusas gegessen haben, wird der eigentliche Plan uns an der nächsten Bushaltestelle abzusetzen kurzfristig geändert. Den Dreien ist es eine Herzensangelegenheit den Abend mit uns zu verbringen und uns in die Kultur des Landes einzuweihen. Von so viel Gastfreundschaft sind wir absolut überwältigt – vor allem als sich herausstellt, dass wir bis nach Santa Tecla fahren, um gemeinsam essen zu gehen.

Ohne Pupusas geht nichts

An Pupusas kommt man in El Salvador nicht vorbei. Und wenn man sie einmal probiert hat, will man das auch nicht mehr. So ging es auf jeden Fall uns. Es handelt sich bei den Dingern um Tortillas mit eingebackener Füllung. Dabei sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt: Käse, Fleisch, Gemüse, Avocado – man bekommt fast alles, was das Foodie-Herz begehrt. Es ist toll, von Nancy und den Jungs viel über das Leben in El Salvador zu erfahren. Nancys Geschichte geht uns ans Herz: Ihr Mann und ihre 12-jährige Tochter leben in den USA und sie hat beide seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, denn das Geld fehlt und eine Einreise ist mit ihrem Pass fast unmöglich. Als sie uns das erzählt weint sie und uns wird mal wieder klar, welch privilegiertes Leben wir führen. Sie erzählt uns, wie viel sie als Angestellte in El Salvador verdient, wie im Vergleich hoch die Lebenskosten sind und wie schwer das Leben in diesem Land ist. Einige Stunden später bitten wir Nancy uns ein Taxi zu rufen, dass uns ins über 50 km entfernte Santa Ana bringen soll. Doch sie winkt entrüstet ab, für sie ist es selbstverständlich, dass sie uns fährt. Alles andere sei zu gefährlich. Wir können sie nicht davon abhalten und überschlagen uns fast, als die drei uns eine knappe Stunde später vor dem Hostel absetzen.

Unter Polizeischutz auf den nächsten Vulkan

Nachdem Jenn und ich uns nach dem Pacaya eigentlich geschworen haben, keinen weiteren Vulkan zu besteigen, schafft es Rene irgendwie, dass wir tags drauf uns irrsinnig früh mit ihm auf den Weg zum Vulkan Santa Ana zu machen um auch diesen zu erklimmen. Hurra!!! Mit seinen 2.381 Metern ist er der größte Feuerberg des Landes und auch ziemlich aktiv: der letzte Ausbruch war 2005. Wir versammeln uns also mit anderen Wanderbegeisterten (Vorsicht: Ironie) an den Toren des Nationalparks und werden da von unserem Guide instruiert. Er und zwei vollbewaffnete Polizisten werden unseren Aufstieg begleiten. Das sei in El Salvador ganz normal, denn man wolle die zahlungskräftigen Touristen ja auch wieder lebend zurückbringen. Ähm, ja, super, ich freu mich!  Nach Passagen durch grüne Wälder und karge Geröllfelder erreichen wir nach einigen Stunden den Kraterrand des Vulkans, aus dem verdächtiger Dampf aussteigt. Staunend betrachten wir den türkisblauen Sulfursee in der Mitte des Kraters und machen uns nach einem kleinen Picknick wieder auf den Abstieg.

Ich gebe es zu, unten angekommen bin ich etwas unleidlich und erkläre dem verdutzten Rene sehr deutlich, dass ich nicht bereit bin so eine Sch… (so empfand ich es in dem Moment) nochmal zu machen und ich mich weigere, in den kommenden Tagen schon wieder wandern zu gehen. Rene nimmt’s mit Humor und erträgt meinen kleinen Ausbruch mit seligem Lächeln.

Ruta de las Flores: Wir erklimmen Wasserfälle

Wir lassen Santa Ana hinter uns und nehmen den Bus Richtung Sonsonate, um die Rutas de las Flores zu besuchen. Wir steigen in Juayua ab und landen so im Kaffee-Mekka El Salvadors. Die Rutas de las Flores bekommt ihren Namen durch die zahlreichen blühenden Blumen und Sträucher, die die Straßen säumen. Man besucht diesen Teil des Landes vor allem, wenn man verrückt nach gutem Kaffee und Essen ist. Zweites trifft auf jeden Fall auf mich zu, bei ersterem sage ich auch nicht Nein. Wir klappern also am nächsten Tag die umliegenden kleinen bunten Dörfer ab, trinken leckeren Kaffee, essen, natürlich wie soll es sonst sein, jede Menge Pupusas und anderes Leckeres. Tja, und dann hat es Rene schon wieder geschafft: nur wenige Tage nach meinem kleinen Ausbruch am Fuße des Vulkans gehe ich mit ihm…WANDERN. Und zwar treten wir drei den „Seven Waterfall Hike an“. Vorher erkunde ich mich im Hostel aber mal über den Schwierigkeitsgrad und mir wird versichert „super easy, kannst Du locker in Flip Flops machen.“ Na dann! Auf Flip Flops verzichte ich mal lieber wegen meines immer noch angeschlagenen Fußes (jaja, der Bänderriss in Australien begleitet mich immer noch). So werden wir am nächsten Morgen von unserem Guide in aller Herrgottsfrühe abgeholt und sammeln einen zweiten Guide sowie Equipment ein. Da werde ich schon etwas stutzig, kann mir aber nicht vorstellen, dass Schutzhelme und Seile für uns sind. Begleitet wird unser kleiner Trupp von sieben Hunden, die uns die komplette Wanderung nicht von der Seite weichen.

Vertraue niemanden, der behauptet, das ginge auch in Flip Flops

Nach rund einer Stunde haben wir den ersten Wasserfall erreicht und bis jetzt geht es wirklich. Ich habe auf jeden Fall weniger Probleme als der jüngste Hund im Rudel. Der mag nämlich kein Wasser. Schlecht bei einem Waterfall-Hike, wusste er wahrscheinlich im Vorfeld nicht.  Aber er lenkt sich einfach ein bisschen damit ab, indem er ein halb verrottetes Kaninchen ausgräbt und mit voller Hingabe an meine Beine reibt. Ein Traum! Nach Wasserfall zwei muss ich sagen, dass mir diese Wanderung doch zusagt. Doch das war etwas zu früh gefreut, denn nun geht es los und Seil und Helme kommen zum Einsatz. Und ich höre noch die Worte „super easy, kannst Du locker in Flip Flops machen“ als mein Guide mir mit Händen und Füßen klar macht, dass ich mich nun bitte an dem Seil die Steilwand unter dem Wasserfall runterlassen soll. Ich glaub, es hackt? Spinnt der? Ohne Sicherung? An einem ollen Seil? Ich denke daran, wie in Deutschland so eine Wanderung aussehen würde. Klettergeschirr, Sicherheitshaken, TÜV-geprüftes Brimborium. Und ich? Ich stehe im Regenwald von El Salvador umgeben von sieben Hunden und soll mich an einem altersschwachen Seil ohne jegliche Sicherung 20 Meter in die Tiefe runterlassen. Rene erkennt mit seinem diplomatischen Geschick, dass sich ein deutsches Donnerwetter zusammenbraut und nimmt mich und die ebenso wenig begeisterte Jenn zur Seite. Er redet uns gut zu und letztendlich muss ich ihm recht geben: wir müssen darunter, es gibt keinen anderen Weg…

Klettern mit altersschwachem Seil

Mit großem Gezeter lasse ich mich langsam den Wasserfall hinab und bin mehr als glücklich unten mit leicht zitternden Armen endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben. Ich bin aber nich die einzige, die das Ganze nicht so locker nimmt. Zwei der Hunde weigern sich komplett, den steinigen Abhang hinunterzuklettern. Es braucht geschlagene 30 Minuten bis wir es mit Engelszungen geschafft haben, die zwei Vierbeiner auch noch zu überzeugen. Alles in allem gibt der Waterfall-Hike also eine gute Geschichte her und wir lachen darüber beim Picknick und schwimmen in den natürlichen Wasserbecken.

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Carlos Hostel Casa Verde

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Am Lago de Coatepeque

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So sieht Bademode für Herren in El Salvador aus

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Beim Pupusa-Essen mit Nancy und den Jungs

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Geschafft! Am Kraterrand des Santa Ana-Vulkans

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Wir erlaufen uns die Rutas de las Flores

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Das kleine Örtchen Ataco

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Sieht komisch aus, ist aber lecker: Smoothie aus dem Plastikbeutel

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Ähm ja, darunter soll ich

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Auch die Hunde gucken ungläubig

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Auf dem Waterfall-Hike

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Schon ganz schön hoch

Zurück ins Warme – Guatemala, ich komme!

Die Rückkehr nach Zentralamerika lässt sich ganz einfach erklären: ich friere! Nach über zwei Monaten Kanada langt es mir mit Kälte. Die muss ich ja noch früh genug ertragen, wenn es bald wieder nach Hause geht.  Und als ich den Flughafen in Guatemala City verlasse, freue ich mich ungemein als ich die warme Luft auf meiner Haut spüre. Ich weiß, dass das die richtige Entscheidung war: Die Batterien mit Sonne, Strand und Meer aufladen bevor es in den deutschen Winter geht. Ja, jeder der sich ein Wenig auf der Weltkarte auskennt, weiß natürlich, dass es Guatemala mit Strand und Meer jetzt nicht so üppig ist. Aber warm, warm ist es!

Vier Stunden warten auf den Bus – in Guatemala normal

Eine kurze Nacht verbringe ich in der Hauptstadt, um direkt am Morgen mit einem Bus die Reise nach Lanquin anzutreten. Dort bin ich am nächsten Tag mit Kieran, den ich in Panama kennengelernt habe und seinen Freunden Rene und Jennifer verabredet. Alle stammen aus Neuseeland und reisen auch seit längerem. Der erste Bus bringt mich zum großen Busterminal, wo ich den recht komfortablen Bus nehme der mich zunächst nach Chipam bringt. Dort suche ich mir einen Minivan um weiter nach Lanquin zu kommen. Die Jungs, die diesen steuern sollen, stellen mich auf eine echte Geduldsprobe. Denn zu Beginn heißt es, dass wir in einer Stunde losfahren, dann verschiebt sich das Ganze um eine weitere Stunde und letztendlich brechen wir vier Stunden später auf. Spitze, ich fühle mich direkt wieder angekommen in Zentralamerika.

„Hello again“ in Lanquin

Am späten Abend komme ich dann endlich in meinem Hostel an, das sich sanft in die umliegenden Hügel schmiegt und einen wunderbaren Pool mit Ausblick bietet.  Der nächste Tag beginnt mit River-Tubing – im strömenden Regen. Soviel zur Sonne… Aber wir haben trotzdem unseren Spaß und als Kieran, Rene und Jenn am Abend eintreffen, bin ich bester Laune und freue mich sehr über das Wiedersehen mit Kieran.

Semuc Champay – ein Naturwunder

Den nächsten Tag verbringen wir nach einer kurzen Nacht am Pool und planen die weiteren gemeinsamen Tage. Warum wir eigentlich in Lanquin gelandet sind, sind die natürlichen Wasserbecken von Semuc Champay, die durch den Rio Cahabon gespeist werden. Ein echtes kleines Naturwunder. Wir machen uns mit einer Gruppe aus dem Hostel auf zunächst eine nahegelegene Höhle zu erkunden – das ist spannender als es sich zunächst anhört. Denn dort ist es pechfinster, wir bekommen eine Kerze in die Hand und hangeln uns im tiefen und kalten Wasser rund zwei Stunden durch die Höhle, springen in Wasserfälle, kriechen durch Löcher und versuchen uns nicht an den messerscharfen Steinen zu verletzen. Mir gelingt das besser als manch anderem.

Nach diesem Abenteuer stürzen wir uns von einer Schaukel in den Fluß, was mächtig Spaß macht, um dann in Schwimmringen auf dem Wasser zu treiben. Danach nehmen wir den Anstieg zu den Pools in Angriff – bei 40 Grad keine leichte Aufgabe. Doch der Blick, den wir von dem Aussichtspunkt auf die Wasserbecken haben, entschädigt uns für die Anstrengung.

Lago de Atitlan – Abgeschiedene Ruhe am See

Zwei Tage später brechen wir vier auf um an den Lago de Atitlan, den zweitgrößten See Guatemalas, zu fahren. Dort wohnen wir direkt am Wasser und genießen einen wunderbaren Blick auf den See und die Vulkane San Pedro, Atitlan und Toliman. Um die Gegend zu erkunden laufen wir bis nach Jaibalito, wo wir in einem kleinen Café Jan kennenlernen. Der Lebenskünstler aus Deutschland erzählt uns von seinen Reisen und lädt uns in sein Haus ein, um uns auf der Geige vorzuspielen. So sitzen wir wenig später auf Jans Terrasse mit Aussicht auf den See und lauschen seiner Geige. Irgendwie surreal, aber schön. Tja, und dann erwischt es auch mal mich. Nach knapp 11 Monaten Weltreise liege ich mit einer 24-Stunden-Grippe flach und bin mehr als dankbar, dass sich der Rest gut um mich kümmert.

„Good Bye“ in Antigua und auf nach Flores

Sobald ich wieder unter den Lebenden bin, geht es weiter: Antigua heißt der nächste Stopp. Hier verlässt uns dann auch Kieran, der zurück nach Neuseeland fliegt.  Seinen letzten Abend starten wir im wohl verrücktesten Supermarkt der Welt „La Bodegona“, der unter Backpackern wirklich berühmt ist. Und das wegen zwei Dingen: Zum einen gibt es hier die merkwürdigsten „On Pack“-Aktionen, die man auf der Welt sehen kann. So bekommt man zum Beispiel zur Riesentüte Chips einen Plastikhocker dazu oder zur Flasche Rum einen Kloreiniger inklusive passendem Kochlöffel. Zum anderen ist er für seine Verkostungen bekannt, die uns als Backpacker auch beim zweiten Mal Antigua täglich in den Supermarkt führen. Käse, Schinken, Champagner, Whiskey, Bier, Brot, Nüsse – alles bekommt man zum Probieren in die Hand gedrückt. Und geht satt und leicht angeschickert aus dem Supermarkt heraus.

Da ich mich mit Rene und Jenn aber so wunderbar verstehe, beschließen wir, zu dritt weiterzureisen. Das wirft meine Pläne etwas über den Haufen, aber es lohnt sich. Die zwei bleiben für eine Woche in Antigua um einen Sprachkurs zu machen. Ich setze mich zwei Tage später in den Nachtbus nach Flores, um mir die Maya-Ruinen von Tikal anzuschauen.

Tikal – noch mehr Maya geht kaum

Um sechs Uhr am Morgen werde ich mit weiteren Hostelgästen von der kleinen Halbinsel Flores nach Tikal gefahren. Wir haben Glück und sind an diesem Morgen ganz unter uns, keine anderen Besucher weit und breit. Die antike Maya-Stadt im Regenwald ist eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode (3. bis 9. Jahrhundert) und eine der am besten erforschten Maya-Stätten. Unser Guide weiß jede Menge zu erzählen und mich beeindruckt dieser Ort mit seiner Geschichte sehr. Wir erfahren, dass jeder Hügel auf dem riesigen Gelände nicht nur ein schnöder Hügel ist. Vielmehr versteckt sich unter jedem dieser Erdhügel ein weiterer Tempel, der aus Kostengründen einfach noch nicht freigelegt wurde und es vielleicht auch niemals wird. Das ganze Gebiet ist mittlerweile Weltkulturerbe. Für den Tikalbesuch braucht man Zeit, ich laufe viel und erklimme die Stufentempel und  lasse die Bauwerke und den Ausblick auf mich wirken. Immer wieder entdecke ich in den Baumwipfeln Brüllaffen. Der Name ist bei diesen Tieren übrigens Programm: Ihr Geschrei ist irrsinnig laut und lässt mich hin und wieder zusammenzucken. Ach, der ein oder andere kennt Tikal vielleicht auch aus Star Wars…

Zurück in Flores streife ich am frühen Abend mit Jess, einer Australierin, die ich im Hostel getroffen habe, durch die Gassen des süßen Städtchens. Letztendlich landen wir am Ufer des Petén-Itza-Sees und genießen das tolle Streetfood mit, ich schwöre es, dem besten Bananenkuchen der Welt. Und ich habe auf meiner Reise sehr viel Bananenkuchen gegessen.

Vulkane, Vulkane, Vulkane – Antigua, ich bin wieder da

Mit dem Nachtbus geht es wieder zurück nach Antigua, wo ich wieder auf Rene und Jenn treffe und mit ihnen einige Tage in der in der barocken Kolonialstadt verbringe. Antigua ist traumhaft schön, zwischen halbzerstörten Barockkirchen und schattigen Patios finden sich hochkarätige Restaurants und schnuckelige Cafés, die mit leckerem regionalen Kaffee und Schokolade locken. Antigua wird von den Vulkanen Agua, Acatenango und den noch aktiven Fuego und Pacaya umgeben. Wenn man Glück hat, sieht man diesen in der Nacht hin und wieder Feuer speien. Um endlich mal ein bisschen mehr als Pflastertreten zu machen, beschließen wir genau diesen Pacya am nächsten Tag zu besteigen. Der Blick von dort oben soll toll sein und man kann sogar Marshmallows im heißen Gestein grillen. Das hat mich dann letztendlich überzeugt und wir haben den dreistündigen, nicht ganz unanstrengenden Aufstieg in Angriff übernommen. Das macht man übrigens am besten mit einem Guide, denn auf dem Weg nach oben gab und gibt es immer wieder bewaffnete Raubüberfälle auf Touristen. Mit dem Wetter haben wir leider Pech! Wir stapfen in dicker Nebelsuppe den steilen Weg hinauf und bleiben an jedem Aussichtspunkt stehen und betrachten das graue Nebelmonster vor uns. Die umsichtige guatemaltekische Touristeninformation hat aber an jedem Punkt eine große Tafel aufgestellt, die ein Foto ohne Nebel zeigt. So können wir uns ungefähr vorstellen, wie spektakulär der Ausblick mit klarer Sicht wäre.

Marshmallows auf dem Vulkan Pacya

Je höher wir kommen, desto frischer und windiger wird es und ich bin echt gesagt ganz erleichtert, als unser Guide endlich die Marshmallows auspackt und wir die Dinger auf den heißen Steinen grillen. Auch beim Abstieg ist das Wetter nicht gnädiger: es fängt an zu regnen und wir sind froh, als wir endlich wieder im Bus sitzen und in die Stadt zurückgekarrt werden. Hier scheint übrigens natürlich die Sonne. Der letzte Abend in Guatemala ist vor allem durch die Planung unseres nächsten Stopps geprägt. Es geht nach El Salvador! Dieses Land stand eigentlich garnicht auf meiner Route, doch möchte ich mich noch nicht von meinen Kiwis trennen und freue mich auf zehn weitere gemeinsame Tage. Auf geht’s in das Land mit der welthöchsten  Rate als gewaltsamen Tötungen. Yeah!

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So sehen Hostel-Pools in Guatemala aus

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Sonnenaufgang in Lanquin

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Unter dem Wasserfall

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Das Naturwunder Semuc Champay

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Tubing again

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Die Guatemala-Crew

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Lago de Atitlan

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Sonnenaufgang mit Blick auf den Vulkan

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Kaffeetrinken ist in Antigua Pflicht

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Im verrücktesten Supermarkt der Welt

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Reflektionen auf dem Peten-Itza-See

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In den Straßen Flores

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Sonnenuntergang am Seeufer

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Tikal – einfach nur WOW

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Ein Brüllaffe in den Wipfeln des Regenwaldes

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Unglaublich lecker und ganz links der beste Bananenkuchen der Welt

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Auf Entdeckungstour in Antigua

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Der Blick von der Hostelterrasse

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Der beste Blick auf Antigua

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Pacaya – wie Sie sehen, sehen Sie nichts

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Aber Marshmallows gab’s

San Blas-Inseln – Ein traumhafter Zwischenstopp auf dem Weg nach Kolumbien

Als ich mich auf meine Reise vorbereitet habe, habe ich natürlich sehr viele Reiseführer, Zeitschriften und Blogs gewälzt um mir etwas Inspiration zu holen. In einigen bin ich auf ein kleines Paradies gestoßen: Die San Blas-Inseln, eine Inselgruppe von rund 365 kleinen Inseln im Karibischen Meer zwischen Panama und Kolumbien. Sie gehören zum autonomen Gebiet Guna Yala und rund 50 der Inseln werden vom Volk der Kuna bewohnt. Da wollte ich unbedingt hin! Und als ich dann ich Zentralamerika war, bin ich diesem Ziel immer näher gekommen. Sobald ich mich damit beschäftigt habe, wie man am besten von Panama nach Kolumbien kommt, war klar: San Blas, ich komme! Denn es gibt keinen Grenzübergang auf dem Landweg zwischen den beiden Ländern. Zwar kann man sich auf dem Darien-Trek durch den Dschungel, das Gebiet der FARQ-Rebellen schlagen, doch davor wird dringend abgeraten. Also gibt es zwei Alternativen: Per Boot oder Flugzeug. Wir entscheiden uns für das Boot, genauer gesagt ein Speed-Boot. Geht auch mit einem Segelschiff. Nach meiner Erfahrung würde ich immer wieder das Speed-Boot nehmen, denn wir hatten so die Möglichkeit, richtig viel Zeit auf den wunderschönen kleinen Inseln zu verbringen…

Vorbereitung ist alles…

Zum Start dieses viertägigen Trips werden wir morgens um 5:00 per Jeep abgeholt und erstmal in einen Supermarkt gekarrt. Dort besorgt jeder für sich die Dinge, ohne die er glaubt, die kommenden vier Tage nicht zu überstehen. Bei Ross bedeutet das Alkohol. Für Melli und mich ein bisschen davon, aber vor allem Wasser, Süßigkeiten und was zu Knabbern. Knappe zwei Stunden später haben wir die Küste erreicht und sehen am Hafen das erste Mal, beim Vortreffen waren nicht alle anwesend, unsere komplette Gruppe, mit der wir die nächsten Tage verbringen werden. Ein lustiger Haufen bestehend aus Australiern, Neuseeländern, Kanadiern, Holländern, Engländern und uns. Nachdem wir alles auf zwei kleinen Booten verstaut haben – Rucksäcke und Proviant wasserdicht verpackt – geht es für uns in einer knapp zweistündigen Fahrt zur ersten kleinen Insel, auf der wir das erste Mal das türkisfarbene Wasser und den fast weißen bestaunen und genießen dürfen. Beim gemeinsamen Mittagessen lernen wir uns näher kennen und es zeichnet sich schnell ab, mit wem man wohl die kommenden Tage verbringen wird und mit wem eher nicht. Das Essen, das uns unsere Guides Luis und Sharon mit Hilfe der Kunas zaubern, lässt schon mal auf viel hoffen.

Angekommen im Kuna-Paradies

Kurz darauf geht es zur nächsten Insel, wo wir die Nacht in zwei großen Hütten mit jede Menge Hängematten verbringen. Diese Insel ist wirklich das Paradies: winzig klein, weißer Sand, glasklares Wasser und unsere Gruppe sind die einzigen Gäste der Kunas. Melli und ich erkunden als erstes den Strand und freuen uns wie Kinder als wir im Wasser jede Menge Seesterne entdecken und wir beobachten die Fische, die um uns herum schwimmen. Und als wir da so am Strand rumdümpeln passiert etwas wunderbares, fast schon etwas zu kitschig: Ein paar Meter von uns entfernt gleitet ein einsamer Delfin durchs Wasser. Wir sind absolut seelig!

Den Nachmittag verbringen wir beim Volleyballspielen, Schnorcheln, Dösen am Strand und kommen später alle zusammen an einen großen Tisch zum grandiosen Abendessen: Es gibt Unmengen an Gambas und Oktopus, dazu leckere Beilagen. Die Nacht wird lang und lustig und am nächsten Morgen schälen sich die meisten mit dickem Kopf aus ihren Hängematten um gg. 9:00 Uhr wieder im Boot zu sitzen, denn es geht weiter zur nächsten Insel.

Zuhause bei den Kunas

Auch der zweite Tag bringt uns einen Traumstrand, an dem wir es uns gut gehen lassen bevor es am Nachmittag zur nächsten Unterkunft geht. Dieses Mal erwartet uns eine bewohnte Insel mit einem kleinen Dorf als Zentrum, dass wir gemeinsam erkunden und durch unseren Guide Luis vieles über die Kultur und das Leben der Kuna erfahren. Die Kuna-Kinder umkreisen uns neugierig, finden unsere Handys und Kameras unheimlich spannend und folgen uns durch das Dorf. In der Mitte des kleinen Ortes stoßen wir auf ein Basketballfeld auf dem gerade die Locals ein kleines Match austragen. Als sich unsere Gruppe um das Feld scharrt, werden die Jungs sofort zum mitspielen eingeladen.

Auch diese Nacht wird lang, wir spielen Karten, erzählen uns Geschichten und fallen irgendwann todmüde mit dem Gedanken ins Bett, morgen früh um 6:00 raus zu müssen, da uns die längste Etappe bevor steht.

Die Bootsfahrt zur nächsten Insel wird ruppig. Die Wellen sind deutlich zu spüren und immer wieder schlagen wir hart auf das Wasser auf. Melli hat sich zum Glück, wie eigentlich jeden Tag mit ihren Tabletten gegen Reiseübelkeit sediert und dämmert zwischen Ross und mir dahin bis wir die nächste Insel erreichen. Wieder ein wunderschöner, weitläufiger einsamer Strand, an dem wir uns die Zeit mit einer Form von American Football, Yoga, Schnorcheln und Dümpeln im Wasser vertreiben.

„Auf Wiedersehen“ San Blas, „Hallo“ Kolumbien

Die letzte Nacht unseres San Blas-Abenteuers verbringen wir mit der angestammten Crew, die sich in den vergangenen Tagen herauskristallisiert hat, standesgemäß mit Latino-Pop, Panama-Rum und  der ein oder andere im „Fancy Dress“ (ein Spaß, auf den man sich irgendwann einlassen muss, wenn man mit Engländern, Australiern und Neuseeländern reist – ich fand’s am Anfang jedoch etwas befremdlich). In dieser Nacht planen wird auch, wie es in Kolumbien weitergeht, denn wir wollen in dieser Gruppe (Melli, Ross, ich und die Jungs aus Neuseeland, Kanada und Holland) ein Apartment in Cartagena mieten und dort die Annehmlichkeiten, auf die wir vier Tage lang verzichten mussten (Duschen, Toiletten, überhaupt fließendes Wasser und Betten) ausgiebig zu genießen.

Am kommenden Morgen regnet es in Strömen und wir schleppen unsere Rucksäcke gut verpackt auf die Boote um bei rauer See (der Rücken freut sich und der Magen bei dem ein oder anderen auch) zur kolumbianischen Grenze zu fahren. Diese passieren wir mit etwas Wartezeit, aber ohne große Probleme und steigen wieder ins Boot um nun ins kolumbianische Capurgana zu reisen, um dort unseren letzten gemeinsamen Abend mit allen zu verbringen…

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So sieht es also aus, das Paradies

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Sehr nett hier!

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Ein Traum in Türkis – San Blas-Inseln

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Der Blick auf die Nachbar-Insel

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Bald gibt’s Essen

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Seesterne!

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Die Kiwis

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Das Kuna-Dorf

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Volleyball mit den Kunas

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Unsere Jungs haben gnadenlos verloren

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Die nächste Insel – der nächste Traumstrand

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Die letzte Nacht im Kuna-Dorf

Auf nach Panama City – und das ganz ohne Panama-Kanal

Morgens um 6:00 Uhr schleppen Melli, Ross und ich uns Richtung Wassertaxi um wenig später in unseren Bus nach Panama City einzusteigen. Zum Glück wurden wir gewarnt, dass die Temperaturen in den Bussen sibirisch anmuten und so bestreiten wir die 14-stündige Fahrt mit Mützen, zwei Paar Socken, langen Hosen, T-Shirts im Lagenlook und Hoodies. Drüber kommt noch eine Decke und so halten wir es einigermaßen aus.

„Nur ein Kanal“ – wir verzichten auf den Panama-Kanal

Angekommen in Panama City planen unser Sightseeing-Programm für den kommenden Tag. Das führt uns durch die Altstadt, durch die neueren Stadtteile der Millionenstadt und auf den Fischmarkt, wo wir uns mit Ceviche, Lobster und Gambas eindecken, um uns ein Festmahl in unserem Hostel zuzubereiten. Und ja, großer Aufschrei, wir haben uns den Panama-Kanal nur aus der Ferne angeschaut. Jeder, wirklich jeder, der einen Tag am Kanal verbracht hat, gab uns auf die Frage, ob es sich lohnt, die Antwort: „Naja, ist halt ein Kanal.“ Somit haben wir die Zeit in Panama City lieber mit viel Essen und dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft verbracht.

Mit Buddy nass bis auf die Haut in Valle de Anton

Nur einen Tag später führt uns unsere Route nach Valle de Anton, wo wir die grüne Seite Panamas im Hochland erleben dürfen, in warmen Quellen schwimmen und einen langen Hike rund um das kleine Dorf machen. Bei dem freuen wir uns über die Begleitung von Anna, die wir im Hostel kennengelernt haben und Buddy, einem Straßenhund, der uns die komplette fünfstündige Wanderung nicht von der Seite weicht. Auch nicht als sich alle Himmelsschleusen öffnen und wir die letzten Kilometer im Platzregen zurücklegen. Bis auf die Haut durchnässt, mit zentimeterhohem Wasser in den Schuhen und vor Kälte zitternd freuen wir uns wie Könige, dass wir in unserem Hostel endlich mal wieder eine heiße Dusche bekommen – keine Selbstverständlichkeit in Zentralamerika!

Panama City: Englische Vorbereitung auf die San Blas-Inseln

Zurück in Panama City steht alles im Zeichen der Vorbereitung für unseren Boattrip von Panama über die San Blas Inseln nach Kolumbien. Ganze vier Tage werden wir in einer Gruppe von rund 25 Leuten aus aller Welt mit dem Speedboat von Insel zu Insel geschippert um dann letztendlich in Kolumbien anzukommen. Die Gruppe und unsere Guides lernen wir bei einem Vortreffen im Hostel kennen und mir schwant, dass die kommenden Tage sicherlich unvergesslich werden. Dazu trägt auch Ross bei, der seit Tagen seine komplette Energie darauf verschwendet, unseren Alkoholkonsum für den Trip zu berechnen (für Booze muss jeder selbst sorgen) und dabei wirklich astronomische Zahlen aufruft. Melli und ich beschließen, die von ihm vorgeschlagenen vier Liter Wodka pro Person mindestens zu halbieren und doch auch etwas Geld in Süßigkeiten zu investieren – man muss schließlich Prioritäten setzen. Dass wir mit einem Engländer reisen, wird spätestens dann klar, als uns Ross vor der Abreise dazu nötigt, uns in einem Kaufhaus mit schön schrecklichen Accessoires und T-Shirts einzudecken, um seiner „Fancy-Dress“- Politik gerecht zu werden… Nur so viel: San Blas bleibt UNVERGESSEN. Mehr dazu im nächsten Beitrag!

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Streifzug durch die Altstadt von Panama-City

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Auf dem Fischmarkt

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Ich liebe es: Ceviche

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So kann Hostelleben in Panama aussehen: Luna’s Castle

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Wir stoßen auf das Spiel der deutschen Nationalmannschaft an

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Blick auf Valle de Anton

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Wir drei mit Anna und Buddy

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Unser treuer Begleiter Buddy

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Und noch einer: Markus, der Hostelwelpe

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Die Errungenschaften für den San Blas-Trip