Nach Dauerregen in Belize: Der Traum jedes Tauchers – das Great Blue Hole

Um meinen Weg nach Belize anzutreten muss ich zunächst nochmal komplett durch Guatemala durch. Ziemlich blöd, doch das nehme ich gerne für die gemeinsame Zeit mit Jenn und Rene in Kauf. Ein Minivan bringt mich von El Zonte direkt nach Antigua, wo ich einige Stunden später mit dem nächsten Shuttle nach Guatemala City komme. Dort habe ich mich mit Mauro verabredet und für uns beide geht es am nächsten Tag mit dem Bus nach Puerto Barrios, wo wir ein kleines Fischerboot nehmen um nach Punta Gorda in Belize zu kommen. Völlig geschafft suchen wir uns ein kleines Hotel und sie froh als wir in endlich im Bett liegen.

Bus des Grauens: von Puerto Barrios nach Belize City

Der Wecker klingelt für mich früh am nächsten Morgen – denn ich muss den Bus kriegen, um nach Belize City zu fahren. Was dann da an der Haltestelle stoppt, versetzt mir einen Schock. Ich muss die siebenstündige Fahrt allen Ernstes in einem Chicken-Bus überstehen. Und es wird wirklich die Hölle. Der Bus ist voll, stickig, ohne Klimaanlage und hält ungelogen alle 50 Meter an. Ich teile mein Leid mit meiner Sitznachbarin, die mir als Einheimische versichert, dass genau diese Fahrt wirklich besonders schlimm ist. In Belize City angekommen will ich nur noch schnell weg – und zwar nach Caye Caulker. Zum Glück verlässt das Schnellboot auf die Insel das Terminal in knapp einer Stunde.

Karibisches Lebensgefühl auf Caye Caulker

Angekommen auf der Insel empfängt mich Karibik pur – weißer Sand, Palmen, türkisblaues Wasser und entspanntes Lebensgefühl. Nach einem kurzen Stopp im Hostel erkunde ich die Caye Caulker zu Fuß, deren Größe sehr überschaubar ist. Den Sundowner nehme ich im Lazy Lizard ein, einer absoluten Institution auf der Insel. Leider ändert sich das Wetter über Nacht und es setzt tropischer Regen ein – zwar warm aber ohne Unterlass. Am späten Nachmittag nutzen wir eine Regenpause um mit Kayaks aufs Meer raus zu paddeln, um dort zu schnorcheln. Neben kleinen Fischen entdecken wir auf ein paar kleine Riffhaie. Gemeinsam mit Ellen aus Belgien und Annabel aus England planen wir beim Hummeressen in einem der zahlreichen Strandrestaurants unser Belize-Highlight. Wir wollen im Great Blue Hole tauchen.  Jedem ambitionierten Taucher wird jetzt ein „What?!“ auf den Lippen liegen, denn das Great Blue Hole gehört zu den zehn weltweit besten Tauchgebieten. Luftaufnahmen zeigen die Besonderheit: Das Loch ist annähernd kreisförmig, hat einen Durchmesser von mehr als 300 Metern und ist bis zu 125 Meter tief. Seit über zwanzig Jahren gehört es als Naturdenkmal zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Dauerregen im Paradies

Doch wenn das Wetter sich nicht bessert, wird das nichts mit meinem Traum vom Tauchgang im Great Blue Hole. Auch der nächste Tag bringt nur eins – Regen. Leider gibt es außer Tauchen, Schnorcheln oder sich am Strand zu aalen nicht wirklich viel zu tun auf Caye Caulker und ich befürchte, langsam einen Inselkoller zu bekommen. Im strömenden Regen machen wir uns am Nachmittag auf den Weg zu einer der empfohlenen Tauchschulen (Vorsicht, gerade auf Caye Caulker gibt es viele schwarze Schafe) und informieren uns über den Tauchgang. Wir haben Glück – zwei Tage später soll es besser werden und es sind noch drei Plätze auf dem Tauchboot verfügbar. Wir schlagen sofort zu.

Ein weiterer Traum wird wahr: Tauchen im Great Blue Hole

So sitzen wir kurz nach sechs am Morgen am Donnerstag auf dem Tauchboot und lauschen unserem Tauchlehrer, der uns die Dive-Sites des Tages erläutert. Denn neben dem Great Blue Hole steuern wir noch zwei weitere Tauchgebiete an, um die Vielfalt der Unterwasserwelt bestaunen zu können. Denn, man muss ganz ehrlich sein, Artenvielfalt ist nicht die Stärke des Great Blue Hole – vor allem nicht wenn man als Open Water Advanced-Taucher den tiefen Tauchgang ansteuert.

Wie weit willst Du gehen?

Juan erklärt uns, dass wir im Greta Blue Hole mit Haien rechnen können – White und Black Tip Sharks, Reef Sharks und Bullsharks sollten es auf jeden Fall sein und wenn wir Glück haben, dann sehen wir vielleicht auch Hammerhead-Sharks. Wir sind gespannt. Als Advanced-Taucher werde ich heute die 40-Meter-Marke knacken, um wie viel weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch mir wird etwas mulmig als Juan nochmal mit uns die Probleme durchgeht, die auftauchen können. Bei dem Gedanken, 40 Meter unter der Wasseroberfläche zu sein, schleicht sich bei mir ein beklommenes Gefühl ein.

Im Tiefenrausch umgeben von Haien

Nach rund 2,5 Stunden Bootsfahrt bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir das Great Blue Hole und ich bin ganz andächtig. Wir machen uns fertig, um ins warme Wasser zu springen. Mein Tauchbuddy ist Ellen und wir machen gewissenhaft den Bodycheck bevor wir über Bord springen. Unsere Gruppe geht zuerst unter Wasser und wir schrauben uns langsam immer tiefer. Ich prüfe Luft und Tiefe – und stelle erstaunt fest, dass wir schon auf 25 Meter sind. Wir erblicken die ersten Haie und über uns schwebt majestätisch ein Manta – unglaublich schön. Immer weiter folgen wir Juan in die Tiefe, es wird dunkler und kälter – ich bin dankbar für den langen Wetsuit, den ich trage. Als es fast schon nachtschwarz um mich ist, werfe ich einen Blick nach oben und über uns drehen Haie ihre Kreise. Ein schneller Blick auf den Tiefenmesser sagt: 46 Meter, maximale Tiefe an diesem Tag für mich. Als wir rund 15 Minuten später wieder auftauchen, bin ich komplett aufgedreht und kann nicht glauben, dass ich meinen bislang tiefsten Tauchgang bestens und ohne jegliche Nebenwirkungen überstanden habe. Ellen und ich fallen uns in die Arme und teilen dieses unvergessliche Erlebnis.

Endlich: Blue Boobies

Unser Boot setzt sich wieder in Bewegung und wir steuern Half Moon Caye an. Dort werden wir nach einer Mittagspause an Land den nächsten Tauchgang haben. Die kleine Insel, ein Naturschutzgebiet, ist traumhaft: Vollkommen unberührt mit weißen Stränden gesäumt von Kokosnusspalmen. Nach dem Lunch erkunden wir die Insel und beobachten die Blue Boobies, die ich leider auf den Galapagos-Inseln nur aus der Ferne sah, beim Brüten in den Baumwipfeln. Nach diesem Ausflug geht es zurück aufs Boot und zum nächsten Tauchplatz. Dieser Tauchgang ist zwar wesentlich weniger tief, doch bestaunen wir hier unendliche Fischschwärme, bunte Korallen, Seeanemonen und jede Menge Fische.

Tauchen, tauchen, tauchen

Auch der dritte Tauchgang ist traumhaft: Dieses Riff führt uns an Steilwänden entlang und wir machen einen kleinen Höhlentauchgang. Zurück auf dem Boot steuern wir auf Caye Caulker zu – rund 3 Stunden brauchen wir für den Weg. Je näher wir der Insel kommen, desto stürmischer wird es und der Regen bricht über uns herein. Zurück auf dem Festland trifft sich die Tauchcrew wenig später wieder zum Abendessen und gemeinsamen Feiern – so geht unsere Zeit auf der kleinen Insel zu Ende. Am frühen Morgen nehmen Ellen, Annabelle, Laurens, Iris und ich den Bus um nach Mexiko zu reisen.

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Da schien noch die Sonne – meine Ankunft auf Caye Caulker

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Dauerzustand ab Tag zwei: Regen und Sturm

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Tauchbriefing auf dem Boot

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Auf zum Great Blue Hole

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Ab ins Wasser!

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Der erste Hai

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Mit Annabelle und Ellen

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Zur Entspannung ein bisschen Yoga

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Glückliche Gesichter nach dem Great Blue Hole

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Traumhaft: Half Moon Caye

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Die Tauchcrew beim Feiern am Abend

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