Rocky Mountains, Columbia Icefield, Lake Louise und Lake Moraine: Kanadas Natur zeigt, wie es sein muss!

Der unglaublich schöne und beeindruckende Icefields Parkway bringt uns durch die Rocky Mountains ganz langsam in Richtung Banff. Der Parkway gilt mit Recht als eine der schönsten Fernstraßen der Welt, er schlängelt sich sanft durch die Rocky Mountains von Jasper bis nach Banff. Wenn man ihm folgt, kommt man zwangsläufig an einer der Hauptattraktionen vorbei: dem Columbia Icefield. Als wir in Jasper aufbrechen, sind die Temperaturen frisch, doch noch erträglich. Je höher wir uns in den Rockys schrauben, desto kälter wird es auch. Das merken wir auch an dem Regen, der sich ganz langsam in Schnee verwandelt. Perfekt!

Im Schnee ans Columbia Icefield

Angekommen am Columbia Icefield ist alles Dank des Schneeregens grau in grau – bis auf das Eisfeld. Es leuchtet durch den Schneeregen und das graue Geröll noch weißer und wir machen uns auf den Weg, um es aus der Nähe zu betrachten. Mal wieder zeigt sich, dass wir vier mittlerweile absolute Spezialisten sind, wenn es darum geht, den Lagenlook wintertauglich zu machen. Man kann mit zwei Leggins, zwei Pullis und einer Regenjacke ohne weiteres ein paar Stunden kanadischen Herbst (entspricht einem deutschen Winter) überstehen. Je näher wir dem Columbia Icefield kommen, desto beeindruckender ist es: Mit einer Fläche von 325 km², einer Dicke von 100 bis 365 m und einer jährlichen Schneefallmenge von sieben Metern ist es einer der größten Ansammlungen von Eis südlich des Polarkreises. Ich bin ja eher der rationale Typ, aber wie so oft schon auf dieser Reise bin ich zutiefst von der Natur und ihren Wundern beeindruckt und einfach nur unglaublich dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, all das mit eigenen Augen sehen zu dürfen.

Bitte keine weitere Nacht im Zelt…

Durchgefroren und zitternd setzen wir nach unserem Ausflug zum Eisfeld im Auto und beratschlagen wie es weitergehen soll. Bis Banff, unserm nächsten Ziel, sind es noch knappe 200km und die Aussicht, die nächste Nacht wieder in einem Zelt zu verbringen lässt uns noch mehr zittern. Dank des Lonely Planets wissen wir, dass auf unserem Weg ein Hostel liegt und schicken ein kleines Stoßgebet, dass dieses noch vier Betten für die Nacht frei hat. Wir kämpfen uns weiter durch den Schneeregen und als wir an dem Hostel eintreffen, haben wir Glück. Wir können die Nacht dort verbringen. Als erstes bekommen wir von dem Ranger eine genaue Einweisung, denn das Hostel ist ein sogenanntes Wilderness Hostel: Keine Duschen, nur Außentoiletten, keine Heizung – aber es gibt Holzöfen und eine Sauna, die man selbst mit Feuerholz anheizen kann. Hört sich für den normalen Reisenden jetzt eher abschreckend an, aber für uns ist es wie ein 5 Sterne Hotel im Vergleich zu den Nächten im Zelt.

Wir genießen den Abend am offenen Kamin, in der Sauna und im warmen Bett bevor es am Morgen auch schon weitergeht. Banff erwartet uns! Und je näher wir dem Städtchen kommen, desto milder wird es auch wieder. Zum Glück!!! Ach und was soll ich sagen, Banff ist einfach ein Träumchen, das ist mir gleich klar, als wir in den Ort einfahren…

Banff, was bist du nett

Mit knapp 7.600 Einwohnern ist es die größte Ortschaft innerhalb des Banff-Nationalparks in der kanadischen Provinz Alberta. Es liegt auf rund 1400m Höhe am Osthang der Rocky Mountains und der Blick, den man im Ort auf die Berge hat, ist der Knaller. Unser erster Weg führt uns wie immer in die Touristeninformation und wir kümmern uns um einen Zeltplatz für die Nacht. Dieser ist etwas außerhalb und liegt wieder mal idyllisch in einem Wäldchen in der Nähe des Two Jack Lakes. Wir bauen schnell die Zelte auf, richten uns etwas ein und dann geht es auch schon zurück in den Ort. Dort picknicken wir mit Blick auf die Berge, schlendern durch die Straßen, kehren bei Starbucks ein (Internet und Kaffee) und kaufen bei einem kleinen Bummel Winteraccessoires: Mütze und Handschuhe machen in Anbetracht der nächsten Tage im Zelt absolut Sinn!

Am Abend gehen wir aus, das kann man hier ganz gut, denn viele Australier machen das Örtchen zur kleinen Partyhochburg. Die Vorfreude auf unser Zelt hält sich bei uns allen in Grenzen als wir in der kalten Nacht langsam zurück auf den Zeltplatz fahren. Nach der kühlen Nacht, schmeißen wir uns früh am Morgen ins Auto und fahren in den Ort. Dort führt uns der erste Weg mal wieder zu Starbucks – Internet und Frühstück! Nachdem wir uns aufgewärmt haben und es auch draußen langsam milder wird, geht es weiter: wir haben einen Hike rund um Banff geplant, der uns am Ende zu den Hotsprings (Yeah, mal wieder duschen) führt. Dort lassen wir den Nachmittag im warmen Wasser ausklingen bevor es zum Abendprogramm wieder nach Banff geht. Dort planen wir bei leckerem Abendessen eines (meiner) Highlights des Kanada-Trips: Es geht an den Lake Louise und den Lake Moraine. Googelt man Bilder von Kanada, kann man davon ausgehen, dass unter den Toptreffern auf jeden Fall Lake Louise dabei ist. Also sind meine Erwartungen sehr hoch als wir am nächsten Morgen bei traumhaften Wetter mit Sonnenschein den Highway entlang brettern.

Das muss man gesehen haben: Lake Louise

Wir schlängeln uns die Berge hoch bis wir den Parkplatz erreichen. Mit einer nicht gerade geringen Anzahl weiterer Besucher laufen wir die letzten Meter bis der See vor uns liegt. Und ja, er ist genauso wunderschön wie ich es von all den Bildern kenne. Das unglaubliche Türkis des Sees sticht einem als erstes ins Auge und man fragt sich, wie die Natur eine so fast künstliche Farbe hinbekommt. Dafür gibt es eine Erklärung: die Farbe stammt von Steinmehl, das von Gletscherschmelzwasser in den See gespült wird. Auch für uns muss der See für eine ausgedehnte Fotosession herhalten und somit entstehen hier einige meiner Lieblings Kanadabilder. Wir wandern um den See und genießen immer wieder den Blick auf das Wasser vor der wunderbaren Kulisse der Rocky Mountains.

Geht`s noch schöner? Jaaa…

Als wir nach einigen Stunden wieder im Auto sitzen um Lake Moraine anzusteuern, sind wir sicher, dass Lake Louise nicht zu toppen ist. Tja, aber Kanada lehrt uns eines Besseren. Denn Lake Moraine ist einer der schönsten Plätze an, denen ich je war. Der See liegt etwas höher als Lake Louise auf knapp 1900m im Valley of the Ten Peaks, dem Tal der zehn Gipfel der Wenkchemna Range und wird von Gletschern gespeist. Wir klettern auf einem Wanderweg einen Berg hoch um den Blick auf die ganze Schönheit des Sees genießen zu können. Und als wir oben ankommen, verschlägt es uns die Sprache. Dachten wir ein paar Stunden zuvor, die Farbe des Lake Louise sei unnatürlich, glaube ich jetzt, dass vor uns jemand einen überdimensionalen Farbtopf platziert hat. Der See strahlt in einem milchigen Türkis und reflektiert Sonne und Berge in seiner Oberfläche. Die fast schon künstliche Färbung ist auf die Partikel des Gletscherabriebs zurückzuführen, die das Licht reflektieren. Andächtig bleiben wir sitzen und genießen einfach nur das Bild! Irgendwann reißen wir uns dann doch los und erkunden die Wanderwege um den See bevor wir uns langsam auf den Rückweg nach Banff machen, wo wir unseren letzten Abend verbringen. Nächstes Ziel auf unserem Roadtrip: Whistler. Und Glen…

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4 Grad – aber es wird noch kälter auf dem Icefield Parkway

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Columbia Icefield

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Wilderness Hostel in den Rockys

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Vorsicht Bär!

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Gut, das gehört in Kanada dazu!

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Die Rocky Mountains rund um Banff

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Morgen Routine in Banff

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Ohne Bärspray kein Zutritt!

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Auf dem Weg zum Lake Louise

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Lake Louise – ein Traum

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Lake Moraine

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Hike um den Lake Moraine

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Kanadische Sommernächte im Zelt

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