Auftakt zu sechs Wochen Kolumbien: Von Capurgana über Cartagena nach Taganga und Tayrona

Wir sind in Kolumbien! Angekommen in Capurgana, einem kleinen Küstenort im westlichsten Zipfel von Kolumbien, holen wir uns erstmal die benötigten Einreisestempel beim Immigrationsbüro ab bevor wir unser Hostel beziehen. Der Moment als ich nach fünf Tagen eine richtige Dusche nehmen kann, ist einfach wunderbar. Auf den San Blas-Inseln bestand unsere Dusche aus einem großen Regenwasser-Fass und einem kleinen Eimer, mit dem wir uns das Wasser überschütten konnten. Geht auch, keine Frage, aber trotz allem ist fließendes und sogar warmes Wasser doch schön!

Den letzten gemeinsamen Abend startet unsere Reisegruppe mit einem leckeren Dinner an einer langen Tafel. Ich unterhalte mich lange mit Luis, unserem Guide, der aus Costa Rica stammt und bin beeindruckt von seiner Lebensgeschichte. Wenig später bewegt sich die komplette Meute zu einem kleinen Club und wir tanzen die ganze Nacht Salsa oder das, was wir für Salsa halten.

12 Stunden Busfahrt bei eisigen 14 Grad

Morgens geht es für uns mit dem nächsten Boot nach Necocli, wo wir in den Bus nach Cartagena steigen. Wir staunen nicht schlecht als wir merken, dass alle Passagiere des Busses ausschließlich zu unserer San Blas-Reisegruppe gehören, wir mehr als genug Platz haben und der Bus sogar über WIFI verfügt – das erste Mal online seit fünf Tagen. Sobald der Bus sich in Bewegung setzt, feuert der Fahrer die Klimaanlage an und ich kann sagen, dass das der kälteste Bus war, in dem ich jemals war. Melli und ich hatten in weiser Voraussicht schon lange Hosen, Pullis und Decken im Handgepäck, doch da waren wir fast die einzigen. Die Frierenden bettelten um übriggebliebene Kleidungsstücke oder Dinge, die man als solche umfunktionieren kann. So kam es, dass sich Blair in Mellis Regenjacke zwängte und Kieran versuchte, sich mit einer Reisehängematte wärmend zuzudecken. Einfach wunderbar…

Ein bisschen Luxus in Cartagena

In Cartagena bezogen wir zu neunt für eine Woche ein wunderbares Apartment mit Blick auf den Yachthafen, viel Platz für uns alle und einem Pool auf dem Dach. Letztendlich hat uns das nicht viel mehr gekostet als die Übernachtung im Hostel. Cartagena ist mit rund 1 Mio. Bewohner alles andere als klein und zählt zu den schönsten Kolonialstädte Südamerikas. Die beeindruckende Altstadt, die komplett von einer Festmauer umgeben ist, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und man könnte stundenlang durch die kleinen Gassen schlendern – wenn es nicht so unerträglich heiß wäre. Die Nächte kann man hier in einer der zahlreichen Bars oder Salsa-Clubs verbringen – haben wir natürlich auch gemacht!

Ein schwerer Abschied – Melli geht

Cartagena war auch der Ort an dem ich mich schweren Herzens von Melli verabschieden musste. Nach unseren fünf Wochen in Australien und nochmal sieben gemeinsamen Wochen in Zentralamerika war es Zeit für Melli, die Rückreise nach Deutschland anzutreten. Ich war froh, Ross weiterhin an meiner Seite zu haben, aber Melli konnte er natürlich nicht ersetzen. Denn letztendlich habe ich mit ihr einen großen Teil meiner Weltreise verbracht und auch wenn sie gerade nicht bei mir ist, ist sie doch zu einer meiner wichtigsten Bezugspersonen geworden. Oft versteht man die alltäglichen Probleme, Sorgen und Ängste einer Weltreisenden einfach besser, wenn man das gleiche auch schon erlebt hat.

Taganga, Tauchen und Tayrona

Für Ross und mich geht es zunächst alleine weiter – unser nächster Halt ist der kleine Küstenort Taganga, nur wenige Kilometer von Santa Marta entfernt. Ich bin froh, nun wieder aus der Großstadt raus zu sein und genieße mit Ross ein paar Strandtage und zwei Tauchgänge. Und wir genießen das Essen, denn in Taganga gibt es ein wunderbares kleines Restaurant, das Babaganousch, geführt von einem Holländer, das unglaublich leckeres Essen in toller Qualität auftischt.

Einige Tage später stoßen Victor und Pieter, die Holländer unser San Blas- und Cartagena-Gang wieder zu uns und wir beschließen gemeinsam in den Tayrona Nationalpark zu fahren. Der Nationalpark erstreckt über 35 km zwischen der kolumbianischen Karibikküste und dem Gebirge Sierra Nevada. Wir entschließen uns den Ostteil des Parks zu erkunden und eine Nacht auf dem Campingplatz El Cabo zu verbringen. Der dreistündige Weg dorthin führt uns an einsamen weißen Stränden und kleinen Buchten vorbei, durch Palmenhaine und tropischen Regenwald. Wir stoppen an einigen der Strände um uns im Wasser abzukühlen, denn es ist mal wieder über 36 Grad heiß. Auf dem Campingplatz El Cabo gibt es zwei Möglichkeiten der Unterbringung: in offenen Hütten mit Hängematten (Dorm-Feeling) oder in kleinen Zwei-Mann-Zelten. Als wir am frühen Nachmittag ankommen sind nur noch einige Zelte frei und wir beziehen zwei davon. Den Rest des Tages verbringen wir an dem wunderschönen Strand und spielen am Abend in dem kleinen Restaurant Karten bis wir, trotz Mückenschutzmittel, fast von den Moskitos aufgefressen werden und in unseren Zelten verschwinden.

Die Kolumbianer lehren uns Geduld

Nach einem weiteren Tag im Nationalpark geht es für uns mit Zwischenstopp in Santa Marta zurück nach Taganga. In Santa Marta wollen wir nur kurz in den Supermarkt huschen um ein paar Lebensmittel zu kaufen, doch letztendlich wird daraus eine urkolumbianische Erfahrung, die mich in der Erinnerung immer wieder schmunzeln lassen wird. Mit unserem Einkaufswagen stellen wir uns brav in die Schlange, die nicht besonders lang ist und wundern uns darüber, dass überall Stühle herumstehen. Einige davon sind auch schon von sehr entspannt aussehenden Kolumbianern besetzt, die sich mit etwas zu trinken und kleinen Snacks ausgestattet haben. Wir sind etwas ratlos, was das soll. Doch 20 Minuten später, in denen wir uns keinen einzigen Zentimeter bewegt haben, wird uns klar, dass einfach alle warten bis sie endlich ihren Einkauf bezahlen „dürfen“ und sich die Wartezeit eben mit Essen, Trinken und Schwätzen vertreiben. Als uns klar wird, dass wir noch längere Zeit hier festsitzen werden, gehe ich los und hole Bier und Chips aus den Regalen. In der Kassenzone schnappen wir uns, so wie der Rest, jeder einen Plastikstuhl, machen es uns gemütlich und warten rund eine Stunde bis wir endlich dran sind. Wir konnten uns nicht erklären, warum das so lang gedauert hat, aber, das haben wir uns von den Kolumbianern abgeschaut: Wir haben das Beste draus gemacht und sind letztendlich leicht angeheitert aus dem Supermarkt gekommen. Den letzten Abend in Taganga, bevor wir weiter nach Medellin fliegen, verbringen wir in großer Runde im geliebten Babaganousch. Denn lustiger Weise haben sich unabgesprochen 80 Prozent unserer San Blas-Crew in den kleinen Ort wieder versammelt.

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Ach, wie herzig!

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Bisschen wie im Schullandheim – die letzte Nacht in Capurgana

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Frühstück bevor es in den Bus geht

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Nice jacket, Blair!

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Kieran gekuschelt in eine „wärmende“ Hängematte

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Cartagena – und wir zwingen alle das Deutschlandspiel der Euro mit uns zu gucken

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Blair, unser Barkeeper

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Der Blick vom Rooftop-Pool auf den Hafen

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Sightseeing in Cartagena

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Einfach toll, die Altstadt

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Tolle Streetart gibt es an jeder Ecke

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Der Blick unseres Hostels auf die Bucht von Taganga

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Taganga

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Unser erster gemeinsamer Tauchgang

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Yoga unter Wasser – Ross

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Tayrona Nationalpark

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Jaaa, das ist unser Zelt

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El Cabo

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Geschwitzt, aber glücklich

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Drei gestrandete Meerjungfrauen

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Palmenhaine im Nationalpark

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Shoppen in Santa Marta – Knaller

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Alle nochmal vereint im Babaganousch

 

 

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