Medellin und Guatape – über allem schwebt drohend der Geist von Pablo Escobar

Am Nachmittag sitzen Ross und ich mit Pieter, Victor, Kieran und Blair an dem kleinen Flughafen in Santa Marta und warten auf unseren Flug nach Medellin. Wir haben uns gegen die nächste 20-stündige Busfahrt entschieden und einen kleinen Betrag lieber in einen anderthalbstündigen Flug in die zweitgrößte Stadt Kolumbiens investiert. Medellin liegt auf rund 1500 m und liegt im Abburá-Tal, das sich im mittleren Bergzug der Anden erstreckt. Mit rund 6800 Morden pro Jahr zählte Medellin jahrelang zu den gefährlichsten Städten der Welt und war vor allem dafür und die Drogenkämpfe berühmt. Pablo Escobar und das „Medellin-Kartell“ haben die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, zeitweise kontrollierte dieser rund 80 Prozent des weltweiten Kokainmarktes. In seinem Auftrag wurden zehntausende Menschen ermordet. Wenn man heute durch die Stadt bummelt, wird man immer wieder an diese Zeit erinnert und die teilweise offene Verehrung des Drogenbosses Escobar hinterlässt bei mir ein merkwürdiges Gefühl. Es hat sich ein regelrechter Escobar-Tourismus entwickelt und jeder muss selbst entscheiden, ob er sich auf seine Spuren begeben möchte.

Paragliden über der Millionenstadt – Haken auf meiner Bucket List

Rund um unser Hostel im Stadtteil El Pueblo findet man unzählige nette Straßencafés, kleine Restaurants und Brauereien und tolle Shops, die wunderschöne Sachen anbieten. Alles mutet faast europäisch an und ich fühle mich hier sehr wohl. Um die Stadt zu erkunden, mache ich eine der kostenlosen Stadtführungen mit (die gibt es wirklich in fast jeder Stadt und ich kann sie jedem nur ans Herz legen) und entdecke so einiges der riesigen Stadt (knapp 2,5 Mio. Einwohner). Mit dem Mectrocable schweben wir einen Tag später über die Armenviertel der Stadt dem Berg entgegen. Die teilweise sehr heruntergekommenen Hütten hinterlassen mich beklommen und auch die Jungs sind recht still, während sie aus der sicheren Seilbahn ihren Blick über die engen Gassen streifen lassen. Tags darauf erfülle ich mir einen Traum: ich habe mich zum Paragliden angemeldet. Ross und ich werden auf einen der Berge gebracht, die Medellin umgeben und bekommen von unseren Piloten eine Einweisung, wie wir uns zu verhalten haben. Und dann geht es auch schon los. Das Gefühl, nur durch ein paar Gurte an einem Schirm befestigt über die Stadt zu fliegen ist einfach unbeschreiblich. Ich genieße die 20 Minuten in schwindelnder Höhe sehr und bin unglaublich beeindruckt: Der Blick, der sich mir auf die Stadt eröffnet ist nochmal ein ganz anderer.

Landpartie in Escobars Villa in Guatape

Nach ein paar Tagen in Medellin langt es uns mal wieder mit Großstadt und wir entschließen uns kurzfristig nach Guatape zu reisen. Das farbenfrohe Städtchen liegt rund zwei Stunden mit dem Bus entfernt von Medellin und dient vielen Städtern als Wochenendregion. Dort werden wir dann doch auch zu Escobar-Touristen, denn wir entschließen uns, seine Villa Manuela zu besichtigen und dort Paintball zu spielen. Escobar wählte Guatape, da damals nur der Stausee zu seiner Residenz führte und er so mit dem 360 Grad-Blick, den das Anwesen bietet, alles kontrollieren konnte und so vor Angriffen gut geschützt war.

Mir hat es einen Schauer über den Rücken gejagt, in dieser alten verlassenen Villa unterwegs zu sein, die durch eine Bombe größten Teils zerstört wurde. Verantwortlich dafür waren die „Pepes“ (Perseguidos per Pablo Escobar – Verfolgte von Pablo Escobar), ein Zusammenschluss von Paramilitärs und ehemaligen Pablo-Verbündeten, die zum Ziel hatten, ihn von seinem Thron zu stürzen. Zusammengebracht wurden diese Seiten vom Cali-Kartell.

2.500 Dollar im Monat für Gummibänder – Pablo muss Millionen bändigen

Trotz der Zerstörung kann ich mir vorstellen, in welchem Luxus der Drogenboss Pablo Escobar gelebt hat und welche Gräueltaten er hier vollzogen hat. Über das Anwesen führt uns eine frühere Angestellte Escobars und versorgt uns mit einigen kuriosen Fakten. So gab der Drogenboss im Monat rund 2.500 Dollar für Gummibänder aus, die seine Geldbündel zusammenhielten. Gut, wenn man am Tag rund 70 Mio. Dollar am TAG verdient brauch man auch das ein oder andere Gummiband.

Ich bin irgendwie ganz froh als wir das Anwesen wieder verlassen und in den bunten Gassen alle zusammen ein typisch kolumbianisches Mittagessen einnehmen. Danach streifen wir durch den kleinen Ort, trinken leckeren kolumbianischen Kaffee und planen, am nächsten Morgen La Piedra del Penol zu besteigen.

Das Mysterium: La Piedra del Penol

Dieser Monolith vor den Toren Guatapes ragt 2.135 Meter in den Himmel und 740 Stufen, die von den Einheimischen gebaut an der Seite des Felsen gebaut wurden, bringen mich auf seine Aussichtsplattform. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Seenlandschaft und die vielen kleinen Inseln, die malerisch darin verborgen sind. Wie dieser merkwürdige Felsen entstand ist wohl nicht ganz geklärt, die zwei wahrscheinlichsten Versionen: Er ist ein Überbleibsel der Eiszeit. Oder er wurde beim Ausbruch eines Vulkans „ausgespukt“. Auf jeden Fall ist er nun da. Nachdem wir ihn erklommen haben, kehren wir Guatape auch schon wieder den Rücken und machen uns auf den Weg in die kolumbianische Kaffee-Region nach Salento.

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Botero Plaza in Medellin

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Sightseeing in Medellin

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Seilbahnfahrt in Medellin

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In den Armenvierteln 

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Blick über Medellin

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Gustavo hat alles unter Kontrolle

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Schwerelos über Medellin

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Happy nach dem Flug

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Die Auffahrt zu Pablos Anwesen

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Hier schwamm der Drogenbaron – nicht nur im Geld

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Ross und ich in Pablos Mansion

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Rund um den Marktplatz in Guatape

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Die kleinen Gassen des Ortes

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El Penol

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740 Stufen haben uns diesen Ausblick bereitet

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Auftakt zu sechs Wochen Kolumbien: Von Capurgana über Cartagena nach Taganga und Tayrona

Wir sind in Kolumbien! Angekommen in Capurgana, einem kleinen Küstenort im westlichsten Zipfel von Kolumbien, holen wir uns erstmal die benötigten Einreisestempel beim Immigrationsbüro ab bevor wir unser Hostel beziehen. Der Moment als ich nach fünf Tagen eine richtige Dusche nehmen kann, ist einfach wunderbar. Auf den San Blas-Inseln bestand unsere Dusche aus einem großen Regenwasser-Fass und einem kleinen Eimer, mit dem wir uns das Wasser überschütten konnten. Geht auch, keine Frage, aber trotz allem ist fließendes und sogar warmes Wasser doch schön!

Den letzten gemeinsamen Abend startet unsere Reisegruppe mit einem leckeren Dinner an einer langen Tafel. Ich unterhalte mich lange mit Luis, unserem Guide, der aus Costa Rica stammt und bin beeindruckt von seiner Lebensgeschichte. Wenig später bewegt sich die komplette Meute zu einem kleinen Club und wir tanzen die ganze Nacht Salsa oder das, was wir für Salsa halten.

12 Stunden Busfahrt bei eisigen 14 Grad

Morgens geht es für uns mit dem nächsten Boot nach Necocli, wo wir in den Bus nach Cartagena steigen. Wir staunen nicht schlecht als wir merken, dass alle Passagiere des Busses ausschließlich zu unserer San Blas-Reisegruppe gehören, wir mehr als genug Platz haben und der Bus sogar über WIFI verfügt – das erste Mal online seit fünf Tagen. Sobald der Bus sich in Bewegung setzt, feuert der Fahrer die Klimaanlage an und ich kann sagen, dass das der kälteste Bus war, in dem ich jemals war. Melli und ich hatten in weiser Voraussicht schon lange Hosen, Pullis und Decken im Handgepäck, doch da waren wir fast die einzigen. Die Frierenden bettelten um übriggebliebene Kleidungsstücke oder Dinge, die man als solche umfunktionieren kann. So kam es, dass sich Blair in Mellis Regenjacke zwängte und Kieran versuchte, sich mit einer Reisehängematte wärmend zuzudecken. Einfach wunderbar…

Ein bisschen Luxus in Cartagena

In Cartagena bezogen wir zu neunt für eine Woche ein wunderbares Apartment mit Blick auf den Yachthafen, viel Platz für uns alle und einem Pool auf dem Dach. Letztendlich hat uns das nicht viel mehr gekostet als die Übernachtung im Hostel. Cartagena ist mit rund 1 Mio. Bewohner alles andere als klein und zählt zu den schönsten Kolonialstädte Südamerikas. Die beeindruckende Altstadt, die komplett von einer Festmauer umgeben ist, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und man könnte stundenlang durch die kleinen Gassen schlendern – wenn es nicht so unerträglich heiß wäre. Die Nächte kann man hier in einer der zahlreichen Bars oder Salsa-Clubs verbringen – haben wir natürlich auch gemacht!

Ein schwerer Abschied – Melli geht

Cartagena war auch der Ort an dem ich mich schweren Herzens von Melli verabschieden musste. Nach unseren fünf Wochen in Australien und nochmal sieben gemeinsamen Wochen in Zentralamerika war es Zeit für Melli, die Rückreise nach Deutschland anzutreten. Ich war froh, Ross weiterhin an meiner Seite zu haben, aber Melli konnte er natürlich nicht ersetzen. Denn letztendlich habe ich mit ihr einen großen Teil meiner Weltreise verbracht und auch wenn sie gerade nicht bei mir ist, ist sie doch zu einer meiner wichtigsten Bezugspersonen geworden. Oft versteht man die alltäglichen Probleme, Sorgen und Ängste einer Weltreisenden einfach besser, wenn man das gleiche auch schon erlebt hat.

Taganga, Tauchen und Tayrona

Für Ross und mich geht es zunächst alleine weiter – unser nächster Halt ist der kleine Küstenort Taganga, nur wenige Kilometer von Santa Marta entfernt. Ich bin froh, nun wieder aus der Großstadt raus zu sein und genieße mit Ross ein paar Strandtage und zwei Tauchgänge. Und wir genießen das Essen, denn in Taganga gibt es ein wunderbares kleines Restaurant, das Babaganousch, geführt von einem Holländer, das unglaublich leckeres Essen in toller Qualität auftischt.

Einige Tage später stoßen Victor und Pieter, die Holländer unser San Blas- und Cartagena-Gang wieder zu uns und wir beschließen gemeinsam in den Tayrona Nationalpark zu fahren. Der Nationalpark erstreckt über 35 km zwischen der kolumbianischen Karibikküste und dem Gebirge Sierra Nevada. Wir entschließen uns den Ostteil des Parks zu erkunden und eine Nacht auf dem Campingplatz El Cabo zu verbringen. Der dreistündige Weg dorthin führt uns an einsamen weißen Stränden und kleinen Buchten vorbei, durch Palmenhaine und tropischen Regenwald. Wir stoppen an einigen der Strände um uns im Wasser abzukühlen, denn es ist mal wieder über 36 Grad heiß. Auf dem Campingplatz El Cabo gibt es zwei Möglichkeiten der Unterbringung: in offenen Hütten mit Hängematten (Dorm-Feeling) oder in kleinen Zwei-Mann-Zelten. Als wir am frühen Nachmittag ankommen sind nur noch einige Zelte frei und wir beziehen zwei davon. Den Rest des Tages verbringen wir an dem wunderschönen Strand und spielen am Abend in dem kleinen Restaurant Karten bis wir, trotz Mückenschutzmittel, fast von den Moskitos aufgefressen werden und in unseren Zelten verschwinden.

Die Kolumbianer lehren uns Geduld

Nach einem weiteren Tag im Nationalpark geht es für uns mit Zwischenstopp in Santa Marta zurück nach Taganga. In Santa Marta wollen wir nur kurz in den Supermarkt huschen um ein paar Lebensmittel zu kaufen, doch letztendlich wird daraus eine urkolumbianische Erfahrung, die mich in der Erinnerung immer wieder schmunzeln lassen wird. Mit unserem Einkaufswagen stellen wir uns brav in die Schlange, die nicht besonders lang ist und wundern uns darüber, dass überall Stühle herumstehen. Einige davon sind auch schon von sehr entspannt aussehenden Kolumbianern besetzt, die sich mit etwas zu trinken und kleinen Snacks ausgestattet haben. Wir sind etwas ratlos, was das soll. Doch 20 Minuten später, in denen wir uns keinen einzigen Zentimeter bewegt haben, wird uns klar, dass einfach alle warten bis sie endlich ihren Einkauf bezahlen „dürfen“ und sich die Wartezeit eben mit Essen, Trinken und Schwätzen vertreiben. Als uns klar wird, dass wir noch längere Zeit hier festsitzen werden, gehe ich los und hole Bier und Chips aus den Regalen. In der Kassenzone schnappen wir uns, so wie der Rest, jeder einen Plastikstuhl, machen es uns gemütlich und warten rund eine Stunde bis wir endlich dran sind. Wir konnten uns nicht erklären, warum das so lang gedauert hat, aber, das haben wir uns von den Kolumbianern abgeschaut: Wir haben das Beste draus gemacht und sind letztendlich leicht angeheitert aus dem Supermarkt gekommen. Den letzten Abend in Taganga, bevor wir weiter nach Medellin fliegen, verbringen wir in großer Runde im geliebten Babaganousch. Denn lustiger Weise haben sich unabgesprochen 80 Prozent unserer San Blas-Crew in den kleinen Ort wieder versammelt.

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Ach, wie herzig!

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Bisschen wie im Schullandheim – die letzte Nacht in Capurgana

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Frühstück bevor es in den Bus geht

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Nice jacket, Blair!

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Kieran gekuschelt in eine „wärmende“ Hängematte

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Cartagena – und wir zwingen alle das Deutschlandspiel der Euro mit uns zu gucken

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Blair, unser Barkeeper

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Der Blick vom Rooftop-Pool auf den Hafen

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Sightseeing in Cartagena

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Einfach toll, die Altstadt

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Tolle Streetart gibt es an jeder Ecke

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Der Blick unseres Hostels auf die Bucht von Taganga

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Taganga

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Unser erster gemeinsamer Tauchgang

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Yoga unter Wasser – Ross

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Tayrona Nationalpark

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Jaaa, das ist unser Zelt

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El Cabo

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Geschwitzt, aber glücklich

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Drei gestrandete Meerjungfrauen

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Palmenhaine im Nationalpark

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Shoppen in Santa Marta – Knaller

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Alle nochmal vereint im Babaganousch

 

 

San Blas-Inseln – Ein traumhafter Zwischenstopp auf dem Weg nach Kolumbien

Als ich mich auf meine Reise vorbereitet habe, habe ich natürlich sehr viele Reiseführer, Zeitschriften und Blogs gewälzt um mir etwas Inspiration zu holen. In einigen bin ich auf ein kleines Paradies gestoßen: Die San Blas-Inseln, eine Inselgruppe von rund 365 kleinen Inseln im Karibischen Meer zwischen Panama und Kolumbien. Sie gehören zum autonomen Gebiet Guna Yala und rund 50 der Inseln werden vom Volk der Kuna bewohnt. Da wollte ich unbedingt hin! Und als ich dann ich Zentralamerika war, bin ich diesem Ziel immer näher gekommen. Sobald ich mich damit beschäftigt habe, wie man am besten von Panama nach Kolumbien kommt, war klar: San Blas, ich komme! Denn es gibt keinen Grenzübergang auf dem Landweg zwischen den beiden Ländern. Zwar kann man sich auf dem Darien-Trek durch den Dschungel, das Gebiet der FARQ-Rebellen schlagen, doch davor wird dringend abgeraten. Also gibt es zwei Alternativen: Per Boot oder Flugzeug. Wir entscheiden uns für das Boot, genauer gesagt ein Speed-Boot. Geht auch mit einem Segelschiff. Nach meiner Erfahrung würde ich immer wieder das Speed-Boot nehmen, denn wir hatten so die Möglichkeit, richtig viel Zeit auf den wunderschönen kleinen Inseln zu verbringen…

Vorbereitung ist alles…

Zum Start dieses viertägigen Trips werden wir morgens um 5:00 per Jeep abgeholt und erstmal in einen Supermarkt gekarrt. Dort besorgt jeder für sich die Dinge, ohne die er glaubt, die kommenden vier Tage nicht zu überstehen. Bei Ross bedeutet das Alkohol. Für Melli und mich ein bisschen davon, aber vor allem Wasser, Süßigkeiten und was zu Knabbern. Knappe zwei Stunden später haben wir die Küste erreicht und sehen am Hafen das erste Mal, beim Vortreffen waren nicht alle anwesend, unsere komplette Gruppe, mit der wir die nächsten Tage verbringen werden. Ein lustiger Haufen bestehend aus Australiern, Neuseeländern, Kanadiern, Holländern, Engländern und uns. Nachdem wir alles auf zwei kleinen Booten verstaut haben – Rucksäcke und Proviant wasserdicht verpackt – geht es für uns in einer knapp zweistündigen Fahrt zur ersten kleinen Insel, auf der wir das erste Mal das türkisfarbene Wasser und den fast weißen bestaunen und genießen dürfen. Beim gemeinsamen Mittagessen lernen wir uns näher kennen und es zeichnet sich schnell ab, mit wem man wohl die kommenden Tage verbringen wird und mit wem eher nicht. Das Essen, das uns unsere Guides Luis und Sharon mit Hilfe der Kunas zaubern, lässt schon mal auf viel hoffen.

Angekommen im Kuna-Paradies

Kurz darauf geht es zur nächsten Insel, wo wir die Nacht in zwei großen Hütten mit jede Menge Hängematten verbringen. Diese Insel ist wirklich das Paradies: winzig klein, weißer Sand, glasklares Wasser und unsere Gruppe sind die einzigen Gäste der Kunas. Melli und ich erkunden als erstes den Strand und freuen uns wie Kinder als wir im Wasser jede Menge Seesterne entdecken und wir beobachten die Fische, die um uns herum schwimmen. Und als wir da so am Strand rumdümpeln passiert etwas wunderbares, fast schon etwas zu kitschig: Ein paar Meter von uns entfernt gleitet ein einsamer Delfin durchs Wasser. Wir sind absolut seelig!

Den Nachmittag verbringen wir beim Volleyballspielen, Schnorcheln, Dösen am Strand und kommen später alle zusammen an einen großen Tisch zum grandiosen Abendessen: Es gibt Unmengen an Gambas und Oktopus, dazu leckere Beilagen. Die Nacht wird lang und lustig und am nächsten Morgen schälen sich die meisten mit dickem Kopf aus ihren Hängematten um gg. 9:00 Uhr wieder im Boot zu sitzen, denn es geht weiter zur nächsten Insel.

Zuhause bei den Kunas

Auch der zweite Tag bringt uns einen Traumstrand, an dem wir es uns gut gehen lassen bevor es am Nachmittag zur nächsten Unterkunft geht. Dieses Mal erwartet uns eine bewohnte Insel mit einem kleinen Dorf als Zentrum, dass wir gemeinsam erkunden und durch unseren Guide Luis vieles über die Kultur und das Leben der Kuna erfahren. Die Kuna-Kinder umkreisen uns neugierig, finden unsere Handys und Kameras unheimlich spannend und folgen uns durch das Dorf. In der Mitte des kleinen Ortes stoßen wir auf ein Basketballfeld auf dem gerade die Locals ein kleines Match austragen. Als sich unsere Gruppe um das Feld scharrt, werden die Jungs sofort zum mitspielen eingeladen.

Auch diese Nacht wird lang, wir spielen Karten, erzählen uns Geschichten und fallen irgendwann todmüde mit dem Gedanken ins Bett, morgen früh um 6:00 raus zu müssen, da uns die längste Etappe bevor steht.

Die Bootsfahrt zur nächsten Insel wird ruppig. Die Wellen sind deutlich zu spüren und immer wieder schlagen wir hart auf das Wasser auf. Melli hat sich zum Glück, wie eigentlich jeden Tag mit ihren Tabletten gegen Reiseübelkeit sediert und dämmert zwischen Ross und mir dahin bis wir die nächste Insel erreichen. Wieder ein wunderschöner, weitläufiger einsamer Strand, an dem wir uns die Zeit mit einer Form von American Football, Yoga, Schnorcheln und Dümpeln im Wasser vertreiben.

„Auf Wiedersehen“ San Blas, „Hallo“ Kolumbien

Die letzte Nacht unseres San Blas-Abenteuers verbringen wir mit der angestammten Crew, die sich in den vergangenen Tagen herauskristallisiert hat, standesgemäß mit Latino-Pop, Panama-Rum und  der ein oder andere im „Fancy Dress“ (ein Spaß, auf den man sich irgendwann einlassen muss, wenn man mit Engländern, Australiern und Neuseeländern reist – ich fand’s am Anfang jedoch etwas befremdlich). In dieser Nacht planen wird auch, wie es in Kolumbien weitergeht, denn wir wollen in dieser Gruppe (Melli, Ross, ich und die Jungs aus Neuseeland, Kanada und Holland) ein Apartment in Cartagena mieten und dort die Annehmlichkeiten, auf die wir vier Tage lang verzichten mussten (Duschen, Toiletten, überhaupt fließendes Wasser und Betten) ausgiebig zu genießen.

Am kommenden Morgen regnet es in Strömen und wir schleppen unsere Rucksäcke gut verpackt auf die Boote um bei rauer See (der Rücken freut sich und der Magen bei dem ein oder anderen auch) zur kolumbianischen Grenze zu fahren. Diese passieren wir mit etwas Wartezeit, aber ohne große Probleme und steigen wieder ins Boot um nun ins kolumbianische Capurgana zu reisen, um dort unseren letzten gemeinsamen Abend mit allen zu verbringen…

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So sieht es also aus, das Paradies

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Sehr nett hier!

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Ein Traum in Türkis – San Blas-Inseln

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Der Blick auf die Nachbar-Insel

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Bald gibt’s Essen

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Seesterne!

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Die Kiwis

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Das Kuna-Dorf

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Volleyball mit den Kunas

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Unsere Jungs haben gnadenlos verloren

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Die nächste Insel – der nächste Traumstrand

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Die letzte Nacht im Kuna-Dorf

Auf nach Panama City – und das ganz ohne Panama-Kanal

Morgens um 6:00 Uhr schleppen Melli, Ross und ich uns Richtung Wassertaxi um wenig später in unseren Bus nach Panama City einzusteigen. Zum Glück wurden wir gewarnt, dass die Temperaturen in den Bussen sibirisch anmuten und so bestreiten wir die 14-stündige Fahrt mit Mützen, zwei Paar Socken, langen Hosen, T-Shirts im Lagenlook und Hoodies. Drüber kommt noch eine Decke und so halten wir es einigermaßen aus.

„Nur ein Kanal“ – wir verzichten auf den Panama-Kanal

Angekommen in Panama City planen unser Sightseeing-Programm für den kommenden Tag. Das führt uns durch die Altstadt, durch die neueren Stadtteile der Millionenstadt und auf den Fischmarkt, wo wir uns mit Ceviche, Lobster und Gambas eindecken, um uns ein Festmahl in unserem Hostel zuzubereiten. Und ja, großer Aufschrei, wir haben uns den Panama-Kanal nur aus der Ferne angeschaut. Jeder, wirklich jeder, der einen Tag am Kanal verbracht hat, gab uns auf die Frage, ob es sich lohnt, die Antwort: „Naja, ist halt ein Kanal.“ Somit haben wir die Zeit in Panama City lieber mit viel Essen und dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft verbracht.

Mit Buddy nass bis auf die Haut in Valle de Anton

Nur einen Tag später führt uns unsere Route nach Valle de Anton, wo wir die grüne Seite Panamas im Hochland erleben dürfen, in warmen Quellen schwimmen und einen langen Hike rund um das kleine Dorf machen. Bei dem freuen wir uns über die Begleitung von Anna, die wir im Hostel kennengelernt haben und Buddy, einem Straßenhund, der uns die komplette fünfstündige Wanderung nicht von der Seite weicht. Auch nicht als sich alle Himmelsschleusen öffnen und wir die letzten Kilometer im Platzregen zurücklegen. Bis auf die Haut durchnässt, mit zentimeterhohem Wasser in den Schuhen und vor Kälte zitternd freuen wir uns wie Könige, dass wir in unserem Hostel endlich mal wieder eine heiße Dusche bekommen – keine Selbstverständlichkeit in Zentralamerika!

Panama City: Englische Vorbereitung auf die San Blas-Inseln

Zurück in Panama City steht alles im Zeichen der Vorbereitung für unseren Boattrip von Panama über die San Blas Inseln nach Kolumbien. Ganze vier Tage werden wir in einer Gruppe von rund 25 Leuten aus aller Welt mit dem Speedboat von Insel zu Insel geschippert um dann letztendlich in Kolumbien anzukommen. Die Gruppe und unsere Guides lernen wir bei einem Vortreffen im Hostel kennen und mir schwant, dass die kommenden Tage sicherlich unvergesslich werden. Dazu trägt auch Ross bei, der seit Tagen seine komplette Energie darauf verschwendet, unseren Alkoholkonsum für den Trip zu berechnen (für Booze muss jeder selbst sorgen) und dabei wirklich astronomische Zahlen aufruft. Melli und ich beschließen, die von ihm vorgeschlagenen vier Liter Wodka pro Person mindestens zu halbieren und doch auch etwas Geld in Süßigkeiten zu investieren – man muss schließlich Prioritäten setzen. Dass wir mit einem Engländer reisen, wird spätestens dann klar, als uns Ross vor der Abreise dazu nötigt, uns in einem Kaufhaus mit schön schrecklichen Accessoires und T-Shirts einzudecken, um seiner „Fancy-Dress“- Politik gerecht zu werden… Nur so viel: San Blas bleibt UNVERGESSEN. Mehr dazu im nächsten Beitrag!

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Streifzug durch die Altstadt von Panama-City

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Auf dem Fischmarkt

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Ich liebe es: Ceviche

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So kann Hostelleben in Panama aussehen: Luna’s Castle

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Wir stoßen auf das Spiel der deutschen Nationalmannschaft an

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Blick auf Valle de Anton

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Wir drei mit Anna und Buddy

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Unser treuer Begleiter Buddy

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Und noch einer: Markus, der Hostelwelpe

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Die Errungenschaften für den San Blas-Trip