Nicaragua – das Abenteuer in Zentralamerika nimmt seinen Lauf

Eine weitere lange Anreise, eine sehr lange Anreise führt mich von Honolulu über San Francisco und Mexiko D.F. letztendlich an mein Ziel: Managua, die Hauptstadt von Nicaragua. Als ich meine Reise geplant habe und Nicaragua als eines meiner Ziele aufkam, stieß ich auf viele fragende Gesichter sobald ich von diesem Plan berichtete. Die wenigsten in meinem Umfeld haben das größte Land Zentralamerikas auf dem Schirm. Im Norden grenzt es an Honduras und im Süden an Costa Rica, im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik. Dank einer Vulkankette, die Nicaragua parallel zum Pazifik durchzieht wird es auch das Land der tausend Vulkane genannt.

Auf nach San Juan del Sur

Nachdem ich komplett übermüdet und ehrlich gesagt etwas ängstlich in Managua lande, bin ich froh, dass ich im Vorfeld einen Shuttle gebucht habe, der mich vom Flughafen nach San Juan de Sur, meiner Heimat für die kommenden zweieinhalb Wochen, bringt. Dort werde ich einen Spanischkurs machen, bei einer Gastfamilie wohnen und ich werde, das ist das Tollste, Melli wiedersehen. Nach vier gemeinsamen Wochen in Australien ist sie zurück nach Deutschland geflogen und hat sich nach einem knappen Monat zu Hause entschlossen, mit mir für weitere sieben Wochen gemeinsam durch Zentralamerika zu reisen. Sie wird in einigen Stunden in Managua landen und wir werden uns am späten Abend in San Juan in die Arme schließen können.

Leben wie ein Nica

Angekommen in dem kleinen Surferort im Süden von Nicaragua, nahe Rivas und nahe der Grenze zu Costa Rica, lerne ich meine Gastfamilie kennen und beziehe unser großzügiges Zimmer. Für die kommende Zeit wohne ich bei Ramon, einem Architekten mit eigenem kleinen Geschäft im Haus, seiner Mama Rosa, einer klassischen Latina-Oma und Brian, Ramons Neffe. Unser Zimmer ist für Nica-Verhältnisse ziemlich luxuriös: Es ist groß, hell mit eigenem Balkon, TV und eigenem großen Bad. Nachdem ich mich eingerichtet habe, schlendere ich durch den hübschen Ort und schaue mir den ersten Sonnenuntergang in Nicaragua am Strand an. Zurück zu Hause erwartet mich Rosa mit dem Abendessen: Gallo Pinto, dem „Nationalgericht“ (Reis mit Bohnen), frittierten Platanos (Kochbananen) und lokalem Käse. Dazu gibt’s ein Getränk, das mich dank meiner Zeit in Asien bei seiner Süße nicht zusammenzucken lässt. Die Portion ist riesig und ich hadere ziemlich und ich befürchte, dass mein Magen bei den Massen und der Art des Essens in den nächsten Tagen rebellieren könnte. Wenige Stunden später hupt es vor unserm Haus, ich werfe einen Blick vom Balkon, sehe Melli und renne die Treppe runter, um sie nach einem Monat wieder in den Arm zu schließen. Es ist für uns beide total komisch uns an diesem Ort wieder zu treffen, aber es fühlt sich toll an, sie wieder um mich zu haben. Wir hocken auf dem Balkon bei 33 Grad (um 23:00 nachts!), erzählen uns von den letzten Wochen und essen deutsche Schokolade und Gummibärchen.

Lernen, lernen, lernen und sonst fast nix

Am nächsten Tag startet unser Spanischkurs und die kommende Woche sehen wir außer der Schule, unserer Lehrerin Vanessa, unserem Zuhause und der Gastfamilie nicht wirklich viel. Denn wir sind mit dem Lernen mehr als ausgelastet: Morgens vier Stunden Unterricht und am Nachmittag arbeiten wir alles nach. Abends langt es meist nur für einen Sundowner am Strand mit wunderbarem Fisch-Cerviche und einem tollen Sonnenuntergang, dann fallen wir todmüde ins Bett!

Der Party-Marathon beginnt

Anlässlich meines Geburtstages wollen wir diesen relativ langweiligen Kreislauf dann doch mal unterbrechen und planen, trotz Müdigkeit in meinen Ehrentag reinzufeiern. Nur so bis kurz nach zwölf, so der Plan, denn am nächsten Morgen klingelt der Wecker um kurz nach sechs und wir werden zu einer Booze Cruise auf einem Katamaran aufbrechen. Naja, der Auftakt zu meinem Geburtstag startet schon mal sehr lustig. Gemeinsam mit unserer Lehrerin Vanessa gibt es mal wieder eine Lehrstunde im praktischen Spanisch: Wir schlendern zur Pulperia und kaufen Bier – auf Spanisch natürlich. So sitzen wir in unserer vorletzten Unterrichtsstunde am Freitagnachmittag und trinken Bier. Sehr vorbildlich. Am Abend geht es dann erstmal in eine der kleinen Bars in San Juan und später dann auf Rat unseres Gastbruders Brian ins Pacha Mama. Tja, sagen wir mal so: aus dem früh ins Bett gehen wird an diesem Abend nix. Wir, ich ein Jahr älter, wanken gegen 3:30 Uhr nach Hause und wir stellen drei Notfallwecker, denn wir können uns kaum vorstellen in zweieinhalb Stunden wieder aufzustehen. Klappt aber erstaunlich gut, auch ganz ohne Kater brechen wir zum Treffpunkt der Booze Cruise auf. Jaja, der Name ist Programm, wir bekommen Frühstück und jede Menge Alkohol. Wir treffen uns mit den anderen  und stellen schnell fest, dass das eine lustige Runde wird. Der Bus, der uns nach Playa Gigante bringt, dort legt unser Schiff ab, stoppt noch einmal und lädt drei weitere Jungs ein: Glenn, Jack und Ross. Und da wird mir klar, dass das wahrscheinlich ein unvergesslicher Geburtstag wird. Unvergesslich ist schon mal, dass ich das erste Mal in meinem Leben morgens um sieben ein Bier trinke, dass mir Glenn im Bus anbietet, nachdem wir einen Zwischenstopp an einer Tankstelle eingelegt haben, um noch weiteren Alkohol zu kaufen.

Serendipity – auch mich trifft es

Die Stimmung zwischen uns allen ist super und als wir unseren Katamaran betreten ist es 8:30 Uhr und Melli und ich bekommen den ersten Longdrink in die Hand gedrückt! Kurz darauf steuern wir die Klippen an und einige Wagemutige trauen sich trotz der rauen See ins Wasser und stürzen sich wenig später aus rund 15 Metern Höhe ins Meer. Wir schippern den ganzen Tag übers Meer, unterhalten uns, gehen schwimmen und genießen die Zeit auf dem Schiff. Mit Glenn sitze ich an der Reling, wir sprechen über das Reisen und das Ankommen und er fragt mich, ob das hier nicht gerade der perfekte Geburtstag ist. Und ja, er hat recht, das ist er. Im Laufe des Tages wird er für mich noch perfekter, wenn man das so sagen kann, und ich bin so froh, dass Melli und mich der Zufall auf dieses Boot geführt haben und wir Glenn und Ross an diesem Tag kennenlernen, denn die Zwei werden uns nun einige Wochen begleiten. Was wir an diesem Tag natürlich noch nicht wissen…

Der Tag wird ein langer, wir feiern auch zurück in San Juan weiter. Auch Jack wird diesen Tag sicherlich nie vergessen, denn er wird in dieser Nacht, nachdem er einen ATM umgeschmissen hat, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Klassischer Serientrick: Dazu dann das nächste Mal mehr…

20160512_121251

In den Straßen von San Juan del Sur

20160512_12151320160512_12154420160512_12160620160512_121617

20160512_122803

20160512_123511

Best Taco in Town (auch spät in der Nacht): Taco Stop

20160512_123518

Eines der vielen süßen Cafés

20160512_124126

Die Surfshop-Dichte ist enorm

20160512_121914

Der Strand von San Juan

20160512_121622

Warum da jetzt ein Reh mitten durch den Ort trabt, konnte uns niemand erklären

20160512_12470620160512_12492120160514_121723

20160515_133400

20160519_162511

Melli – auf der Suche nach Essen (wie immer)

20160511_085739

Der Blick von unserem Balkon

20160510_173228

20160511_181931

Rosa lehrt uns, wie man Tortillas macht

20160511_182031

20160511_150415

Melli drückt die Schulbank

IMG-20160511-WA0015

20160519_101435

Spanisch in der Praxis: Wir shoppen!

20160514_164451

Juhuuu, Nachmittag am Strand

20160517_173444

Zur Happy Hour im El Timon

20160517_160838

20160516_174732

Wunderschön: Der Sonnenuntergang in San Juan

20160517_17495020160519_182126

IMG-20160517-WA0024IMG-20160517-WA0029

IMG-20160514-WA0027

20160520_155843

Der Auftakt zu meinem Geburtstag

20160520_234220

Reinfeiern im Pacha Mama

DCIM102GOPRO

Der Party-Bus zur Booze Cruise

IMG-20160522-WA0023

Der Vogelflüsterer: Glenn

20160521_102542

8:30 Uhr und es läuft bei uns

20160521_10272920160521_102952

20160521_104644

Die Herren beim Klippenspringen

20160521_105831

DCIM102GOPRO

Perfekter Geburtstag

DCIM102GOPRO

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s