Melbourne – von tollen Menschen und Spinnen, die Pläne umwerfen

Meine Australien-Abenteuer startete mit einem 36-stündigen Flugmarathon: am Donnerstagvormittag verabschiedete ich mich von Ben in Chiang Mai und  flog nach Bangkok. Von dort ging es weiter nach Singapur. An dem wohl schönsten Flughafen, den ich kenne, verbrachte ich eine kurze Nacht um dann am nächsten Morgen nach Bali zu fliegen. Nach ein paar Stunden Aufenthalt dort ging es in den letzten Flieger, der mich dann letztendlich am späten Freitagabend nach Melbourne brachte.

Dort wurde ich von Heather und John empfangen, einem wunderbaren Paar, das sich sehr spontan angeboten hatte, mich ein paar Tage bei sich aufzunehmen. Nach kurzer Fahrt kamen wir dann in ihrem sehr schönen Haus in Melton an und ich war ziemlich überwältigt als ich mein Zimmer mit eigenem Bad sah. Nach Wochen in den unterschiedlichsten Unterkünften, in denen ich mir meist das Zimmer und das Bad teilen musste, war das ein unglaublicher Luxus!

Eigentlich wollte ich in Melbourne nur ein paar Tage bleiben und dann weiter nach Sydney ziehen. Doch es kam mal wieder alles anders als geplant… Heather und John machten mir meinen Start in Australien mit ihrer herzlichen Art sehr einfach und ich fühlte mich von der ersten Sekunde als Familienmitglied. Mit den beiden ging es für mich auch gleich an meinem zweiten Tag auf den Esplanade-Markt ins tolle St. Kilda und danach nach Philip Island, wo ich endlich die ersten Wallabees sehen konnte. Aber das Highlight auf Philip Island ist neben der wunderbaren Landschaft die berühmte Pinguin-Parade, bei der wir hunderte Pinguine beobachten konnten, wie sie nach einem Tag auf dem Meer zurück ans Ufer kamen und sich auf den beschwerlichen Weg zu ihren Nestern auf der Insel machen. Einfach herzerweichend die kleinen Kerle da rumwatscheln zu sehen!

In den kommenden Tagen hielt mich mein Sightseeing-Programm in der City auf Trab: rauf auf den Eureka-Tower und Melbourne aus dem 88. Stock auf den Kopf gucken, am Yarra-River entlang schlendern, die berühmte Flinders-Station bewundern, in tollen Cafés in Fitzroy sitzen, die Andy Warhol und Ai Wie Wei-Ausstellung im NGV besuchen, mit der Cirlce Tram durch den CBD fahren, einem Vormittag auf dem Queen Victoria Market verbringen,  die tausenden Graffitis in der Hosier Lane bewundern und einen Tag im wunderschönen Botanischen Garten liegen. Bei einer „Free Walking-Tour“ (kann ich nur empfehlen) ging es für mich drei Stunden durch die Stadt und unser Guide zeigte uns viele versteckte Ecken und wusste ganz viel über die Geschichte von Melbourne zu berichten.

Tja, und dann habe ich nach einer Woche noch eine ganz andere Seite der Stadt kennengelernt: Das Krankenhaus! Wie sich herausstellte, wurde ich im Botanischen Garten von einer Spinne (wen es interessiert: war laut des Arztes eine White Tail Spider) gebissen und das Ganze entwickelte sich zu einer sehr schmerzhaften Erfahrung. Mir wurde ein Abszess aus dem Schulterblatt geschnitten und somit verlängerte sich mein Aufenthalt bei Heather und John einfach mal und ich blieb letztendlich zweieinhalb Wochen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden für all ihre Hilfe und Unterstützung bin. Vielleicht hätte ich an diesem Punkt sonst wirklich ein Rückflugticket gebucht! Meine davor schon vorhandene Spinnenangst hat der Biss nicht unbedingt gemindert und nun scanne ich wirklich jeden Raum, jeden Weg, jedes Auto, jede Bank auf die achtbeinigen „Monster“.

Eine wunderbare Erinnerung an die Zeit in Melbourne bleibt das Family-BBQ, das ich mit meinen „australischen Eltern“ besucht habe:  Rund 20 Familienmitglieder und Freunde fanden sich auf der Farm von Lindsey in Mount Doran ein und verbrachten einen schönen Abend mit tollem Essen, Bier und Marshmallows am Lagerfeuer und jeder Menge spannender Gespräche. Mit das Größte für mich war die Fahrt auf dem Polaris Ranger über das endlose Farmgelände und an Horden von Kängurus vorbei.Und nachdem wir die Kiddies ausgeladen hatte, zeigte mir Lindsey, wie schnell das Ding wirklich fahren kann und wir brausten mit 100 km/h die Feldwege entlang.

In manchen Punkten hätte mein Start in Australien zwar etwas leichter sein können. Doch mit so tollen Menschen an meiner Seite ging das dann trotz der Hürden ganz gut und ich werde Melbourne Dank Heather und John in sehr guter Erinnerung behalten und hoffe, irgendwann zurückzukommen.

 

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Esplanade-Market in St. Kilda

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Luna Park in St. Kilda

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Meine wunderbaren Gasteltern Heather und John

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Beach-Boxes in Brighton Beach

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Picknick auf dem Weg nach Philip Island

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Philip Island

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Kaum zu erkennen, aber er ist drauf: einer Pinguine auf Philip Island

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Flinders Station in Melbourne

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Das Ausstellungsgebäude der Weltausstellung

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Tolle Graffitis gibt es in Melbourne an vielen Ecken

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Die Block-Arcade

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Die Skyline entlang des Yarra

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Auszeit im Botanischen Garten

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Raven – meine beste Freundin auf dem BBQ

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Lindsey’s Schafe kamen zum Knuddeln

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Die Fahrt im Polaris war ein Spaß

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BBQ in Mount Doran

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4 Gedanken zu „Melbourne – von tollen Menschen und Spinnen, die Pläne umwerfen

  1. Genauso, wie du es beschriebst, habe ich die Aussies und Melbourne auch kennengelernt. (ok, jetzt ohne Spinnenbiss).
    Ich fand Melbourne großartig und durch deine Erzählungen und Bilder werden meine Erinnerungen noch lebendiger.

    Gefällt 1 Person

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