Gunung Batur (Mount Batur) – Der Vulkan, der mir meine Grenzen zeigte

Punkt 2:15 am Morgen kroch ich mehr als müde in den Minibus, der mich und andere Reisende zum Mount Batur bringen sollte. Die Fahrt dauerte aufgrund der schlechten Straße rund 1,5 Stunden und wir waren um kurz vor vier am Treffpunkt um den 1.717 Meter hohen Vulkan, der 2000 das letzte Mal ausbrach, zu besteigen. Unsere Guides Made und Whoopy nahmen uns im Empfang und dann begann auch schon, ausgestattet mit Taschenlampen, der zweistündige Aufstieg in der kompletten Finsternis. Zunächst über angenehme Wege mit leichter Steigung, doch bereits nach einer viertel Stunde wurde der Aufstieg anspruchsvoller: die Wege voller Lavageröll brachten uns zum Stolpern, ich suchte Halt an den Felswänden und rutschte doch immer wieder. Nach dem wir uns rund eine Stunde, alle bereits leicht schnaubend, den Berg hochgeschoben hatten, wurde der Weg noch schlechter. Was dann folgte, klassifiziere ich Unwissende als Bergsteigen. Und darauf war ich definitiv nicht vorbereitet.

Der Aufstieg wurde steiler und steiler, das Geröll sorgte nun kontinuierlich dafür, dass ich rutschte und mich immer wieder an Felsen festklammern musste, um nicht den Halt zu verlieren. Man beachte: das alles natürlich in kompletter Finsternis. Das war letztendlich aber auch besser so, denn hätte ich den steinigen Weg sehen können, hätte ich kapituliert. Kurz darauf tat das dann aber in Ansätzen mein Körper: mir wurde übel und schwindelig, ganz zu schweigen von den zitternden Beinen. Ich ließ mich langsam von meiner eigentlichen Gruppe zurückfallen, um sie nicht zu bremsen. Bei mir blieb Agus, ein 13-Jähriger Balinese, der auf dem Gipfel des Vulkans jeden Morgen Getränke verkauft, bevor er dann gegen 6:15 Uhr wieder ins Tal steigt, um pünktlich um 7:00 Uhr in Schule zu sitzen. Ja, bei so einer Geschichte fühlt man sich als schwitzende und schnaufende deutsche Touristin wirklich ganz wunderbar.

Irgendwann war klar, ich konnte nicht mehr. Meine Beine weigerten sich weiterzugehen, ich setzte mich auf einen Felsen und war damit zufrieden, den Sonnenaufgang nun eben von unterwegs und nicht auf dem Gipfel zu sehen. Doch Agus ließ nicht locker, blieb bei mir und sprach mir gut zu. Genauso wie die Jungs aus Manchester, die ich zuvor überholt hatte und die nun an mir vorbei zogen. Also ging es weiter, in meinem eigenen Tempo und so war ich rund 20 Minuten später auf dem Vulkan angelangt. Ein absoluter Hammer-Moment, denn ein paar Minuten später bahnte sich die aufgehende Sonne über dem Lake Batur ihren Weg durch den Nebel.

Die vielen Reisenden um mich herum und ich beobachteten das Spektakel gebannt und bemerkten zunächst die Affenbande nicht, die sich heranschlich um Essen zu erbetteln. Ich bemerkte den Affen neben mir eigentlich erst in dem Moment als er in meinen Rucksack griff. Erschrocken drehte ich mich um und in dem Moment biss mir das „freundliche“ Tierchen in den Arm. Die Tollwut-Impfung hat sich also bereits nach sechs Tagen Weltreise gelohnt.

Erstmal oben angekommen, war der Vulkan wirklich sehr beeindruckend: Der tiefe Krater, der heiße Dampf, der aus den Felsritzen strömte, die tief in den Berg hineinlaufende Höhle mit jeder Menge Fledermäusen. Einfach toll!

Der zweistündige Abstieg war dann fast ein Kinderspiel und um zehn saß ich fix und fertig aber glücklich auf meiner Terrasse und freute mich über das tolle Omellete, das es zum Frühstück gab. Und morgen ist dann endlich das Spa dran – Buddha-Package mit allem Gedöhns und Chakra Balance. Ich bin gespannt…

Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich sehen

Die ersten Sonnenstrahlen lassen sich sehen

Der Sonnenaufgang über den Lake Batur

Der Sonnenaufgang über den Lake Batur

Fix und alle, aber happy!

Fix und alle, aber happy!

Blick ins Tal und das Lavafeld

Blick ins Tal und das Lavafeld

Der Abstieg ins Tal

Der Abstieg ins Tal

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